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11. August 2016

„Homo Serpentes 1“ von Divina Michaelis // Rezension




Im Juni 1966 wurde ich im schönen Niedersachsen, südlich von Hamburg, geboren. Schon früh habe ich Bücher verschlungen. In der Schule hab ich ab und zu Satiren für die Schülerzeitung geschrieben, ansonsten musste die Schreiberei allerdings zugunsten anderer Hobbys (wie z.B. Lesen) zurückstehen.

Mit 35 Jahren begann ich schließlich, mein erstes Buch zu schreiben. Es war eigentlich nur für mich gedacht, da es eine erotische Fantasie behandelte, die mir schon lange im Kopf herumschwebte. Nie wäre ich auf den Gedanken gekommen, dieses Buch irgendwann einmal zu veröffentlichen. Fünf Jahre brauchte ich, mit eingerechnet sämtliche Schreibblockaden, bis der Roman fertig war. Als ich später dann einmal jemandem aus einem Chat auf seinen Wunsch hin den Anfang des Buches zugesandt hatte, war dieser von der Geschichte begeistert. So nach und nach wurde ich mutiger und zeigte dieses Buch auch anderen Leuten, wo ich sehr viel positive Resonanz erhielt.


Die Erde steht kurz vor dem Kollaps. Um eine Lösung zu finden, werden einige Wissenschaftler zu einem weit entfernten, bewohnbaren Planeten gesendet. Ihre Mission: Zehn Jahre lang die Tauglichkeit einer Überlebensstation testen und gleichzeitig Erkenntnisse gewinnen, die vielleicht der Rettung der Erde dienen könnten. Doch in zehn Jahren kann viel passieren ...
Was wäre, wenn du in einer Gesellschaft strandest, in der Sex eine vollkommen andere Bedeutung hat als bei uns?
Was, wenn es sich um eine andere Spezies auf einem anderen Planeten handelt?
Was wärst du bereit zu tun, wenn von dieser Gesellschaft dein Überleben abhängt?
Und wie würdest du reagieren, wenn du merkst, dass sie dich trotzdem ablehnen?
...
Ihre Zeit auf der Überlebensstation ist fast um. Nur noch wenige Tage, dann sollen Dr. Lara Evelyn Douglas und ihre Forscherkollegen zurück auf die Erde gebracht werden. Jedoch wird kurz vor ihrem Aufbruch die Station durch einen Asteroiden zerstört.
Als einzige Überlebende landet Lara Evelyn auf dem Planeten Shabitha, den sie selbst als Hereia kennengelernt hatte und zehn Jahre lang erforschen durfte. Ihr wird bewusst, dass sie nur überleben kann, wenn sie bei den Schlangenmenschen, die sich selbst Canisha nennen, Schutz sucht. Doch die meisten Canisha sehen in der Frau mit der empfindlichen, weichen Haut nur ein lästiges Übel und wollen, dass sie wieder geht. Lediglich einer der Männer, Giona, bietet ihr seinen Schutz an, aber das hat seinen Preis! Für Lara Evelyn beginnt ein neues Leben mit etlichen erotischen Erfahrungen, die sie sich niemals hätte träumen lassen.


Zu dieser Geschichte hatte ich ja schon die kurze Vorgeschichte gelesen und nun musste ich wissen, wie es weitergeht. Die Welt, auf die ich in der Vorgeschichte einen kleinen Blick werfen durfte, ist interessant und bietet Potenzial für tausend Konflikte. Außerdem war ich gespannt, wie Lara sich auf einem fremden Planeten schlägt.

Gleich zu Anfang muss Lara einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen, der dazu führt, dass sie auf dem fremden Planeten landet, den sie 10 Jahre vom All aus erforschen durfte. Sie kennt das Leben dort nur vom Zusehen und muss dass, was sie erforscht hat, nun umsetzen. Viele Dinge kennt sie einfach noch nicht oder hat sie auch nicht richtig verstanden. Außerdem weiß Lara nicht, wie sie sich gegenüber den wilden Tieren verhalten soll. Sie tut das einzig richtige, was ihr einfällt und macht sich auf den Weg zu den Canisha - den Schlangenmenschen, die auf diesem Planeten leben.

Mit der allgemeinen Ablehnung hat Lara nicht gerechnet, schließlich hat sie in ihren Forschungen gesehen, wie die Canisha mit Clan-Fremden umgehen. Sie werden empfangen und dürfen verweilen. Lara hingegen ist für alle dort ein Monster. Sie sieht nicht aus wie alle anderen, sie benimmt sich nicht wie sich Frauen zu benehmen haben und sie reagiert anders auf Sex, als die Canisha-Männer es kennen. Es fällt Lara unglaublich schwer, sich einzufinden, aber sie tut alles, um zu überleben.

Gerade zu Anfang hoffte ich auf eine starke Protagonistin, die sich durchzusetzen versteht. Lara ist am Anfang auch etwas auf Krawall aus und zeigt allen, dass sie sich nicht herumkommandieren lässt. Leider verschwindet dieser Eigensinn recht schnell und Lara findet sich meines Erachtens sehr schnell in die Gruppe ein. Was für sie natürlich gut ist, aber ich hätte von ihr mehr Kampfgeist erwartet. Zwar muss Lara sich den Gepflogenheiten der Gruppe unterordnen, aber sie gibt sehr schnell ihre persönlichen Eigenarten auf. Keine Rebellion, keine Gegenworte. Dafür, dass Lara in der Vorgeschichte gerne ihren Kopf durchsetze, ließ sie sich hier schnell in unbekannte Konventionen pressen. Sie hinterfragte kaum noch, sondern tat nur noch. Aber sie war glücklich. Sie wollte, dass sich jemand um sie kümmerte. Sie wollte all die Verantwortung abgeben, die sie all die Jahre hatte tragen müssen. Ihre Entwicklung passt zu ihr und ich glaube, alles andere wäre seltsam gewesen. Und trotz alldem zeigt sie den Canisha dennoch, dass sie eine Frau ist, die sich zu verteidigen weiß!

Homo Serpentes“ ist eine anregende Geschichte, deren Handlung viel auf den erotischen Szenen aufbaut und durch diese auch ihre Wendung hervorruft. Es ist weniger Science-Fiction als Erotik auf einem fremden Planeten. Ich hätte mir gerne mehr Beschreibungen von eben diesem gewünscht, aber da es ein erster Teil ist, bin ich mir sicher, dass das noch kommt.

Der Schreibstil der Autorin ist fantastisch und ich verlor mich immer wieder in ihren Worten. Ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll, aber es war wirklich ein Vergnügen, den Worten der Autorin zu folgen. Ich denke, sie hätte auch die Funktionsweise eines  Steins erklären können, es wäre durch die Schreibweise dennoch ein Erlebnis gewesen.

Über die Geschichte als solche werde ich nichts sagen, denn wie schon erwähnt, ist es ein erster Teil und ich finde, der Klappentext sagt schon genug. Es war eine interessante Geschichte, die gerade erst angefangen hat und dadurch noch sehr viel Potenzial für weitere Teile besitzt. Lara bringt das Leben auf dem Planeten trotz aller der ruhigen Phasen gehörig durcheinander und ich bin mir sicher, dass sie das auch weiterhin tun wird.


„Homo Serpentes 1“ ist ein erotischer Roman, der durch seine ruhige Grundstimmung hervorsticht, aber dennoch so interessant ist, dass man ihn kaum aus den Fingern legen kann. Man muss seine eigenen Vorstellungen, wie das Leben zu sein hat, ablegen, wenn man zu diesem Buch greift, denn hier ist alles anders. Anders, aber nicht schlecht.




Ich vergebe sehr gute 4 von 5 Marken. Trotz dem ganzen Lob fehlte mir einfach ein bisschen mehr Spannung, die ein fremder Planet für einen Menschen ja eigentlich mit sich bringt. 





Vielen Dank an Kathleen Stemmler, die unsere Fehler jederzeit mit dem Rotstift tötet!





















(Das Copyright von Text & Bildmaterialien liegt bei den jeweiligen Verlagen und deren Autoren, die allesamt bei uns im Impressum erwähnt worden sind.)
1 mal erwischt
  1. Ich danke dir und nehme die Herausforderung an:

    Braun, mit glitzernden Sprenkeln durchsetzt, lag er in der Sonne, wartend. Er hatte Zeit. Niemand trieb ihn, niemand wollte etwas von ihm und doch war heute etwas anders, denn er bekam Gesellschaft.
    „Ich verstehe nicht, wie du das machst, David. Ich habe das schon x-fach versucht und immer ist er einfach versunken.“
    Der Angesprochene blickte von oben herab und suchte etwas. Schließlich entdeckte er es. Ein Glitzern im Sonnenlicht hatte ihn darauf aufmerksam gemacht. Also bückte er sich und hob seinen Fund auf. „Schau her, Sammy. Du musst dir einen nehmen wie diesen hier: rund, aber flach, nicht zu groß, aber auch nicht zu klein. Dann hältst du ihn so wie ich, holst aus und …“
    Mit weitem Schwung schleuderte David den braunen, glitzernden Stein über die Wasseroberfläche. Sieben Mal ditschte er auf, verscheuchte dabei eine Libelle auf Beutesuche, bevor er Blasen hinter sich herziehend versank.

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