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4. Juni 2015

Lilyhammer // SerienRezension










»Wie heißen Sie?«, fragt Lillehammers Polizeichefin, als sie Tagliano an seinem ersten Tag in seinem Exil vor dessen neuer Unterkunft begegnet. Sie hat ihren Schafskopf auf der Straße liegen lassen, eine Delikatesse, wie sie betont (»Jaja, das schmeckt köstlich, jamjam«). Tagliano macht ein angewidertes Gesicht und versucht anschließend, seinen neuen, norwegischen Namen auszusprechen: Giovanni Henriksen. Er spricht noch kein Norwegisch, deshalb kommt etwas in dieser Richtung aus seinem Mund: »Hengrinsen«. Schließlich gibt Tagliano auf und fügt an: »Nennen Sie mich Johnny«, und aus diesem Namen machen die Norweger im Handumdrehen etwas, das sich anhört wie ›Yonnie‹.

Der Plot ist denkbar einfach: Ein Gangster aus der Weltmetropole trifft auf ländliche Idylle und traditionsreiche Eigenheiten. Eine gewisse Komik ist vorprogrammiert, der Zuschauer hat sofort eine etwaige Ahnung, was auf ihn zukommt. Die einzige Frage, die man sich stellt, ist diese: Inwiefern färbt die Idylle auf den Gangster ab, oder ist es der Gangster, der auf die Idylle abfärbt?
Die Antwort liegt auf der Hand, denn wir haben es mit keinem gewöhnlichen Gangster zu tun. Hier ist Steven van Zandt am Werk, und das dürfte alles sagen, nämlich …




… Rock `n` Roll, Baby! Das ist Serie gewordener Rock `n` Roll


Steven van Zandt sollte uns allen ein Begriff sein. Er ist der Gitarrist Bruce Springsteens und nicht nur in den USA eine Berühmtheit. In der Serie ›Die Sopranos‹ hatte er die Rolle von Silvio Dante inne. Und nun spielt er also seit 2012 Frank ›The Fixer‹ Tagliano, unterdessen er noch immer zu Springsteens ›E Street Band‹ gehört.
Allein sein Äußeres verleiht Frank Tagliano schon so viel Ausstrahlung und Präsenz, so viel Fröhlichkeit und Geradheit, dass man ihn einfach ernst nehmen muss. Da gibt es keine großen Gesten, keine überbordend theatralischen Mienenspiele, nichts davon. Es reicht vollkommen, dass er hin und wieder eine Braue hebt oder den Blick leicht abwendet, die Hände ungelenk vor dem Bauch verschränkt, von einem Fuß auf den anderen tritt. Mehr muss van Zandt nicht tun, mehr hat er nicht getan, um Tagliano Leben einzuhauchen, und das macht ihn zu dem guten Schauspieler, der er ist.
Frank Tagliano alias Giovanni Henriksen ist eine Schau für sich. Angereichert mit jeder Menge Chauvinismus (er hat ein klares Bild von der Rolle der Frau) und einem gehörigen Grad an Vorurteilen (mit ›den Linken‹ hat er es nicht so, ganz zu schweigen von Übersentimentalität) walzt er richtiggehend durch Lillehammer. Da bleibt nichts, wie es zuvor gewesen ist, sobald Tagliano die Bühne betritt. Dagegen könnte man jetzt protestieren, man könnte es falsch verstehen, wenn man nicht erkennen würde, was van Zandt da macht: Er enttarnt in allem im Grunde nur die Bigotterie, die Heuchelei (Rock `n` Roll, Baby!^^).

Zusammen mit Torgeir Lien (Trond Fausa Aurvåg) als Geschäftsführer gründet Tagliano in Lillehammer den Flamingo-Club, den er ganz im Gangster- und New Yorker-Stil einrichtet und mit halbnackten Bardamen ausgestattet. Torgeir wird zu Franks rechter Hand. Der, hm, nicht sehr kluge Norweger gewinnt Taglianos Wohlwollen weniger durch Können, vielmehr scheint Frank ihn aufgrund seiner Schusseligkeit und der geradezu liebenswürdigen Arglosigkeit ins Herz zu schließen. Dem Zuschauer ergeht es nicht anders. Wenn Torgeir neben seinem Boss ›Yonnie‹ steht und in seiner Naivität dessen einschüchternde Gesten und Gesichter nachzuahmen versucht, ist man vor schmerzhaften Krämpfen, verursacht durch Lachanfälle, nicht mehr sicher.
Der Norweger Trond Fausa Aurvåg verdient eine, nein, mehrere Auszeichnungen. Neben der dominanten Figur Taglianos verblasst Torgeir dank ihm nicht. Er ergänzt van Zandt, sie verleihen sich gegenseitig Präsenz, glänzen in ihrer Gegensätzlichkeit und werden zu einem unschlagbaren Team.
Vor ihnen ist nichts und niemand sicher. Jeder, der sich ihnen in den Weg stellt, bekommt einen entsprechenden Denkzettel verpasst. Da werden Berufsberater schon mal mit prekären Fotos erpresst, Beamte an einem Bob festgeschnallt und Rodelpisten hinabgeschickt und quertreibende Millionäre in Eiswasser getaucht. (Rock `n` Roll eben^^.)

Im Grunde ist der ganze Cast tadellos. Ich erwarte, jede einzelne Figur in Lillehammer vorzufinden, sollte ich jemals dort hinreisen, so authentisch werden sie dargestellt.


Besonders hervorheben möchte ich noch Fridtjov Såheim, der Jan Johanssen darstellt, den Berufsberater, an den Tagliano gerät. Seine Rolle und die Entwicklung, die Johanssen im Verlauf der Staffeln durchmacht, rundet das Groteske im Plot ab. Auch Fridtjov Såheim hat jede erdenkliche Auszeichnung verdient, und hoffentlich bekommt er die auch.

 

 


Es gibt keine Staffel, die man besonders hervorheben oder bemängeln müsste. Durchweg halten sie das Niveau, abgesehen von den ersten Folgen der dritten Staffel. Da wird es etwas wirr, und man gewinnt den Eindruck, der rote Faden sei abhandengekommen. ›Yonnies‹ neue Perücke hilft darüber auch nicht weg. Erst ab ca. der vierten Folge findet der Plot zurück zu der überragenden Schlichtheit, die die Serie auszeichnet, und dann kann man sich auf so manchen Spaß und Gag freuen. Übrigens: Bruce Springsteen hat sich natürlich auch nicht lumpen lassen und eine Gastrolle in der dritten Staffel übernommen.

Auch, wenn ich finde, dass die Trailer nicht annähernd herüberbringen, wie gut die Serie ist, habe ich sie euch natürlich trotzdem herausgesucht. Bitte schön:





Schlicht und ergreifend: Rock `n` Roll in Serie! Handlung, Schauspieler, Musik – Rock `n` Roll, Baby^^! Darum gibt es von mir fünf von fünf Fernsehern, und zumindest in meiner Wohnung wird die Serie noch oft laufen, es wird nicht bei den beiden bisherigen Durchgängen bleiben – ›Yonnie Hengrinsen‹ hat in mir einen großen Fan gefunden^^.




Herzlichst,
Eure Joan Smith




(Das Copyright von Text & Bildmaterialien liegt bei den jeweiligen Verlagen und deren Autoren, die allesamt bei uns im Impressum erwähnt worden sind. Die Bilder stammen von Amazon und Netflix.)
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