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11. Mai 2015

"Rauhnacht" von Tanja Meurer // Rezension





Tanja Meurer, geboren 1973, in Wiesbaden, ist gelernte Bauzeichnerin aus dem Hochbau und arbeitet seit 2001 in bauverwandten Berufen und ist seit 2004 bei einem französischen Großkonzern als Dokumentationsassistenz beschäftigt. Nebenberuflich arbeitet sie als Autor und Illustrator für verschiedene Verlage.



Ein eisiger Winter hält London fest im Griff. Die Temperaturen fallen stetig, Erfrierungsopfer stehen auf der Tagesordnung. Doch die Leiche, die Anabelle in Augenschein nehmen soll, sieht aus, als sei sie zu Tode erschreckt worden. Blankes Entsetzen steht ihr ins Gesicht geschrieben. Als Anabelle von einem körperlosen Geschöpf aus Wind und Eis angegriffen wird und die Tote sich erhebt, ist klar: Hier geht etwas nicht mit rechten Dingen zu.
Zusammen mit ihrer Freundin Zaida, einer begabten Magierin, geht sie den mysteriösen Vorkommnissen auf den Grund und stößt dabei auf eine alte Sagengestalt aus Russland.



Von Tanja Meurer habe ich bis jetzt nur eine Geschichte gelesen, diese wiederum hatte mich aber schwer beeindruckt. Das heißt, „Rauhnacht“ stand unter hohem Druck, die Erwartungen zu erfüllen. Ist die Geschichte daran zerbrochen oder muss ich meine Begeisterung zügeln?


Ich entdecke seit einiger Zeit das Genre „Steampunk“ für mich. Die vielen Interpretationsmöglichkeiten, manchmal mit einem Hauch Fantasy gepaart locken einfach und ich wehre mich nicht gegen ihren Ruf. „Rauhnacht“ soll ebenfalls Steampunk sein, gepaart mit Fantasy und einem guten Schuss Krimi. Diese Mischung machte mich ganz kribbelig und deswegen war ich wirklich gespannt, auf was ich hier treffen würde. Wer also was gegen einen Genre-Mix hat, sollte vielleicht von diesem Buch absehen. ;-)


Wie im Klappentext erwähnt, handelt die Geschichte in erster Linie von Anabelle Talleyrand. Eine Ermittlerin, die anders ist. Ich würde behaupten, sie und ihre Freundin Zaida betreiben so etwas wie eine Detektei, nur anders, das geht nicht ganz so klar hervor. Anabelle ist kein Mensch, was wiederrum sehr schnell geklärt wird. Sie ist eine Maschine und dennoch hat sie sehr menschliche Gefühle, Gedanken und Bedürfnisse, die sie oft selbst überraschen. Ich mochte Anabelle, denn sie handelt nicht typisch. Sie denkt klar und strukturiert ohne dieses ständige Gefühlsblabla. Selbst wenn sie etwas tut, von dem sie weiß, dass sie es hätte nicht tun sollen, steht sie dazu, redet darüber, entschuldigt sich und meint es auch so. Lügen liegt ihr nicht, aber da weiß ich nicht, ob das mit ihrem Maschinenkörper zusammenhängt oder in ihre Seele verankert und ein Rest ihres menschlichen Seins ist. Ich konnte ihre Handlungen zumeist nachvollziehen und auch ihren Gedankengängen folgen.


Bei Zaida sieht das schon wieder ganz anders aus und ihr erster Auftritt war wirklich beeindruckend. Sie ist eine Hexe (lassen wir mal außen vor, ob gut oder nicht) und eine ziemlich gute. Zu ihren Handlangern/Freunden/Seelenverwandten gehören zwei Raben, die auch noch sprechen können. Während Anabelle den Steampunk einbringt, ist es Zaida die für das Fantastische sorgt. Sie bringt die Magie ins kalte London und ich fand es einfach nur klasse! Von Zaida und ihrer Magie hätte ich gerne mehr gesehen, aber obwohl sie eine große Rolle spielte, war sie eben nur eine Nebenfigur. Zaida war mystisch, mysteriös, einmalig. Sie hatte diesen Reiz des Ungewöhnlichen, Außergewöhnlichen. Ich wusste einfach, dass Zaida Geheimnisse hat, die ich unbedingt erfahren will, aber es nie würde!


Die Handlung als solche ist eigentlich schnell erklärt und ich finde, dass der Klappentext schon genug Möglichkeiten für Vermutungen bietet, weswegen ich da gar nicht groß eingehen werde. Nun ist es so, dass ich bei einem Krimi gerne mitrate. Diese Geschichte ist ein „erster Fall“, also Krimi. Deutet auch am Anfang alles drauf hin und ich fing recht früh an, alle des Mordes zu verdächtigen (es gab keinen Gärtner, das machte es für mich echt schwer! :-D ). Nun ist es aber so, das Anabelle so ziemlich alle Vermutungen denkt und ich daher immer alles wusste. Ich sehe alles was passiert, ich kenne so ziemlich jeden Schritt und leider Gottes wusste ich (und auch alle anderen) recht schnell, wer der Täter ist, warum er es getan hat und wie wir gegen ihn vorgehen werden. Im Prinzip war die Krimi-Handlung wie ein offenes Buch und ich konnte mich zurück lehnen und brauchte nur zusehen. Und das langweilte mich ziemlich schnell. Wie gesagt, bei Krimis will mein Kopf etwas zu tun haben, grübeln, rätseln, allen den Mord unterstellen: Ich will Miss Marple sein! Das durfte ich hier nicht, und das schmälerte mein Leseerlebnis erheblich!


Kommen wir zum nächsten Kritikpunkt: Steampunk! Kaum vorhanden, außer in Form von Anabelle, aber auch hier eher wenig bis kaum. Würde sie nicht selbst immer mal denken, dass sie eine Maschine ist und würde nicht einmal erwähnt werden, dass auf dem Dachboden allerlei „Zeugs“ steht, was ich persönlich mit Steampunk verbinde, hätte ich diesen Genrezusatz recht schnell vergessen. Was schade ist, denn der Ansatz ist da! Die Geschichte schreit an einigen Ecken geradezu nach mehr Steampunk. Ich auch, aber niemand hörte mich.


Was den Fantasy-Aspekt angeht, da sieht die Sache ganz anders aus. Genial eingebracht und umgesetzt. Interessante Einbringung von Märchengestalten gegen die die Londoner Polizei angehen muss. Die Polizei, wenn ich schon mal da bin machen wir mit ihr weiter. Der Inspekteur weiß um die Wesenheiten, die es noch gibt, er arbeitet bei Scotland Yard und bei Bedarf auch mit Zaida / Anabelle zusammen. Er ist eine wirklich interessante Person, von der ich leider auch viel zu wenig zu sehen bekam. Einige Dinge, die hätten noch gar nicht gesagt werden brauchen, erfuhr ich so ziemlich gleich am Anfang und das nahm auch der Figur den Reiz. Die Autorin lässt kaum einer Figur ihre Geheimnisse und legt alles offen, was den Leser vielleicht zum Weiterlesen anregen könnte. Und das ist nicht nur bei der Polizei so, auch bei Anabelle und Zaida wird ziemlich schnell einiges verraten, was meiner Meinung nach, auch noch etwas geheim hätte bleiben können.


Vom Schreibstil her kann ich nicht meckern. Tanja Meurer weiß, was sie kann und sie kann schreiben! Ohne Probleme und mit scheinbarer Leichtigkeit malt sie Bilder mit Wörtern. Ich war sofort wieder von ihrem Stil begeistert. Lebhaft, bildgewaltig und einfach mitreißend. Wenn der Rest nur nicht wäre. Die Handlung musste leider ohne Spannung auskommen, die Figuren durften nicht leben und auch die Beziehung zwischen Anabelle und Zaida geht unter. Es gibt zwar ein kleines Intermezzo, aber das ist eher der Not geschuldet, als wirklichem Interesse der Frauen. Es war mir nicht immer klar, ob Anabelle und Zaida nun ein Paar im eigentlichen Sinne sind, oder nur verdammt gute Freundinnen. Und das ist nicht das einzige, was nur angerissen wird. Ich weiß, dass hier noch mehr Teile folgen sollen, aber irgendwie fehlte es mir hier an einigem. Es fühlte sich manchmal so an, als hätte die Autorin sich einerseits nicht getraut, mehr zu schreiben, wo es ruhig mehr hätte sein können, andererseits schien es, als wäre viel gekürzt worden.


Das Ende konnte mich nun also auch nicht mehr überraschen. Ich las es, nahm es an und war enttäuscht. „Rauhnacht“ könnte so viel mehr sein und ich denke, dass ein paar Seiten mehr, der Geschichte, der Handlung als solcher und auch den Figuren sehr gut getan hätten.



„Rauhnacht“ hätte ein Highlight werden können, denn die Geschichte hat alles, was sie dazu braucht. Leider aber immer nur ein Stückchen und um die Erwartungen auszufüllen, fehlt immer das gewisse Etwas. Allein vom Schreibstil her lohnt es sich, die Geschichte zu lesen. Andererseits sollte man von der Handlung und den Figuren nicht zu viel erwarten.




Nach mehrtägigem Nachdenken vergebe ich hier schweren Herzen leider nur 2 von 5 Marken. Meiner Meinung nach kann es Tanja Meurer viel, viel besser! Sie kann tiefe, lebendige Figuren entwerfen und eine Handlung, die vor Spannung fast platzt. Ich weiß das, ich habe es bei „Der Rebell“ gesehen.

Liebe Grüße





(Das Copyright von Text & Bildmaterialien liegt bei den jeweiligen Verlagen und deren Autoren, die allesamt bei uns im Impressum erwähnt worden sind.)
1 mal erwischt
  1. [Erstmal Asche auf mein Haupt, dass ich euch beide jetzt sooooo lange nicht mehr besucht habe ;___;
    *trostkonfetti streu*]

    Nun zur Kritik:
    Schade um die Büchlein.
    Der Inhalt und deine ersten Worte klangen so vielversprechend :(
    Aber vielleicht wird es ja was in der nächsten Story?!

    AntwortenLöschen

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