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8. Mai 2015

"Last Days on Earth" von Susanne Gerdom // Rezension



http://susannegerdom.de/http://www.amazon.de/Last-Days-Earth-Susanne-Gerdom-ebook/dp/B00NIPRFES/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1426505947&sr=1-1&keywords=last+days+on+earthhttps://www.facebook.com/pages/Susanne-Gerdom-Autorin/219992008068371http://www.qindie.de/?attachment_id=12026

Susanne Gerdom lebt, wohnt und arbeitet im Familienverband mit vier Katzen und zwei Menschen in einer kleinen Stadt am Niederrhein, bezeichnet sich selbst als "Napfschnecke", die ungern ihr Haus verlässt, und ist während ihrer wachen Stunden im Internet zu finden. Wenn sie nicht gerade schreibt. Manchmal auch, während sie schreibt.
Sie schreibt Fantasy für Jugendliche und Erwachsene für die Verlage Piper, ArsEdition und Ueberreuter. Man findet sie dort auch unter den Pseudonymen Frances G. Hill und Julian Frost.



Karla van Zomeren, weiße Hexe im Kriminaldienst, kommt gemeinsam mit ihrem Partner, dem Chaosmagier Raoul Winter, einer düsteren Verschwörung auf die Spur. Jemand will die Welt vernichten und hat als Zeitpunkt den von den Maya prophezeiten 21. Dezember 2012 gewählt. Während ihrer Suche nach dem geheimnisvollen Memplex-Generator geraten Karla und Raoul mit dem (von Vampiren) organisierten Verbrechen und einen misanthropischen Drachen aneinander. Währenddessen mehren sich die Zeichen des Zusammenbruchs: Flugzeugabstürze, Erdbeben, Vulkanausbrüche und explodierende Atomkraftwerke. Die Zeit wird knapp - wird es dem ungleichen Ermittlerpaar gelingen, den Weltuntergang aufzuhalten?

'Last Days on Earth' erschien erstmalig 2012 im Piper-Verlag



Wieder ein Susanne Gerdom-Buch innerhalb meiner Challenge. „Last Days on Earth“ stand schon vor der Challenge auf meiner Leseliste und nun bin ich endlich dazu gekommen. Ob mich meine liebste Susanne diesmal wieder überzeugen konnte oder ist etwas eingetreten, mit dem nun schon gar keiner mehr rechnet: Mochte ich das Buch vielleicht gar nicht? Finden wir es heraus. ;-)

Bei dem Titel „Last Days on Earth“ hatte ich so meine Vorstellungen. Logisch oder? Es geht um den Weltuntergang. Was auch erst mal grundsätzlich richtig ist, denn innerhalb der Geschichte steuert wirklich alles auf ein drohendes Ende zu. Karla van Zomeren, eine weiße Hexe im Kriminaldienst ermittelt zusammen mit ihrem Partner wider Willen. Sie kommen einer ganz großen Sache auf die Spur, nur um dann ausgebremst zu werden. Aber die beiden, so unterschiedlich sie auch sein mögen, raufen sich zusammen und versuchen, ihren Fall zu einem Abschluss zu bringen.
Klingt ja erst mal ganz nett, oder? Ich geb´s zu, ich habe den Klappentext vorab nicht gelesen, mache ich schon lange nicht mehr. Warum? Tja, die lieben Erwartungen, meine Freunde. So gehe ich ihnen aus dem Weg und erspare mir eine Menge Enttäuschung und Frust, weil ich aus dem Klappentext Schlüsse gezogen habe, die ich nicht hätte ziehen dürfen. So hab ich mir schon das ein oder andere Buch wortwörtlich versaut. Deswegen wusste ich nicht, was auf mich zukommt. Ich kannte weder Karla noch Raoul, auch wusste ich nicht, dass hier eine Fantasy-Geschichte auf mich zusteuert. Und das war auch gut so!

Beginnen wir mit dem Anfang. Die Krux bei Susannes Buchanfängen: Sie treiben mich noch in den Wahnsinn. Es dauert immer so um die 50 Seiten, bis ich voll drin bin. Manchmal muss ich nach einem bestimmten Punkt erst mal kurz anhalten und nachdenken: Wie war das jetzt? Wie hängt das alles zusammen? Ich weiß nicht, warum das so ist, aber es ist so. (Meistens entschädigt die restliche Geschichte aber dafür :-D ). Nun… hier war es NICHT so! Ich war sofort drin, ich wusste SOFORT, was Sache ist, wer wohin gehört und wer mit wem und warum und überhaupt. Es war, als hätte Susanne mich am Kragen gepackt, in die Story gezogen und gesagt: „Nun schau halt richtig hin!“. Und das tat ich.

Die Hauptprotagonisten sind wie Feuer und Eis. Wie Tag und Nacht, wie Schwarz und Weiß. Karla ist eine weiße Hexe, sie ist die Gute, sozusagen. Sie tritt für Recht und Gesetz ein. Raoul ist ein schwarzer Magier. Er sieht das Gesetz nicht so eng und befasst sich auch mit Magie-Methoden, die die weiße Seite verpönt und niemals nutzen würde.
Neben diesen zweien tauchen noch Unmengen an Nebenfiguren auf, die zwar nicht im Fokus stehen, den Titel Nebenfiguren aber eigentlich gar nicht verdient haben, denn sie spielen alle, wirklich ALLE eine eigene, große Rolle und machen die Geschichte zu der, die sie ist. Diese ganzen, kleinen, vielen Nebenfiguren sind das Salz in Susannes Buchstabensuppe!

Karla von Zomeren. Eine Figur, die in meinen Augen die größte und tiefste Wandlung innerhalb der Geschichte durchmacht. Sie ist von Grund auf weiß. Geradlinig und komplett gegen die schwarze Seite! Nichts und niemand kann sie davon überzeugen, dass die schwarzen Magier auch gute Menschen sein können. Karla lernt auf die harte Tour, dass es eben nicht einfach nur schwarz und weiß gibt. Da gibt es auch diese verdammten Grautöne und in denen muss sie sich plötzlich zurecht finden. Sie erfährt, auf wen sie sich wirklich verlassen kann und wer ihr ohne zu zögern ein Messer in den Rücken rammen würde. Die Erkenntnis, dass Freunde nicht gleich Freunde sind, reißt ihr den Boden unter den Füßen weg. Nur mit Mühe rappelt sie sich wieder auf. Ich mochte Karla von Anfang an. Ihre offene, ehrliche und leicht ruppige Art machten sie zu einem Charakter mit Ecken und Kanten. Sie ist nicht perfekt und das weiß sie auch.

Raoul Winter. Ein schwarzer Magier, der nicht immer „alleine“ ist. Er trägt ein Daimon in sich. Ich war fasziniert von der Symbiose, die diese beiden eingegangen sind, auch wenn es mich gleichzeitig abgestoßen hat. Es ist ein sehr zerstörerisches Zusammenleben, und Raoul begreift nicht, dass es ihn auf kurz oder lang umbringen wird. Aber auch er lernt viele neue Seiten an sich kennen und obwohl er sozusagen der Dunkle von beiden ist, fand ich ihn auch sofort sympathisch mit seiner leicht verschrobenen Art und der subtilen (nicht immer^^) Dekadenz, die er an den Tag legte. Raoul erfährt Dinge, die ihn beinahe umbringen, aber auch er muss erfahren, dass es nicht immer die alten Freunde sind, auf die man sich verlassen kann und das wahre Freunde auch da sind, wenn man nicht mit ihnen rechnet.

Die Geschichte als solche gleicht einem Labyrinth. Dachte ich endlich, dass ich verstanden hatte, um was es geht, überraschte Susanne mich mit einer Wendung, die ich nicht kommen sah. Dachte ich, ich hätte eine Figur endlich durchschaut, tat sie Dinge, die ich nie für möglich gehalten habe. Dachte ich, ich hab den Kern der Geschichte gefunden, schubste mich Susanne umher, drehte mich im Kreis, bis ich mich an einer anderen Stelle wiederfand und neu suchen musste.
Nichts war, wie es schien und alles war möglich. Manchmal trieb mich dieses Unwissen schon ziemlich in den Wahnsinn ;-) , aber genau deswegen liebe ich ja Susannes Geschichten: Sie sind nie so, wie man denkt! Auch „Last Days on Earth“ nicht. Ja, es geht um die letzten Tage der Erde. Nein, es geht nicht um den Weltuntergang im eigentlichen Sinne. Vielleicht geht es auch gar nicht wirklich darum?

Vielleicht geht es um die letzten Tage, die man auf der Erde als eine ganz andere Person verbringt, bevor man sich durch äußere und innere Einflüsse total verändert, um dann jemand ganz anders zu sein? Andere Ansichten, andere Meinungen. Man sieht bestimmte Dinge mit anderen Augen, weil man gelernt hat, eben nicht in Schwarz und Weiß zu denken, sondern auch die Grautöne zu betrachten und vor allem: Diese auch zu verstehen. Es geht nicht darum, was andere von einem halten oder wollen. Es geht darum, wer man selbst ist und wie man sich sieht. Was man möchte, wohin man möchte und was man aus den ganzen Situationen macht, die einem das Leben so vor die Füße wirft. Man darf sich nicht hängen lassen und wenn doch, dann muss man wieder aufstehen und kämpfen. Und es geht um das Wissen, dass Freunde immer da sind, auch wenn man sie nicht sieht. Dass Freunde nicht gleich Freunde sind. Unterstützung erhält man manchmal von Leuten, mit denen man gar nicht rechnete.
Das wichtigste, was ich aus der Geschichte mitgenommen hab: Nichts ist wie es scheint und Vorurteile sind überflüssig. :-D

Wenn ihr „Last Days on Earth“ lest, vergesst eure Erwartungen, werft mögliche Ideen, was passieren könnte, über Bord. Lasst euch auf die Geschichte ein, vertraut Susanne, dass sie weiß, was sie tut und vor allem: Urteilt nicht! Rätselt mit Karla und Raoul, aber seid euch niemals sicher! Denn nichts ist wie es scheint! Wirklich!



Wieder eine Geschichte von Susanne, die mich begeistern konnte, ohne dass ich damit gerechnet habe. Begeistert auf eine ganz andere Art, als ich dachte. Susanne versteht es, dass Unerwartete im Erwarteten zu zeigen. Ich weiß nicht, ob das alles bewusst geschieht, doch sie zaubert das Unmögliche in das Mögliche, lässt Dinge anders erscheinen, wie sie sind und bringt einem so ganz nebenbei auch noch zum Nachdenken. Einfach so. ;-)
Von mir für euch: Klare Leseempfehlung einer Fantasy-Geschichte, die vom Ende der Welt berichtet und doch so viel mehr erzählt!




Na, was vergebe ich hier? Ohne Frage und großes Überlegen: 5 von 5 Marken.

Liebe Grüße



(Das Copyright von Text & Bildmaterialien liegt bei den jeweiligen Verlagen und deren Autoren, die allesamt bei uns im Impressum erwähnt worden sind.)
5 mal erwischt
  1. Huch, das klingt erstaunlich gut und so Fantasymäßig. Das hätte man von Cover jetzt wirklich nicht gedacht :D

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  2. Hallo ihr beiden!

    Das klingt ja mal richtig spannend. Und auch ich muss sagen, dass ich das dem Cover gar nicht zugetraut hätte. Aber wie gesagt, man sollte nie mit zurechtgelegten Erwartungen an ein Buch herangehen.

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    1. Hey!

      Hm, erster Kommentar von mir ist verschwunden. Dann eben noch mal. :-D

      Auch ich hab bei dem Cover was anderes im Sinn gehabt. Da ich ja auch den KT nicht kannte, war ich über die ersten Fantasy-Aspekte echt überrascht! Aber positiv Überrascht! Susanne schreibt einfach tolle Fantasy, die aber nie überhand nimmt, sondern immer auch für mich als Nicht-wirklich-oft-und-gern-Fantasyleser greifbar bleibt!

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  3. Tolle Rezension! Mir gefällt die Aufmachung von deinem Blog richtig gut!!


    Ich folge dir übrigens via GFC und würde mich freuen, wenn du bei mir mal vorbei schauen würdest.

    Liebste Grüße aus Hamburg
    Jenny von http://jemasija8.blogspot.de/

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  4. Oha, das klingt ja mal richtig gut!
    Zwar würde ich Cover und Inhalt nicht so in Verbindung bringen, aber letztlich zählt ja das geschriebene Wort und das klingt wirklich sehr gut!
    *grad dabei ist ihre nicht-buch-kaufpläne über bord zu werfen*
    Ich merk es mir mal vor!
    :3

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