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5. April 2015

Whitechapel // SerienRezension







›Whitechapel‹ ist ganz klar eine der Serien, die das schafft, was die Deutschen nicht bzw. nur sehr, sehr, sehr selten hinbekommen: Witz mit Spannung und Anspruch verbinden, ohne dass es so wirkt, als hätte jemand einen grinsenden Elefantenkopf mit Sekundenkleber auf einen intellektuellen Mausekörper gepappt.

Ich will es gleich vorab verraten: Selten hat mich etwas so gut unterhalten wie diese vier Staffeln! Die folgenden Zeilen werden ein Lobgesang auf die Schauspieler, die Drehbücher, die Kameramänner, die Regisseure – auf einfach alles, selbst auf die Kostüme^^.
Ein absolutes Must-See für Fans der Serie ›Sherlock‹, wie ich finde.




PERFEKT! Rundum einfach nur perfekt. Standing Ovations meinerseits für den Cast! Es gab nicht einen Schauspieler, der mich nicht überzeugt hätte.

Rupert Penry-Jones als DI Joe Chandler – perfekt.  Mir fällt kein anderes Wort ein. (Der Londoner hat es schon nach der ersten Folge auf die Liste meiner zukünftigen Ex-Männer geschafft, leider musste ich ihn aber aufgrund diverser Handlungsverläufe in ›Spooks – Im Visier des MI5‹ (dort spielt er auch mit, ja) wieder von der Liste entfernen. Leider.)
Er verkörpert den unter Zwangsstörungen leidenden Inspektor hervorragend. Chandler ist stets umgeben von einer Aura aus Intelligenz, Einsamkeit und dieser gewissen Unsicherheit, die die Zwangsstörungen (die sich im Verlauf der Serie steigern) mit sich bringen.
Man hat es nicht schwer, ihn schon nach wenigen Minuten zu mögen, immerhin wird er von seinen neuen Untergebenen ziemlich gemobbt. Da blutet das Zuschauerherz und macht sich Empörung breit, man möchte ihn gern in den Arm nehmen und die strenge Krawatte an seinem Hals etwas lockern. Aber keine Angst, alles wird gut, denn am Schluss haben sich – vielleicht – alle lieb.

Detective Sergeant Ray Miles alias Philip Davis: perf… Okay, okay, ich bemühe den Thesaurus: einwandfrei, erstklassig, meisterhaft. Fünf von fünf Fernseher für Philip Davis‘ abgelieferte Leistung, fünf von fünf Fernseher für den Cast. 
Gegensätzlicher könnten Miles und sein Chef Chandler gar nicht sein – der eine jung, groß, stattlich, übertrieben ordentlich (und am Waschbecken festhängend, weil er nicht aufhören kann, sich die Hände zu waschen), der andere älter, klein, unrasiert, mit einer Vorliebe für Fastfood und stets so gekleidet, als hätte er in einem fremden Kleiderschrank gewühlt und einfach angezogen, was er in die Finger bekam; nichts sitzt richtig.
Man muss auch ihn einfach ins Herz schließen, ihn und seinen schwarzen Humor, die spitzen Bemerkungen, die Seitenhiebe gegen Chandler (während er seinem Chef dabei zusieht, wie der sich am Waschbecken mit seiner Neurose abmüht und nicht so recht entscheiden kann, was er nun beim Beobachten empfinden soll: Missfallen, oder vielleicht doch Mitgefühl?).

Und der Dritte im Bunde ist ganz klar der schrullige Hobby-Kriminologe, der ›Ripperologe‹ Edward Buchan, dargestellt vom brillanten Steve Pemberton (einigen wahrscheinlich bekannt aus der Comedy-Serie ›The League of Gentlemen‹), der Miles beinahe in den Wahnsinn treibt mit seinen Theorien. Denn DI Chandler glaubt Buchan, stellt ihn sogar später als Rechercheur ein, und das, obwohl Miles so vehement dagegenspricht.

Das geht hoch wie Dynamit! Es gab Szenen, da bekam ich vor Lachen keine Luft mehr, musste pausieren und mich erst einmal wieder beruhigen. Die Gesichter! Ich sage euch, achtet auf die Gesichter der drei! Ein einziges Freudenfeuer!
Besonders angetan hat es mir eine bestimmte Szene, nämlich die mit dem Esel in Staffel 2. Mehr darf ich nicht verraten, auch wenn ich es echt gern machen würde (Spoiler-Alarm!). Ich glaube, diese eine Szene habe ich mir an die zehn Mal hintereinander angesehen; Gutes muss man einfach genießen, nicht?!




 


In der ersten Staffel (hier der deutsche Trailer) dreht sich alles um Jack the Rippers Nachahmungstäter. Jedenfalls hintergründig. Im Vordergrund stehen die Auseinandersetzungen zwischen Chandler und seiner Truppe. Der unerfahrene Chandler, der ohnehin einen schlechten Start hatte, glaubt Buchan, dem Ripperologen, und macht sich damit noch unbeliebter. Man verlacht die beiden. Bis es zu weiteren Morden kommt und der Zusammenhang nicht mehr geleugnet werden kann. Dann ist sogar DS Miles bereit, seinen Irrtum einzugestehen, und es bahnt sich allmählich so etwas wie eine fruchtbare Zusammenarbeit an.

In der zweiten Staffel (hier der englische Trailer; einen deutschen konnte ich nicht finden) geht es um das Syndikat der Brüder Kray. Wieder gibt es Tote, und wieder ist Buchan zur Stelle, um auf historische Fälle aufmerksam zu machen und die Ermittlungen voranzutreiben.

Staffel drei (hier der englische Trailer) spaltet sich erstmals in drei verschiedene Fälle auf, wurde von drei auf sechs Episoden aufgestockt. Ihr erratet es: Es gibt sie wieder, die historische Parallele, und natürlich stellt sie Buchan her. Die Freundschaft zwischen Miles und Chandler gedeiht derweil, sie beginnen, sich zu vertrauen und zu unterstützen.

Staffel vier (hier der englische Trailer) gibt es anscheinend nur im Originalton, sie wurde wohl nie synchronisiert, zumindest konnte ich nichts finden. Das hat mich aber natürlich nicht daran gehindert, sie dennoch anzusehen^^. Und es spricht wieder einmal für Deutschlands miserable Fernsehkultur, denn welchen anderen Grund hätte Arte gehabt, die Serie abzusetzen, wenn nicht infolge schlechter Einschaltquoten?! Eine Schande, schlichtweg eine Schande …!
Staffel fünf existiert nicht. Obwohl die Serie in England sehr gute Einschaltquoten eingefahren hat und größtenteils von den Kritikern gefeiert wurde, wurde sie von ITV eingestellt. Gewisse Fragen bleiben deshalb offen, und das finde ich gar nicht gut, überhaupt nicht. Aber mich hat niemand gefragt (deshalb schmolle ich jetzt eine Runde).

Alle Staffel sind extrem spannend, phantasievoll, humoristisch, um nicht zu sagen: genial. Die Ideen, die Herangehensweise, die Bildverzerrungen, diese unheimliche, Schauder auslösende Atmosphäre, die Düsternis, die zwischendurch aufblitzenden Bilder … genial. Rundum.

Ich gehöre zu jenen, die sich keine Horror-Filme ansehen können, weil sie Memmen sind (und nachts noch angstfrei spazieren gehen möchten). Womöglich würden andere sagen, ›Whitechapel‹ sei kein bisschen gruselig. Ich jedenfalls habe mich gegruselt, vor allem ab der dritten Staffel, am meisten aber während der ersten Folgen der vierten. Hin und wieder musste ich vor dem Zubettgehen eine Doku über Einsiedlerkrebse anschauen, um es überhaupt hinaus in den dunklen Flur und in Richtung Schlafzimmer zu schaffen. Kurzum: Ich fand es mitunter wirklich unheimlich.




Fesselnde Fälle, unerwartete Handlungsverläufe, großartig konstruierte Storys, atypische Charaktere und deshalb unterhaltsame, manchmal groteske, meistens belustigende zwischenmenschliche Konflikte, drei spitzenmäßige Hauptdarsteller, und das alles versehen mit einer Prise Mystik, die aber stets in einer rationalen Erklärung mündet. Herausgekommen ist ein ästhetisches Gesamtkunstwerk, nicht zuletzt aufgrund der Leistungen der Regisseure und Kameramänner.
Fünf von fünf Fernseher meinerseits, ganz klar, und ich gehe sogar so weit, Tilly und Jack einen ihrer seltenen zusätzlichen Sterne zu klauen und ihn unter die Fernseher zu packen (danke, ihr beiden^^).
Mir bleibt nur noch zu sagen: Siehe, Deutschlands Fernsehwelt, DAS ist eine Krimi-Serie!



 



Herzlichst,
Eure begeisterte Joan Smith






(Das Copyright von Text & Bildmaterialien liegt bei den jeweiligen Verlagen und deren Autoren, die allesamt bei uns im Impressum erwähnt worden sind. Die hier verwendeten Bilder stammen von Amazon und Pixabay.)
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