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10. April 2015

"Unmensch" von Sönke Hansen // Rezension


https://www.facebook.com/sonke.hansen.902?fref=tshttp://www.amrun-verlag.de/sonke-hansen/http://www.amazon.de/Unmensch-S%C3%B6nke-Hansen/dp/3944729579


Das Dunkel der Welt erblickte Sönke Hansen 1980 in Schleswig Holstein. Seine Jugend verbrachte er an der Eastcoast, in dem malerischen Städtchen Eckernförde.
Aktuell lebt und schreibt er in Ochtendung, einem kleinen Dorf in Rheinland-Pfalz.

Mehr über den Autor erfahren unter www.soenke-hansen.de



Dem Journalisten Mark Dorn bietet sich die einmalige Gelegenheit, einen Serienkiller auf der Jagd zu begleiten. Doch die Sache eskaliert. Plötzlich klebt auch an Marks Händen Blut. Kann er den mordenden Unmenschen noch aufhalten? Will er es überhaupt?



Hammer! Das Cover ist wohl extra für die Geschichte gezeichnet worden und ich kann nur ein sagen: Es passt wie der Ar*** auf den Eimer! Wirklich! Gefällt mir richtig klasse und ist alles andere als Mainstream!



„Unmensch“ reizte mich durch seinen Klappentext. Was macht ein moralisch anständiger Mensch, wenn er die Chance seines Lebens serviert bekommt, aber seine Moral über Bord werfen muss? Geht ein Journalist an seine Grenzen - und darüber hinaus -, wenn er die Story seines Lebens schreiben könnte?
Diese Grundsatzmoralfrage beschäftigte mich sehr lange und ich war gespannt darauf, wie der Autor das wohl umgesetzt hatte.

Gleich zu Anfang wird man als Leser direkt in das Geschehen geworfen und bekommt einen ersten Ausblick auf bzw. Anblick eines Menschen, der auf der Suche des „Kicks“ eine Grenze überschreitet. Moral und Gewissen geben sich die Klinke in die Hand und ziehen zusammen in die nächste Bar ein, damit „Mensch“ handeln kann ohne darüber nachzudenken. Soll heißen:
Ein Mann beobachtet, wie ein anderer Mann einen Hund quält. Daraufhin greift erster Mann ein und zeigt dem zweiten Mann, wie es ist, wenn man die Beine gebrochen bekommt. Und noch einiges mehr, was ich mal aus jugendschutztechnischen Gründen unerwähnt lasse. ;-)
Jedenfalls denkt erster Mann, dass er genau damit seinen Kick endlich gefunden hat. Bestrafung, Selbstjustiz und der Kick. Alles gut. Scheinbar jedenfalls…

Der Anfang gefiel mir richtig gut. Auch wenn es wirklich eklig war (und noch ekliger wurde) fand ich mich sofort in der Geschichte wieder. Eine spannende Szene jagte die nächste, genau wie der Journalist den Serienkiller jagte. Es geht alles ziemlich schnell, was leider aber auch dazu führte, dass ich nicht ganz so warm mit den Protagonisten wurde. Mark Dorn, der Journalist der eben diesen Killer begleiten „darf“, ist ein vom Leben gebeutelter Mann. Das klingt abgedroschen, ist aber so. Er hat so ziemlich fiese Schicksalsschläge hinter sich, und an dem Punkt, an dem er beschließt dem Ganzen ein Ende zu setzen, taucht der Killer auf. Mark, als Extremjournalist sieht seine Chance und geht auf den „Ich begleite einen Serienkiller bei seiner … Arbeit“-Deal ein. Es ist ein ständiges hin und her zwischen Moral und Story, Übelkeit und Abgestumpftheit, Zweifel und Sicherheit. Mark ist unsere Hauptfigur, aber durch die Schnelligkeit, die die Geschichte an den Tag legt, geht dort ein bisschen das „Figuren erleben“ flöten.

Allerdings hat mich das gar nicht so gestört, denn die schnelle Erzählweise und der mitreißende Schreibstil machen das Herz der Geschichte aus und wenn man richtig reinbeißt, schmeckt man es gar nicht, das Mark oder auch sein bester Freund Kim Lücken in ihrem Leben aufweisen.
Kontinuierlich baut Sönke Hansen Spannung auf, jede Szene reizt ihr Potenzial dahingehend bis zum Ende aus und es fiel mir wirklich schwer, dass Buch wegzulegen. Es passiert noch nicht mal soo viel, sondern wirklich nur das, was im KT geschrieben wird. Und dennoch… ist man erst einmal drin, kommt nicht so leicht aus der Welt von Mark Dorn wieder raus.

Dann kam die Wende in der Geschichte!
Der große Twist, der Wow-Effekt, dieser „Oh mein Gott“-Moment, den jede gute Geschichte vorweisen sollte, damit Leser an der Stange bleibt.
Auch hier gab es dieses Wechselbad der Gefühle, oder sollte ich Wechselbad der Charaktere sagen? Ich hab lange überlegt, wie ich das jetzt hier rüber bringe. Ich will nicht spoilern, dass ist mal klar.  Allerdings kann ich diesen einen Punkt auch nicht ungesagt lassen, da meine Kritik auf ihm aufbaut.
Kurz gesagt: Die Wende innerhalb der Geschichte hat mir die restliche Geschichte „verdorben“. Ich hatte andere Erwartungen, geschürt durch den Klappentext und die wurden enttäuscht.

Die Geschichte blieb spannend, ohne Frage. Es war interessant zu sehen, wie ein Mensch dem Wahnsinn verfällt, wie er sich selbst und auch andere zerstören kann und das alles ohne seine Moral und sein Gewissen zu verlieren. Wie verschroben die Weltanschauung von manchen Einzelnen ist und wie stark man in der Gruppe sein kann, wenn man hinter einer Meinung steht. Und dennoch… es war nicht das, was ich wollte! Ich wollte eine moralische Grundsatzfrage verfolgen, die wohl nie jemand wirklich beantworten könnte.
Ich wollte keinen „Fight Club“. Diese Wende ist im Grunde genial und macht die Geschichte noch spannender. „Jeckyll vs. Hyde“. Aber meine blöden Erwartungen wollten davon nichts wissen, und fuhren beleidigt in einem Mustang davon, um sich in einem Bungalow zu verkriechen!

Der Ekelfaktor sollte an dieser Stelle auch mal kurz erwähnt werden.
Denn das hat Sönke Hansen wirklich drauf. Ekelhafte Folterszenen schreiben zu können kann man ihm nicht absprechen! Es war wie ein Unfall, dass alles zu lesen. Je mehr der Autor Blut spritzen lässt, desto mehr wollte ich das Buch zuschlagen, aber ich musste hinstarren! Ich musste zusehen! Durch diesen Unfall-Effekt zwang Sönke Hansen mich förmlich dazu, die ganze Zeit zuzuschauen und mir seine Genialität im Schreiben von wirklich, wirklich blutigen, ekelhaften, bis ins Detail beschriebenen Folterszenen anzutun.
Am Anfang musste ich tatsächlich schlucken. Je öfter so eine Szene aber auftauchte, desto mehr… gewöhnte ich mich daran.
Einerseits sind die Spannung und der Sprung in die Schnelligkeit der Geschichte von Anfang wirklich bezeichnend für die komplette Erzählung.
Bei den Folterszenen wäre es aber vielleicht nicht schlecht gewesen, wenn man etwas langsamer angefangen hätte, denn dann wäre der Effekt am Ende meiner Meinung nach noch Einschlagender gewesen.
Ist aber nur meine bescheidene Meinung und die hat bekanntlich nicht viel zu sagen. ^^



„Unmensch“ ist eine rasante Spritztour durch die tiefsten und blutigsten Abgründe der menschlichen Moral. Der Leser muss sich seinen eigenen Zweifeln stellen, seine Moral hinterfragen und das Gewissen gegebenenfalls ausschalten. Ein mitreißender Schreibstil, der durchweg neugierig auf mehr macht, trifft auf eine Idee, die laut KT moralisch Grenzwertig ist. ABER genau da ist das Problem, denn durch den KT könnten Erwartungen geschürt und aufgebaut werden, die die Geschichte am Ende nicht halten kann.
Diesmal nur eine bedingte Leseempfehlung. Man sollte den KT nicht vor der Geschichte lesen, dass hilft ungemein. Dem Autor und der Wirkung auf den Leser!




Ich glaube, dass es mir noch nie so schwer gefallen ist, hier eine Zahl zu nennen. Ich schwanke. Hin und her und hin und her. Was wahrscheinlich keiner wissen will. :-D


Also … ich muss mich mit Jack unterhalten, warum wir eigentlich keine halben Marken vergeben. Wie heißt es so schön? Im Zweifel immer für den Angeklagten, aber es ist nun einfach mal so, dass mich meine Erwartungen einfach nicht loslassen und ich ärger mich tierisch, dass es im Buch nicht so war, wie mir das der KT versprochen hat. Ich gebe gute 3 von 5 Marken, ABER sage extra dazu, dass das Buch wirklich lesenswert ist … wenn man den KT weglässt.


(Und sollte der KT eine Masche sein, um Verwirrung zu stiften und um den Effekt noch zu stärken, lieber Sönke, das hat deine Geschichte nicht nötig! Sie hinterlässt auch so einen bleibenden Eindruck! ;-) )



(Das Copyright von Text & Bildmaterialien liegt bei den jeweiligen Verlagen und deren Autoren, die allesamt bei uns im Impressum erwähnt worden sind.)
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