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24. März 2015

“Wir wollten nichts, wir wollten alles” von Sanne Munk Jensen & Glenn Ringtved // Rezension




Glenn Ringtved, 1968 in Usserod, Dänemark, geboren, gehört zu den bekanntesten dänischen Kinder- und Jugendbuchautoren und wurde für seine Bücher vielfach ausgezeichnet.


Sanne Munk Jensen, 1979 im dänischen Skagen geboren, studierte Medienwissenschaften und schreibt heute Romane und Drehbücher.


Lässt nicht los: Liebe, die absoluter nicht sein kann. Zwei Leichen werden aus dem Limfjord gezogen: Liam und Louise. Ihre Hände sind mit Handschellen aneinandergekettet. Alle Indizien weisen auf Selbstmord hin. Louises Eltern zerbrechen fast am Tod ihrer Tochter, doch ihr Vater klammert sich daran, die Wahrheit herauszufinden. Als er Louises Tagebuch findet, eröffnet sich ihm das Leben, das seine Tochter und Liam in den vergangenen Monaten geführt haben. Ein Roman, der unter die Haut geht: gewaltig und voller Sehnsucht mit einer Heldin voller Hingabe und einem Protagonist voller Widersprüche. In der Tradition der großen skandinavischen Autoren.



Wieder ein Buch aus dem Oetinger Verlag, das gegen den Mainstream mit seiner Erzählweise schwamm und mir rücksichtslos den Atem raubte. Als Jugendbuch bewahrte es gewisse Grenzen, verschonte mich aber nicht mit der bitteren Realität, die da auf die Protagonisten zuraste und grob wie ein Zug über mich als Leser aber auch die Charaktere als „Menschen“ rüberfuhr.

Der Tod begrüßte mich, öffnete mir die Tür zur Leichenhalle und lies mich innehalten und erschrocken auf zwei Tote starren, die per Handschellen miteinander verbunden waren. Eine Liebesgeschichte, die nur einen Ausweg bot und eine tote Protagonistin, die mir ihre Geschichte zu erzählen hatte. Und es war egal, dass ich eine Ahnung hatte, wie das alles passiert sein könnte, wie meine Meinung zu Beginn auf diese Tragödie ausfiel:
Es sollte gegen Ende alles keine Rolle mehr spielen.

Dabei kam ich die ersten 150 Seiten nur schwer mit der Darstellung der Ereignisse klar. Nicht, dass es in einem kompliziertem, experimentellem Erzählstil niedergeschrieben wurde, sondern WIE es aufgezeigt wurde: Louise, die bereits tote Hauptprotagonistin, ergriff das Wort, begleitete mich und die, die sie verlassen hatte.
Es wurde fortwährend von der Gegenwart in die Vergangenheit gesprungen, mir wurden Charaktere vorgestellt, wichtige Ereignisse traten ein, um aufzuzeigen, was alles passierte, wie es zustande kam, dass zwei junge Menschen Selbstmord begingen.

Ständiger Wechsel in Szenen, Vergangenheit, Gegenwart und ich musste oftmals Pausen einlegen, weil es nicht so bei mir ankommen wollte und es zu schnell erzählt wirkte. Ich sah durch Louis, wie sie Liam – der andere, tote Hauptprotagonist – kennen und lieben gelernt hatte. Wie ihr Leben sich durch diesen einen Menschen leider Gottes ins Negative wendete und ihre erste, große Liebe ihre Einzige sein sollte.

Ab der 150 Seite allerdings machte es endlich KLICK bei mir und ich war drinnen und nicht mehr genervt, wenn ich gerade noch den trauernden Vater begleitete und urplötzlich mit Louis und Liam ein Problem nach dem Nächsten durchlebte. Ich atmete und fühlte mit, hielt mir die Hand vor dem Mund, um meinen Schock Ausdruck zu verleihen. Litt, suchte mit dem Vater von Louise, welcher eine erstaunliche Entwicklung durchlebte, nach Antworten. Das ist auch einer der Dinge, die dieses Buch ausmachten: Die Entwicklungen einzelner Charakter, entstehend durch Szenarien, die sie prägten. Ich empfand, dass Louis & Liam gar nicht wirklich DER Mittelpunkt der Story waren, sondern einfach der erste Dominostein, der so vieles mit sich riss, bewegte und veränderte.

Liam und Louis kamen aus verschiedenen Welten, doch fehlte beiden vielleicht das Entscheidendste überhaupt:
Jemand, der für sie da war und der sie so liebte, wie sie nun mal waren.

Ich mochte Liam nicht. Meiner Meinung nach ist er genau der Typ, den ich – wäre Louis eine Freundin meinerseits gewesen – vor ihr beschützen würde. Dabei ist er kein Schläger, meint vieles nur Gut, zieht aber alle möglichen Probleme mit sich, die Louis Leben auf den Kopf stellen. Drogenkonsum und Verkauf, üble Typen und ein Leben, das man auf Dauer einfach nicht führen kann. Die erste große Liebe wurde hier so tragisch problematisch dargestellt, dass man sich unwiderruflich in Louis hineinversetzen konnte und sie ständig schütteln wollte.

Die Thematik an sich sollte sich wahrscheinlich auf diese „Liebe“ beziehen, aber je weiter die Geschichte vorangetrieben wurde, desto mehr rückten die Konsequenzen ihrer (Liam & Louise) Taten in den Vordergrund und Figuren, wie die trauernden Eltern, stahlen den Verstorbenen das Scheinwerferlicht. Und das war nicht mal verkehrt und schadete dem Buch, der Geschichte nicht, denn Louis selbst begleitete in der Gegenwart die Zurückgelassenen und hoffte, dass diese zur Ruhe kommen werden.


„Wir wollten nichts, wir wollten alles“ bewegte uns in einem Rausch, auf der Flucht vor dem Leben, vor Konsequenzen und Regeln. Lebten im Hier und Jetzt, opferten uns für die, die wir liebten, zerstörten dadurch immer mehr ein Teil unser selbst. Alles was zählte war das zusammen sein. Nur hat nicht jede Geschichte ein Happy End und hingegen einem Märchen fängt diese Geschichte erst richtig mit dem Ende am Anfang an.

Ein Jugendbuch, das nach und nach verstört, aber seine Grenzen kennt, um jugendliche Leser nicht vollkommen in einen depressiven Sog zu ziehen. Für mich eine klare Leseempfehlung, denn Bücher, wie diese, lassen einen noch nach Tagen darüber nachdenken. Ich kann nur erleichtert sagen, dass ich froh bin, dass meine Hoffnung auf gute Jugendbücher doch noch nicht verschwinden muss.




5 von 5 Marken!














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3 mal erwischt
  1. Guten Morgen,

    schön, dass dir "Wir wollten nichts. Wir wollten alles" so gut gefallen hat!
    Auch mich konnte die Geschichte in vielerlei Hinsicht bewegen!

    Ich muss sagen, dass ich Liam am Anfang falsch eingeschätzt habe und er mir nach anfänglichen Zweifeln ganz gut gefallen hat. Klar, er baut Mist, aber gerade dadurch werden Jugendlichen mögliche Konsequenzen aufgezeigt. Den der Strudel, denn das Ganze mit sich zieht - der ist zerstörend!
    Der Selbstmord hätte nicht sein müssen - hätten beide den Mut gehabt mit anderen zu reden - diese Botschaft habe ich zumindest rausgelesen.
    Allerdings gab es Aufgrund dieser Lösung von mir "nur" vier Kunos, weil ich die Befürchtung habe, dass bei depressiven Jungendlichen vielleicht die falsche Message rüberkommt?!

    Auch die unterschiedliche Trauerbewältigung war sehr realistisch und trägt sehr zum Buch bei. Alles in allem bin ich froh über dieses Buch! Ein großes Lob an die beiden Autoren sowie den Oetinger Verlag :)

    Liebste Grüße,
    Kasia

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    Antworten
    1. Noch mal zurückgekommen, um auch mal Glitzer zu schmeißen ;)

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  2. Juhu Jack Liebster,

    eine tolle Rezi und da bin ich doch gleich auch wieder froh, dass das Buch schon auf meiner Wu-Li Einzug halten durfte und auch dort (vorerst) verbleiben darf und nicht gekickt werden muss. Der Klappentext hatte mich schon gänzlich um den Finger gewickelt und es ist doch immer wieder schön zu hören wenn ein Buch auch halten kann was es verspricht.

    Es knuddelt und knutscht die ganz herzlich
    Janina

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