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11. März 2015

“Still – Chronik eines Mörders” von Thomas Raab // Rezension

 


 

Thomas Raab, geboren 1970, lebt nach abgeschlossenem Mathematik- und Sportstudium als Schriftsteller, Komponist und Musiker mit seiner Familie in Wien. Zahlreiche literarische und musikalische Nominierungen und Preise, zuletzt "Buchliebling" 2011 und Leo-Perutz-Preis 2013. Die Kriminalromane rund um den Restaurator Willibald Adrian Metzger zählen zu den erfolgreichsten in Österreich. Zwei davon wurden im Sommer 2014 für die ARD-Degeto mit Robert Palfrader in der Hauptrolle verfilmt.


Nur eines verschafft Karl Heidemann Erlösung von der unendlichen Qual des Lärms dieser Welt: die Stille des Todes. Blutig ist die Spur, die er in seinem Heimatdorf hinterlässt. Durch sein unfassbar sensibles Gehör hat er gelernt, sich lautlos wie ein Raubtier seinen Opfern zu nähern, nach Belieben das Geschenk des Todes zu bringen. Und doch findet er nie, wonach er sich sehnt: Liebe. Bis er auf einen Schatz stößt. Ein Schatz aus Fleisch und Blut. Ein Schatz, der alles ändert.

Ein berauschendes Leseerlebnis, aufwühlend, soghaft, eine virtuose literarische Komposition, die sich konsequent in den Dienst des Erzählten stellt.


Ich hab einiges erwartet, dieses Buch heiß ersehnt. Es sollte anders kommen, als gedacht. Diese Rezension wird nicht vollständig sein, für Verwirrung sorgen, ja eventuell könnte man auch denken: Hat Jack nicht mehr alle Tassen im Schrank? Die Antwort darauf ist: NATÜRLICH! Bei solch einem Buch kann man schwer die richtigen Worte finden, also hab ich einfach drauf losgetippt und teile nun, mit euch, das Resultat:

Thomas Raab baute mir als Leser einen nahezu unvorstellbaren Ort zum Aufwachsen eines Kindes auf, gefüllt mit dem Hauptdarsteller: Karl Heidemann. Ein Ort, den man verstehen, sich von Herrn Raab den Sinn dahinter aufzeigen lassen muss.

So vertraute ich ihm, wurde entführt in tiefster, stiller Dunkelheit, ließ mich das Leben mit den Augen und nicht mit den Ohren erleben. Ließ mich führen, verstehen & letzten Endes blieb ich zurück. Im Keller. Mit der Stille und meine Gedanken, die ich zu sortieren hatte. Aber ich war nicht alleine:

Karl Heidemann war bei mir. Still, aber ich begleitete ihn. Ein recht sonderbarer Junge, dessen ganzes, junges Leben anders verlief, als es für Kinder in seinem Alter üblich war. Und das drücke ich noch harmlos aus. Bereits im Bauch seiner Mutter prägte sich sein Charakter: Sein Gehör, überempfindlich, Schmerzbringend. Monatelanges Geschrei nach der Geburt, ohne den Grund dafür zu finden.
Eine Mutter, die in tiefe Depressionen verfällt und ihr Kind einfach nur „still“ um sich haben möchte. Keine Liebe zu erwarten – stattdessen Ablehnung und ihrer Ansicht nach Hass von ihrem eigenen Kind. Während Leser sich fragt, wie ein solch kleines Wesen einen Menschen so zerstören kann, wird später klar, dass die Mutter von Anfang an keine Chance hatte, Liebe von ihrem Kind zu bekommen. Nicht, weil das Kind es so wollte, sondern weil es sich so bereits in ihrem Bauch entwickelte. Thomas Raab lässt uns miterleben, wie entscheidende Dinge schon vor der Geburt festgelegt werden und sich im Laufe des Lebens in eine Richtung entwickeln, die für uns unvorstellbar, für das Kind hier aber nur dieser eine, richtige Weg ist.

Still ist keine leichte Lektüre. Nichts, was man nach dem Lesen abschließen, was man meiner Meinung nach einfach erklären kann. Thomas Raab beschäftigt sich mit einem Mörder – für andere – und dann steht da wieder dieser Junge, der die Dinge einfach falsch sieht. Falsch aufwuchs, oder sind wir am Ende falsch?!

Ich habe mich Wochen mit diesem Buch beschäftigt, starrte meine Gedanken wie auf einem Schachbrett an und überlegte meinen nächsten Zug. Und selbst jetzt bin ich mir nicht sicher, ob es die richtige Zeit, die richtigen Wörter sind. Still ist kein Meisterwerk, hat meiner Meinung nach etliche Schwächen, alleine deshalb, weil es sich vom kompletten Stil experimentell las und besonders gegen Anfangs nicht leicht zu verstehen war. Und das sind Dinge, die gehören einfach zum Stil des Autors, der sich seiner Geschichte anpasste. Trotz alledem gefiel es mir nicht, aber irgendwie kann ich nicht leugnen, dass ich eine merkwürdige Bewunderung gegenüber dem Autor empfinde.

Kritik findet ihr in jeder Seite, es sei denn, ihr lasst euch darauf ein, seid die seltene Zielgruppe, die sich damit auseinanderzusetzen weiß. Dann werdet ihr die Stille hier lieben und euch in der Dunkelheit wohlfühlen. Für mich war es von Beginn an eine Flucht aus diesem Ort, mit einem Fuß auf der letzten, obigen Stufe, hinaus in die Freiheit, aber Karl hielt meinen Knöchel fest, sodass ich ihn bis zum Schluss durch seine Taten „zuhörte“.  


So beeindruckend die Idee, so verstörend der Schreibstil im negativen sowie positiven Sinne war…. Es kam nicht bei mir an, was nicht schlimm ist, denn ich hab verstanden, mich damit auseinandergesetzt und meine Erfahrung hat sich um ein weiteres, andersartiges Werk erweitert. Dafür sage ich Danke und schließe nun endgültig mit „Still“ ab. Bereite mich auf das Verlassen des Kellers vor, blicke endgültig nicht mehr zurück. Sage Lebewohl Karl, und schaffe es endlich, die letzte Stufe in Richtung Kellertür zu erreichen und beide für immer zu verlassen.














(Das Copyright von Text & Bildmaterialien liegt bei den jeweiligen Verlagen und deren Autoren, die allesamt bei uns im Impressum erwähnt worden sind.)
13 mal erwischt
  1. Guten Morgen, Tilly!

    Das Buch hab ich auch schon länger im Blick, wann immer ich in die Buchhandlung gehe. Jetzt glaube ich allerdings, dass ich eher die Finger davon lassen werde. Ich würde es nicht abgeschreckt nennen, viel mehr hab ich durch deine Rezension den Eindruck bekommen, dass es im Augenblick einfach nicht in meine Leseliste passt. Ich scheue keine schwierigen Bücher, aber dafür muss man in Stimmung sein.
    Jedenfalls ist dir eine sehr beeindruckende Zusammenfassung deiner Eindrücke gelungen, für die ich mich bedanken möchte :)

    Wünsche dir (bzw. euch) eine schöne restliche Woche,
    liebe Grüße
    Ivy

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    1. Auch hier: JACK :D Tilly liest sowas nicht. ^^

      Es verfolgt einen irgendwie, oder? Die Werbung zum <Buch stimmt auf alle Fälle. ^^ Jaa...ich würde euch ja alle raten: kauft und lest es selbst...aber ganz ehrlich? Es ist nichts leichtes zu verdauen mit seiner ganzen Art... :/
      Dann bin ich gespannt, wenn du mal in diese Stimmung kommst. Sag mir da ruhig bescheid. ^.^ Ich stehe auf Berichte. :D

      Danke DIR für deine Meinung/Rückmeldung. :D Hat mich wirklich sehr erleichtert und gefreut. :D

      Liebe Grüße und dir auch, danke zum zweiten mal.
      ~ Jack

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  2. Ich war grad sehr neugierig, als ich die Rezi in meinem Blogroll aufplobben sah.
    Und ich bin fast froh, dass es dir auch nicht gefallen hat.
    Ich hatte mir wesentlich mehr davon erhofft, aber es hat mich ja auch nicht in den Bann gezogen :/

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    1. AMEN! Bin ich also nicht der Einzige gewesen...naja...ich fand ja Totenfrau in seiner eigenen Art GENIAL aber Still...neee... :/ Vielt. das nächste Buch. *Uns die Daumen drück*

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  3. Hallo Jackibaby xD

    Oh man was für eine Rezension xD
    Ich weiß gar nicht was ich sagen soll ... *stille breitet sich aus* ...
    Also mir graut es wirklich vor dem Buch. Ich will nicht in einen Keller und schon gar nicht mit Karl *angst bekomm*
    Ich muss auch sagen ich fühle mich momentan noch nicht bereit für das Buch. Die ganzen Rezensionen haben es mir ordentlich verdorben aber ich muss da definitiv noch durch. Bald ...
    Eine tolle Rezension mein Lieber :-*

    LG Sunny <3
    *drück dich*

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    1. SUNNYHONEY <3

      WAS FÜR EIN BUCH! Aber das wirst du ja selbst bald feststellen müssen. ^^ *Stille wird dich auch noch kriegen*
      Ich weiß was du meinst...ging mir genauso..aber die Stile wird noch kommen. Warts ab. ;)
      Danke dir. *drück dich*

      LG back
      ~ Jack

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  4. Ich habe das Buch gestern zugeklappt und war vorgestern bei einer Lesung von Thomas Raab. Ich weiß noch nocht wie ich meine Rezi formulieren soll, aber bei mir erhält das Buch mal sicher 4 Sterne, denn es bewegt, es hält meine Gedanken gefangen und ich mag auch den Schreibstil. Ich habe Thomas Raab schon vor 2 Jahren bei einer lesung gehört und hatte noch in keines seiner metzger krimis reingechnuppert, da ich schon hörte, dass er einen eigenen Schreibstil hat. Die Metzger Krimis will ich mit diesem Schreibstil nicht lesen, aber zu diesem Buch passt er einfach wirklich gut - finde ich ;)
    Rezi und Bericht zur Lesunf werden wohl nächste Woche auf meinen Blog zu lesen sein....
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. OHHH eine, der das Buch gefiel. Das freut mich für dich, und das du noch die Chance zu einer Lesung bekamst. :D Danke für deine Eindrücke, finde ich immer interessant zu beobachten. :D

      Liebe Grüße
      ~ Jack

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  5. Hallo Tilly!

    Chapeau! Eine grandiose Rezension!

    Nur dein Fazit verunsichert mich halt, soll ich es lesen oder nicht (ich werde es sowieso lesen, zu neugierig bin ich drauf). Jedenfalls erinnert es von der Handlung her ein wenig an "Das Parfum" und was es mit diesem experimentellen Schreibstil auf sich hat, kann ich mir einfach nicht vorstellen. Hilft nichts, die Erfahrung muss ich wohl selbst machen.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Immer noch Jack ^^

      DANKE DIR! Es fiel mir so schwer...aber sie kam anscheinend richtig bei euch an. :D

      Aso..ja...andere waren ja begeistert...Du weißt ja: Ich (Jack) kann es dir gerne leihen, wenn du dir selbst eine Meinung bilden möchtest. ;)

      Liebe Grüße zurück
      ~ Jack

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  6. Huhu Lieblings-Jack,

    ich hatte auch arg Schwierigkeiten das Gelesene in eine Kritik zu verpassen! Aber ich finde deine ist dir absolut gelungen! *Daumenhoch*
    Ich hatte einfach absolute Schwierigkeiten mit dem Schreibstil. Es las sich für mich wie eines der gehassten Pflichtlektüren im Deutschunterricht und fühlte mich leicht in meine Schulzeit versetzt. Allerdings ist es auch gerade dieser, der das Buch zu dem macht, was es ist! Der poetische Schreibstil passt einfach zu der Stille des Buches, welches aber wiederum im Kontrast zu den Taten steht, die jedoch wiederum in der Stille ausgeübt werden. Ach was rede ich hier....
    "Still" ist definitiv wieder ein Buch, dass die Bücherliebhaber spaltet. Entweder man liebt es oder man mag es nicht.
    Fühl dich gedrückt!
    <333

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    1. HEYYYYYYYYYYYYYYYY LIEBLINGS STEFFI <3

      ...es war wirklich schwer...ich weiß was du meinst...DANKE DIR! Ich hab bei solchen Büchern immer Panik aber am Ende schaffe ich es meistens gerade noch so. :)
      Genau! SCHÖN BESCHRIEBEN!!!..du redest genau das, was das Buch uns mitteilen will. Aber uns hat es einfach nicht packen können, andere widerum schon. :/ Schade um die Idee aber naja.

      Wie unsere Totenfrau! ich stehe ja auf die spaltenden Bücher. :D Wenn sie mir am Ende gefallen, wäre es perfekt. Danke für dein tolles Kommentar. :-*

      DU DICH AUCH <3
      ~ Jack

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  7. HALLO! TOLLE REZESSION UND SCHADE DASS DIR DASS BUCH NICHT SO TOLL GEFALEN HAT. VIELLEICHT IST DAS NÄCHSTE VON THOMAS RAAB JA BESSER. IST DAS NICHT SCHON ERSCHIENEN? ICH GLAUBE ES HEISST "NETZWERK ORANGE" UND SOLL SUPER WERDEN HAT MIR KATHI GESAGT. BEI HUG******* HAB ICHS ABER NOCH NICHT GESEHEN...

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