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23. Februar 2015

"Herrn Murmelsams Fieberträume" von Philipp Multhaupt // Rezension


http://www.periplaneta.com/Produkt/buecher/herrn-murmelsams-fiebertraeume/https://philippmulthaupt.wordpress.com/


Philipp Multhaupt wurde 1989 in Detmold geboren und schreibt – um gleich mit einem Klischee zu beginnen – seitdem er denken kann. Dem zweiten Klischee folgend, wusste er schon sehr früh, dass er nur Schriftsteller werden will und vielleicht studiert er genau deshalb auch seit 2009 Literaturwissenschaften an der Uni Tübingen. Als Kind versuchte er sich als der umbekümmerte Phantast, als Teenager driftete er in die dunkelpoetische Weltschmerzlyrik ab und heute schreibt er Geschichten, in denen die Grenze zwischen Fantasie und Wirklichkeit verschwimmt. Zu seinen Vorbildern zählen Michael Ende oder auch Jorge Luis Borges. Seit ein paar Jahren ist er in der baden-württembergischen Poetry-Slammer-Szene aktiv und konnte sich dreimal in Folge für die Landesmeisterschaften qualifizierten.



Einmal war Herr Murmelsam sehr krank. Im Fieberwahn ersann er die Kunst des knisternden Flüsterns, schwelgte in der Heimlichkeit der ersten Liebe und in der eisernen Schönheit der Einsamkeit. Er schenkte den Menschen die Knautschvögel und eines Nachts erfand er sogar den Mond.

Philipp Multhaupt erzählt Geschichten für Erwachsene, die im Herzen Kinder geblieben sind und sich heute noch trauen, an die Macht der Fantasie zu glauben.
Seine Helden sind vergessene Träumer in einer kalten, erstarrten Gesellschaft. Zwischen Luftschlössern und Irrlichtern suchen sie die Liebe, das Glück und ihren Weg. Sie entdecken das Besondere im Verborgenen. Und manchmal finden sie dabei auch sich selbst.



Vorab sei gesagt, dass Periplaneta ein Verlag ist, bei dem ein zweiter und auch ein dritter Blick lohnt. Durch einen glücklichen Zufall (oder war es Schicksal?) sind wir vor einiger Zeit über ihn gestolpert und ich bin einfach mal im Buchsortiment liegen geblieben.
Wer Bücher sucht, die man nicht in der breiten Masse findet und die alles andere als Mainstream sind, ist hier genau richtig!

Jetzt aber zum Buch. :-D


„Der Nachteil dabei, ein Genie zu sein, ist leider, dass man sich nicht aussuchen kann, um wie viel Uhr man eins ist.“
(© Philipp Multhaupt, Periplaneta)

 
„Herrn Murmelsams Fieberträume“ - ich gebe zu, ich hatte keine Ahnung was da auf mich zukommt. Keinerlei Erwartungen, keine Idee, keine noch so kleine Vorstellung, was mit dem Titel gemeint sein könnte. Dass ich dann auf Geschichten treffe, die so lieblich, wohlklingend, träumerisch mit einem Mondscheinlächeln daher kommen, während man über eine gepflanzte Stadt von der Arbeit nach Hause fliegt und der an den Himmel gemalte Mond alles bescheint -  DAMIT hätte ich nicht gerechnet!



„Und eine Vergangenheit, an die man sich nicht erinnert, die ist tot. Das Schönste an meiner waren die Träume und nichts ist schlimmer, als sich an Träume zu erinnern, die man längst weggeworfen hat.“
(© Philipp Multhaupt, Periplaneta)



Die Geschichten sind allesamt anders, und ich werde diesmal nicht auf jede einzelne eingehen. Selbst wenn ich es wollte, es ginge gar nicht.
Wie beschreibt man Geschichten, die so fantastisch zart sind, wie Eisblumen an einem Fenster? Die mit Mondschein gesponnen wurden, aus Saatkörner wuchsen oder einfach traumhaft poetisch sind? Es geht nicht, ich kann es nicht und ich schäme mich nicht, dass hier zuzugeben!



„Zwischen Hören und Zuhören ist ein himmelweiter Unterschied. Das ist wie Schmecken und Genießen. An Musik, der man zugehört hat, erinnert man sich und sie hat in der Erinnerung einen Ort, an den sie sich zurückziehen kann. Wenn aber niemand da ist, der zuhört, kann sie natürlich nirgendwo hin. Tja, und dann bleibt sie in ihrer Hilflosigkeit so lange in der Luft hängen, bis jemand ihr lauscht und ihr damit den Weg in die Erinnerung öffnet.“
(© Philipp Multhaupt, Periplaneta)



Es könnte sein, dass beim ersten Blick auf die Geschichte, beim ersten Lesen etwas befremden entsteht, ein leichtes verwirrtes Kopfschütteln. Hat der Autor nach alle Blumenblätter beisammen? Hier sollte nicht vorschnell geurteilt werden, denn die Geschichten offenbaren ihre eigentliche Substanz erst am Ende.
Es steckt viel mehr hinter ihnen, als es beim „einfachen“ lesen erscheint.

Der Autor wandelt auf einer schmalen Linie des Unbegreiflichen, Unwahrscheinlichen und Unglaublichen. Der Sinn hinter den Worten, hinter der grauen Fabrik, dem Löwenbändiger oder dem Geheimniserzähler ist viel tiefer, viel „normaler“, als die fiebertraumartigen Geschichten erahnen lassen.
Es geht im Grunde um ganz normale Menschen wie Du und ich einer sind, nur mit dem Unterschied, dass sie in ihrer eigenen bunten Welt leben. Unterdrückung, Auslachen, Unverständnis werden in klaren, verschlungenen und perfekt gewählten Worten ausgedrückt und übermittelt. Nur eben auf eine andere Art und Weise.



„Aber ich bin kein Phantastologe geworden und werde nie ein Wissenschaftler sein, weil jeder Wissenschaftler glauben muss, bevor er wissen kann. Wer sich nicht die Blöße gibt, an etwas zu glauben, wird nie herausfinden, ob er damit richtig oder falsch liegt, und weder, ob sich die Erde um die Sonne dreht, noch, wonach Wolken schmecken, kann er dann jemals wissen.“
(© Philipp Multhaupt, Periplaneta)



Philipp Multhaupt erinnert den Leser daran, die Welt mit anderen Augen sehen. Seine Fantasie einfach mal auf eine Reise zu schicken und nicht das Bunt im Grau zu übersehen. Mit dem Mond fliegen, den Löwen lächeln sehen und die Geschichte hinter der Geschichte sehen. Es gibt so viel mehr, dass sich neben uns abspielt, man muss es nur sehen.



Philipp Multhaupt ist ein Autor, denn ich auf jeden Fall im Auge behalten werde! Wer so gekonnt mit Mondscheinstrahlen Geschichten im Webstuhl der Fantasie weben kann, denn darf man nicht aus den Augen lassen!
Für alle Junggebliebene, für alle Fantasiereisende, für alle, die des Lesens mächtig sind, für alle, die zuhören können. Für ALLE die die gelben Blumen neben dem grauen Stein sehen und sich fragen, wie wohl eine Kirche aus Kornblumen aussieht!




Ich muss mich an dieser Stelle beim Autor direkt bedanken. Danke für eine Reise zu mir selbst, für eine Reise über den Horizont der Starrsinnigkeit, zurück in die Welt der Träume, die mit Fantasie gefüttert werden.
Volle 5 von 5 Marken von mir, dazu einen unserer Sterne, diesmal mit Mondscheinfarbe gemalt.


 


 




(Das Copyright von Text & Bildmaterialien liegt bei den jeweiligen Verlagen und deren Autoren, die allesamt bei uns im Impressum erwähnt worden sind.)
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