.sidebar h2{ text-align: center; }#layout #sidebar { display: none !important }/** * Suchfeld mit Lupe */ .searchfield{ position: relative; border: dotted 1px #D6D4D5; padding: 3px; background: url(https://googledrive.com/host/0Bz6HRVCs7oBaS0R2cTFvRDM4bzA/) no-repeat right; width: 150px; transition: .3s linear; font-family: Arial; } .searchfield:Focus{ border: solid 1px #D6D4D5; width: 170px; transition: .3s linear; } -->

14. Januar 2015

"Wind von Westen" von Cordula Broicher // Rezension



http://www.qindie.de/autorinnen/a-e/b/cordula-broicher/https://www.facebook.com/DieZeitdanachhttps://cordulabroicher.wordpress.com/http://www.amazon.de/Wind-von-Westen-Cordula-Broicher-ebook/dp/B00OXRW0E0/ref=sr_1_1?s=digital-text&ie=UTF8&qid=1415444138&sr=1-1&keywords=Wind+von+Westen 



Cordula Broicher wurde 1962 in Hessen geboren. Nach vielen Umzügen in ihrer Kindheit und Jugend wurde sie 1995 in der Schlossstadt Brühl endlich heimisch. Hier lebt sie mit Mann, zwei Kindern, Enkelsohn und Labradorhündin Paula. Bücher waren schon von klein auf ihre Möglichkeit des Rückzugs in eigene Welten, aus denen sie sich auch heute noch manches Mal schwer lösen kann. Ihre Zeit verbringt sie neben Beruf und Schreiben am liebsten mit Lesen oder genießt auf Hundespaziergängen die Natur in der Umgebung.



Niederwesseling 1793. Agnes, die junge Halfin des Kirchhofs, ist nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes gezwungen, sich so bald wie möglich neu zu vermählen. Die Wahl ihres Vaters Jakob Frings fällt auf Balthasar Broicher, den fünften Sohn eines wohlhabenden Halfen aus dem benachbarten Godorf. Die Zeiten sind unruhig. Die Alliierten pressen die letzten Heu- und Haferrationen aus den Bauern heraus, von Westen droht der Einmarsch der französischen Revolutionsarmee. Der Kirchhof ist schon seit langem verschuldet, doch nun drohen Einquartierungen und Repressalien den Menschen im Dorf ihre Lebensgrundlage zu entziehen. Das sind jedoch keine Gedanken, mit denen sich Balthasar dieser Tage beschäftigt, schon seit Jahren heimlich in Agnes verliebt, sieht er sich endlich am Ziel seiner Träume. Doch am Hochzeitstag schaut er nur in feindselige Gesichter. Wird er sich gegen Jakob Frings Tyrannei behaupten, und, vor allem, wird er das Herz seiner Frau erobern können?



Von Cordula Broicher hab ich nun ja schon einiges gelesen und es wurde von Buch zu Buch besser. „Wind von Westen“ geht allerdings in eine ganz andere Richtung, noch dazu historisch. Konnte die Autorin mich wieder überzeugen oder schwamm ich mit dem Hochwasser davon?

Die Geschichte handelt einerseits von Balthasar Broicher und seinem Weg, den er in einer schweren Zeit unbeirrbar beschreitet. Balthasar ist ein junger Mann, verliebt in eine Frau, die ihn kaum wahrnimmt. Als sich ihm die Chance bietet, einen Hof (samt Frau) zu übernehmen, greift er zu und stürzt sich in die Führung des Hofes. Allen Widrigkeiten zum Trotz beweist er nicht nur sich selbst, dass er mehr kann, als andere von ihm denken. Balthasar war für mich eine sehr interessante Figur. Er ist jung, unerfahren und will dennoch seinen eigenen Hof. Anfangs dachte ich, er fährt den Karren an die Wand und auf mich kommt eine tragische Geschichte zu. Allerdings zeigt Balthasar sehr bald, dass er Weitsicht besitzt, sehr klug ist und vor allem, dass er sich nicht unterkriegen lässt. Er kämpft für das, was ihm gehört, unterstützt die, die nichts haben und kümmert sich um die Seinen. Er ist ein herzensguter Mann, dem das Leben wohl gesonnen ist. Ich mochte ihn von Anfang an und fand seine Art zu denken und zu handeln sehr sympathisch und nachvollziehbar.

Andererseits handelt die Geschichte von Agnes. Agnes ist eine junge Frau, die schon Witwe ist und sich nun unbedingt neu verheiraten muss. Sie ist anfangs sehr verhalten gegenüber Balthasar, schließlich kennt sie ihn nicht und denkt, es geht ihm nur um den Hof. Agnes macht natürlich, was von ihr verlangt wird, schließlich hat sie zu damaliger Zeit gar keine andere Wahl. Schnell merkt sie aber, dass ihr nichts Besseres als Balthasar hätte passieren können. Agnes war für mich eine sehr sympathische Frau, die die Dinge so nimmt, wie sie eben sind und versucht daraus das Beste zu machen. Sie kann ordern, aber auch einstecken. Sie weiß, wo ihr Platz ist, versteckt sich aber dennoch nicht hinter ihrem Mann. Agnes hat ein genauso großes Herz wie Balthasar und auch in schweren Zeiten öffnen sie jedem die Tür, der Hilfe suchend daran klopft.

„Wind von Westen“ ist aber nicht nur die Geschichte von Balthasar und Agnes. Cordula Broicher lässt den Leser an etwas viel Größerem teilhaben. Sie zeigt uns, wie es ist, wenn man sich um etwas bemüht, was man unbedingt haben möchte. Wie viel Arbeit man in einen Lebenstraum stecken muss, und wie dann vielleicht die Belohnung aussieht. Sie zeigt uns, dass es sich lohnt, auch mal auf etwas zu verzichten, dass es sich lohnt, jedem die Tür zu öffnen, auch wenn die Leute unfreundlich sind. Das man auch Neuerungen gegenüber offen sein soll, denn man weiß nie, was es einem mal bringt. Außerdem soll man sich über das freuen, was man hat und nicht jemand anderem anfangen zu hassen, weil derjenige vielleicht mehr hat, als man selbst. Cordula Broicher zeigte mir als Leser, dass sehr viel in einem Menschen stecken kann, wenn man ihn einfach lässt und ihn nur soweit unterstützt, dass er sich selbst helfen kann. Der Glaube an das, was in dem Menschen steckt, kann mehr Antrieb sein, als jedes lobende Wort.

„Wind von Westen“ ist ein historischer Roman. Eigentlich lese ich nichts Historisches. Historisches ist trocken, langweilig und warum sollte ich das lesen? Ist doch eh schon vorbei. Vergangen und vergessen. Oder?
Eben nicht! Cordula Broicher erzählt zwar einen Teil der Geschichte, aber weder wird es langweilig, noch ist es trocken. Sie ließ mich durch ein Fenster blicken und an dem Geschehen teilhaben. Die Figuren waren real, authentisch und einfach liebenswert (die Netten, nicht die Bösen :-D ). Ich hörte Tilla lachen und Agnes schimpfen. Roch das frisch gekochte Essen, spürte den Wind und sah zu, wie der Winter kam und ging. Ich durfte teilhaben an einem Leben, das mir so real erschien, als wüsste Cordula ganz genau, dass es wirklich so passiert ist und sie erzählt es mir abends vor dem Kamin bei einer Tasse Tee. Ich war gefangen in der Geschichte der Geschichte.

Balthasar und Agnes führen den Hof, kümmern sich um Kinder (die eigenen und fremde) und ganz nebenher verläuft auch noch die französische Revolution. Soldaten gehen auf dem Hof ein und aus, jeder Bauer muss Teile seiner Ernte abgeben und zeitgleich auf Frau, Land und Vieh achten. Für mich ging es in erster Linie nicht um den Krieg und die Revolution, obwohl diese natürlich die Hintergrundgeschichte ausmacht. Für mich ging es um eine Familie, die zusammengeworfen wird und in schweren Zeiten mit Weitsicht und Bedacht handelt, um auch nach dem Krieg noch überleben zu können. Es muss nicht immer mit den Protagonisten bis zum bitteren Ende gehen, es funktioniert ganz gut, wenn es den Protagonisten einer Geschichte auch mal relativ gut geht und sie uns zeigen, wie man sich die Menschlichkeit bewahrt. Ich könnte mich jetzt hinstellen und sagen, dass an Balthasar und seinem neuen Hof der Krieg so ziemlich spurlos vorbeizieht. Aber so ganz stimmt das nicht. Denn an wem bitte zieht ein Krieg spurlos vorbei? Es muss nicht immer alles in Schutt und Asche liegen um Narben zu hinterlassen.
Cordula Broicher hat m. E. hier einen sehr eindrucksvollen Mittelweg beschritten, auf dem sie uns als Lesern einerseits zeigt, wie das Leben früher auf einem Halfenhof aussah, andererseits zeigt sie, wie die Menschen mit den Soldaten umgingen.

Das Ende. Zugegeben, es ist fantastisch und sehr passend für die Geschichte und Balthasar, Agnes und alle, die auf dem Hof leben. Für mich jedoch … kam es zu schnell. Ich hätte gerne noch mehr Zeit mit Tilla, Agnes und Johann verbracht. Und das ist durchaus kein Kritikpunkt! :-D


 

Eine historische Geschichte, die weder trocken noch langweilig ist, sondern vor Authentizität und Leben nur so sprüht. Ich kann „Wind von Westen“ jedem ans Herz legen, der gerne historische Geschichten liest, die einen Einblick in das „normale“ Leben der damaligen Zeit geben und von denen man dennoch viel lernen kann. Eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt und deren Protagonisten ich nur das Beste wünsche.




„Wind von Westen“ von Cordula Broicher bekommt von mir ohne Frage volle 
5 von 5 Marken!




(Das Copyright von Text & Bildmaterialien liegt bei den jeweiligen Verlagen und deren Autoren, die allesamt bei uns im Impressum erwähnt worden sind.)
0 mal erwischt

Kommentar veröffentlichen

Hallo ihr Lieben - hier könnt ihr alles loswerden, was euch so auf den Herzen liegt. ^.^ Wir versuchen auch so schnell wie möglich auf eure Kommentare zu antworten. :D

Labels

(26) 0 (5) 1 (13) 2 (27) 2 1/2 (1) 3 (63) 4 (122) 4 1/2 (1) 5 (178) A.P.P. (1) Aeternica (2) Aktion (4) Aktuell (28) Albrecht Knaus (1) Amrûn (34) Anthologie (23) Arena Verlag (2) arsEdition (2) Art Skript Phantastik Verlag (10) atb (1) Autorenleben (1) Balladine Publishing (1) Bastei Lübbe (6) Begedia (4) Beltz (1) Bianca Gastrezi (3) bittersweet (2) Blanvalet (4) Blog dein Buch (9) Blogtour (30) BlogtourKnigge (5) bloomoon (1) BOD (1) Boje (1) books2read (3) bookshouse (5) Bookspot (1) btb (1) btb Verlag (1) Buch des Monats (12) Buch vs. Film (3) Buchbesprechung (3) Buchmesse (6) Buchvorstellung (1) carl´s books (2) Carlsen (4) cbj (2) cbt (6) Challenge (6) Coppenrath Verlag (4) Cordula Broicher (1) Deuticke Verlag (1) Die Liga der Besonderen (5) dotbooks (2) dp (4) Drachenmond (8) Drama (1) Droemer (1) dumont (1) Dystopische Literatur (3) e-short (1) EDITION TAKUBA (1) Egmont INK (2) Eisermann Verlag (1) fantastic shades (1) Feelings (1) Fischer Sauerländer (2) FJB (5) Flashback (12) Gemeinsam Lesen (25) Gewinnspiel (60) Goldmann (8) HarperCollins (3) Heartbeat Books (1) Heyne (18) HEYNE Fliegt (9) Im.press (9) In Flagranti stellt vor (14) Indie (181) Indieversum (1) Interview (7) ivi (4) Jack (179) Jack & Tilly (111) Jane Doe (1) Jastina (1) Joan Smith (7) John Doe (4) Klappentext-Donnerstag (2) Knaur (11) Koios Verlag (3) Kolumne (8) LBM (1) Lesenacht (1) Leserunde (1) Lesung (1) Limes (2) Loewe (1) Lovelybooks Leserunde (22) Lucid Dreams (2) Luzifer Verlag (4) Lyx (2) Maibook (1) Mandala Verlag (1) MIRA Taschenbuch (2) Montagsfrage (1) Neues aus dem Indieversum (12) Neues Regalfutter (42) Oetinger (6) ohneohren (1) Papierverzierer Verlag (8) Penhaligon (3) Periplaneta (4) PIPER (4) Plaisir D´amour (1) PRovoke Media (1) Qindie (67) Ravensburger (2) Rezension (406) Romance Edition (1) rororo (1) Schnelle Nummer (5) SerienRezension (7) Siebenverlag (2) Sperling Verlag (1) Statistik (20) SuB Abbau (3) Sutton (1) Tag (7) Tilly (251) TTT (9) Ueberreuter (3) Ullstein (1) Update (1) Vorstellung (2) Weltenschmiede (2) Weltenwanderer (1) Wunsch der Woche (1) Zwischenpost (116)