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20. Oktober 2014

"Im Hause Longbourn" von Jo Baker / Rezension



Jo Baker wurde in Lancashire geboren und studierte an der Oxford University und der Queen’s University in Belfast, wo sie ihre Leidenschaft fürs Schreiben entdeckte. Seither veröffentlichte sie fünf Romane, die ihr in der Presse viel Lob einbrachten. Mit "Im Hause Longbourn" gelang ihr der internationale Durchbruch. Jo Baker lebt mit ihrer Familie in Lancaster.


Wiedersehen mit der Familie Bennet aus „Stolz und Vorurteil“

Ein Millionenpublikum liebt Jane Austens „Stolz und Vorurteil“, ihren berühmten Roman über die Sorgen der Familie Bennet, für die fünf Töchter geeignete Ehemänner zu finden. Doch niemand weiß, was sich in Küche und Stall des Hauses Longbourn abspielt: Hier müht sich die junge Sarah über Wäschebottichen und Töpfen ab. Aber sie hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass das Leben mehr für sie bereithält. Ist die Ankunft des neuen Hausdieners James ein Zeichen? Während Elizabeth Bennet und Mr Darcy von einem Missverständnis ins nächste stolpern, nimmt im Hause Longbourn noch ein ganz anderes Liebesdrama seinen Lauf – denn James hütet ein Geheimnis von großer Sprengkraft.


Jo Baker erzählt Jane Austens bekanntesten Roman von einer ganz anderen Seite: der der Dienstboten. Und zeigt, dass deren Dramen jenen der Herrschaften in nichts nachstehen.


Wer „Stolz und Vorurteil“ kennt, weiß, was „Im Hause Longbourn“ passiert. Eigentlich und vielleicht aber auch doch nicht. Ich bin ein riesen Jane Austen-Fan und liebe Elizabeth und Mr. Darcy und dennoch konnte mich meine Begeisterung für das Original nicht auf den Inhalt dieses Buches vorbereiten. Wieso? Weshalb? Warum? …

Vergesst alles, was ihr über dieses Buch denkt. Jane Austen-Romantik: Fehlanzeige! Das „Ich will sofort meinen Mr. Darcy“-Gefühl: Nicht hier! „Im Hause Longbourn“ blickt hinter die Kulissen des Bennet-Haushaltes und zeigt, wie schmutzig und dreckig die Zeit damals wirklich war. Hat man „Stolz und Vorurteil“ gelesen ist der Verstand verklärt von einer Vorstellung, wie das Leben früher war. Longbourn schafft diese Vorstellungen ab! Und das ist gut so!

Wir begleiten während der Geschichte Sarah, das Dienstmädchen, das im Hause der Bennets zusammen mit Polly und Mr. und Mrs. Hill arbeitet. Die Geschichte ist eine ganz andere, aber dennoch kommen alte Bekannte vor: Mr. Bingley, Mr. Darcy und auch sonst alle anderen, die in dem Original vorhanden sind. Die Geschichte um Lizzy und Darcy spielt sich im Hintergrund ab und ist dennoch wichtig für unsere Hauptprotagonistin.

Sarah ist, nachdem ihre Eltern gestorben waren, in ein Waisenhaus gekommen, um dann bei Mrs. Hill als Hilfe zu landen. Sie schrubbt die schmutzigen Kleider der jungen Damen, muss bei Wind und Wetter in die Stadt laufen, weil irgendetwas für einen Ball fehlt. Muss am Morgen noch vor allen anderen aufstehen um das Wasser zu holen, zu heizen, Frühstück zu machen und geht als letzte ins Bett, wenn die Familie zu später Stunde von einem Ball kommt und Hilfe beim auskleiden braucht. Sarah hat einen Knochen-Job und ich denke mal, für das, was sie dafür bekommen hat, würde das heutzutage keiner mehr machen. Die Bennets nehmen es als gegeben hin und behandeln sie (wenn auch ungewollt oder unbedacht) manchmal recht respektlos und stellenweise sehr herablassend. Dieses Klassendenken hat mich wirklich erschreckt. Dieses „seid froh, dass ihr Essen und Unterkunft habt“- Gefühl, was auch von Mrs. Hill vermittelt wird. Sie weiß, dass die Mädchen nie etwas anderes machen werden, als für Fremde den Nachttopf ausleeren und versucht, dafür Dankbarkeit zu vermitteln. Sarah kann dem auf Dauer nichts abgewinnen. Was ich verstehen kann.

Sarah ist jung und will das, was alle jungen Damen irgendwann erleben: Die Liebe. Aber wie soll sie das machen, wenn sie nur in der Waschküche steht und alle möglichen Flecken mit Lauge aus neuem, teurem Stoff schrubben muss? Wie soll jemand auf sie aufmerksam werden, wenn sie die getragenen Kleider der jungen Damen geschenkt bekommt, diese aber nie anziehen kann, weil sie sonst schmutzig werden? Sarah ist unzufrieden. Sie will mehr vom Leben als für andere putzen. Andere Bedienen oder sich Schikanieren zu lassen. Sie weiß, dass sie Arbeit braucht und ist auch dankbar, dass sie welche hat, erwartet für sich selbst aber dennoch einfach mehr, als Mrs. Hill ihr prophezeit.

In Longbourn sieht man nicht die schillernde Liebesgeschichte, sondern wie die Figuren überhaupt dazu kommen, so schillernd zu sein. Ich sah, wie es möglich ist, dass sich Mrs. Bennet nur darum Sorgen machen kann ihre Töchter zu verheiraten. Wie es möglich ist, dass die jungen Damen „nur“ herumsitzen und Sticken, Briefe schreiben oder umherspazieren. Es ist nur möglich, weil alle anfallenden Arbeiten von jemand anders erledigt werden. Es sind die Bediensteten, die den Haushalt am Laufen halten und das wird hier sehr fantastisch, sehr eindrucksvoll und sehr authentisch dargestellt.

Wer nichts dagegen hat, mal einen Blick hinter das schöne Leben der Bennets zu werfen. Wer nichts dagegen hat, im Dreck zu wühlen, für andere zu putzen und zu kochen, der ist mit „Im Hause Longbourn“ perfekt bedient. Ich liebe „Stolz und Vorurteil“ noch immer, sehe die ganze Geschichte aber mittlerweile anders. Ich sehe, was die Angestellten für einen Knochenjob haben und achte auf andere Dinge als vorher.

Natürlich ist die Geschichte keine reine, fantastisch recherchierte Sachbuchhandlung. Auch Sarah hat mit ihren Gefühlen zu kämpfen, muss Entscheidungen treffen, die zu Groß erscheinen, als das sie diese bewältigen kann. Ich hab mit ihr gelitten, mich mit ihr Verliebt und habe die Enttäuschungen mit erhobenem Haupt über mich ergehen lassen. „Im Hause Longbourn“ ist NICHT „Stolz und Vorurteil“! Es ist die Geschichte von Sarah, die diese Geschichte überhaupt erst möglich gemacht hat.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich dann dennoch: Die meisten wissen, wie „Stolz und Vorurteil“ ausgeht. In dieser Geschichte hier, geht es noch ein bisschen weiter und die Autorin lässt Lizzy selbst auch noch mal zu Wort kommen. Und das hat mich gestört, denn so wie die Autorin Lizzy darstellt, wurde sie von Jane Austen nicht wiedergegeben. Lizzy wollte nie so sein, wie Darcy sie haben wollte. Und doch wird das vermittelt, jedenfalls gegen Ende.

Das Ende war schön. Wirklich und ganz einfach schön. Ich hab mich für Sarah gefreut, nachdem sie sehr lange leiden musste und fand, dass das Ende nicht hätte besser für sie ausgehen können.


Wer Lizzy und Darcy gern gelesen hat, für den ist „Im Hause Longbourn“ ein must read! Wen die Zeit von Jane Austen faszinierend findet, muss dieses Buch lesen. Für alle anderen würde ich fast sagen, lest vielleicht erst „Stolz und Vorurteil“, bevor ihr diese Geschichte lest. Erstens spoilert ihr euch sonst selbst und zweitens ist der Blick hinter die schmutzigen Kulissen erst dann lohnenswert, wenn man weiß, wie hübsch es eigentlich davor dargestellt wird.
Jo Baker macht Jane Austen alle Ehre und hat mit „Im Hause Longbourn“ eine Geschichte geschaffen, die sich sehen lassen kann und die man gelesen haben muss, wenn man sich für Austen, Lizzy und Darcy interessiert.




 

So, nun mag mich manch einer kleinlich nennen, aber die Darstellung von Lizzy gegen Ende fand ich wirklich unschön, übertrieben und falsch. Deswegen gibt es von mir 4 von 5 Marken, aber dennoch eine Leseempfehlung!

 




(Das Copyright von Text & Bildmaterialien liegt bei den jeweiligen Verlagen und deren Autoren, die allesamt bei uns im Impressum erwähnt worden sind.)
8 mal erwischt
  1. Uuuh, das klingt ja spannend! Ich persönlich stehe ja auf die etwas schmutzigeren, etwas lebensechteren Darstellungen der damaligen - heute zum Teil SEHR romantisierten - Zeit.
    Stolz und Vorurteil hat mir (leider) gar nicht gefallen, aber ich glaube das hier wäre was!
    (btw : kommt nur mir der Preis, besonders fürs Hörbuch, sehr teuer vor??)

    <3

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  2. Huch! Das klingt ja interessant. Gut, zuerst "Stolz und Vorurteil" lesen und dann schaue ich mir dieses Werk näher an.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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  3. HI!
    Ich habe "Stolz und Vorurteil" auch geliebt und "Im Hause Longbourn" steht auch schon seit einer Weile auf meinem Wunschzettel. Deine Rezi bestätigt mir noch mal, dass ich es wirklich unbedingt lesen sollte ^^.

    LG Puppette

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  4. Hatte es schon auf dem Zettel (klar, als Austen-Fan!) und jetzt freu ich mich drauf.

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  5. Ich glaube, das Buch ist nichts für mich! ^^ Ich habe aber vermutlich schon allein "Stolz und Vorurteil" ganz anders aufgefasst. ;) Für mich ist es eigentlich keine schillernde Liebesgeschichte, sondern die Geschichte einer jungen Frau, die sich in den gesellschaftlichen Konventionen ihrer Zeit nicht wohlfühlt und aus diesen ausbrechen möchte. Dass die "feinen Damen" da nur rumsitzen und sticken, habe ich auch weniger als romantisch-verklärtes Bild dieser Zeit, sondern eher als Kritik an die damalige Gesellschaft gesehen, die es Frauen ja quasi untersagt hat, zu studieren, ernsthafte Berufe auszuüben und überhaupt eine relevante Rolle in der Gesellschaft einzunehmen. Aber bevor ich jetzt zu weit aushole, ich hätte bei dem Buch vermutlich nur geschimpft wie Rohrspatz, weil ich irgendwie selten damit zurecht komme, wenn Autoren bekannte literarische Figuren neu verwursten! ;)

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  6. OMG. Ich muss wohl dieses Buch lesen, da führt kein Weg vorbei!
    Gerade die Hintergründe und das "Dreckige", finde ich wahnsinnig spannend!
    Aber ich kann schon jetzt sagen, dass mir dieses "Ich lasse mal Lizzie zu Wort kommen" nicht gefallen wird. Entweder man macht so ein Hintergrundsding oder nicht und nicht mal das und dann wieder etwas Anderes >.<

    Sehr tolle Rezension :)

    Liebe Grüße

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