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13. August 2014

"Bis zum letzten Tropfen" von Mindy McGinnis / Rezension



Mindy McGinnis beschäftigt sich ununterbrochen mit Büchern und Geschichten: Wenn sie nicht gerade schreibt, arbeitet sie in einer Bibliothek. Ihre zweite Leidenschaft gehört dem Überleben in der Wildnis. Sie kocht gern Konserven ein, musste sich bisher aber noch nie außerhalb der Zivilisation behaupten. Mindy McGinnis lebt in Ohio.


Nach einer Choleraepidemie und dem Zusammenbruch der Zivilisation ist sauberes Wasser das wertvollste Gut. Die sechzehnjährige Lynn hat schon früh gelernt, es um jeden Preis zu verteidigen. Gemeinsam mit ihrer Mutter bewohnt sie ein einsames Farmhaus und verbringt ihre Tage damit, Brennholz und Nahrung zu beschaffen. Und den Teich hinter dem Haus vor durstigen Eindringlingen zu schützen. Als eines Tages ein Fremder auftaucht und Lynn und ihre Mutter Fußspuren um den Teich herum entdecken, wird ihnen sofort klar, dass jemand ihre geheime Quelle entdeckt hat. Der Ernstfall, auf den Lynn seit Jahren vorbereitet ist, scheint einzutreten. Eigentlich hat sie keine Angst. Doch dann wird ihre Mutter von Kojoten schwer verletzt. Und Lynn muss sich in den umliegenden Siedlungen Hilfe suchen, denn allein kann sie die Farm nicht retten.


Das Cover hat mir persönlich sehr gut gefallen! Es spiegelt die Atmosphäre, die fast durchweg in diesem Buch herrscht, perfekt wieder. Düsternis, Trockenheit und eine Person gegen den scheinbaren Rest der Welt. Als Einstieg in die Geschichte ist dieses Cover wirklich klasse!


Was würde ich machen, wenn es kein Trinkwasser mehr auf der Welt gäbe?
Wie würde ich mich verhalten, wenn ich 16 Jahre lang nur mit meiner Mutter zusammen in einem Keller gehaust habe und alle anderen Menschen für mich der Feind sind?
Inwieweit bin ich bereit mich zu ändern, wenn meine Mutter stirbt und ich plötzlich auf mich alleine gestellt bin? Wenn mein gesamtes Weltbild zusammenbricht und ich feststellen muss, dass eben nicht jeder der Feind ist?
Ich weiß es nicht. Ganz einfach. Und ihr?

„Bis zum letzten Tropfen“ von Mindy McGinnis klingt auf den ersten Blick wie eine neue Dystopie. Oder wie ein neuer Endzeit-Roman. Was macht die Menschheit, wenn ihnen plötzlich das Süßwasser ausgeht und man nur noch gegen viel Geld welches in gesicherten Städten bekommen, vorausgesetzt, man wohnt dort. Eindeutig Dystopie, oder? Fehlt nur noch die rebellierende Person und es kann losgehen. Tja, meine Lieben. Falsch gedacht.
Dann ist es also eindeutig eine Endzeit-Geschichte, denn die Menschen, die nicht in einer Stadt leben, müssen sich ja irgendwie durchkämpfen. Schließlich ist die Welt sozusagen am A****, so ganz ohne Wasser und mit Cholera. Wieder falsch.

Meiner Meinung nach ist es weder das eine, noch das andere. Aber fangen wir am Anfang an, damit ihr versteht, wie ich das meine.

Die Geschichte beginnt damit, wie Lynn, die Hauptprotagonistin, sich daran erinnert, wie sie ihren ersten Mann erschossen hatte, der zu ihrem Weiher wollte.
Dieses verteidigt sie seit 16 Jahren mit ihrer Mutter. Jeder, der sich dem Haus und/oder dem Weiher nähert, wird ohne zu Fragen erschossen. Egal ob Mensch oder Tier. Seit 16 Jahren kennt Lynn nur ihre Mutter und den Nachbarn, den sie nur durch das Fernglas sehen kann. Ihre Mutter hat ihr beigebracht, wie man Wasser reinigt, da es durch Keime verseucht sein kann. Niemand hat mehr fließendes, sauberes Trinkwasser, da das durch irgendein Ereignis knapp geworden ist. Lynn kennt nichts anderes, als Eimerweise das Wasser aus dem Weiher zu holen, dann durch Hitze zu reinigen um es dann trinken zu können. Holz für den Winter sammeln und so viel Essbares zusammenzutragen, sodass man irgendwie über die Runden kommt. Gemüse einkochen, Rehe schießen. Ihre Welt ist sehr klein und geprägt von Gewalt. Keine Fragen stellen, schießen. Lynn ist hart, ihre Mutter ist härter. Und dann stirbt ihre Mutter.

Es klingt jetzt vielleicht hart, aber das war das Beste, was Lynn passieren konnte. Sie nähert sich langsam dem Nachbarn an, kommt mit ihm ins Gespräch und merkt recht schnell, dass gar nicht alle der Feind schlechthin sind.
Stebbs bringt sie dazu, die Flüssler aufzusuchen. Drei Menschen, die sich an der Flussbiegung niedergelassen haben und schon so gut wie tot sind. Lynn nimmt ein kleines Mädchen auf, weil die Mutter dezent Wahnsinnig ist und der Onkel Eli, der in Lynns Alter ist, sich nicht um beide kümmern kann.
Nach und nach entdeckt Lynn ihr Gewissen, ihre gute Seite und natürlich ihre Gefühle für Eli. Sie ist noch nie einem Jungen in ihrem Alter begegnet. Die Flüssler sind aus der Stadt geflohen, weil die Frau schwanger war, aber in der Stadt darf jeder Mann nur ein Kind zeugen. Frauen dürfen zwei Kinder bekommen, aber mit zwei verschiedenen Männern. Jedenfalls sorgt Stebbs durch Reden und Gesten dafür, das Lynn Mitgefühl, Mitleid und auch den Sinn hinter „sich helfen“ entdeckt und umsetzt. Nicht jeder ist der Feind und wenn man selbst gibt und hilft, bekommt man das auch zurück. Hat ein bisschen was von Karma.

Für mich war am eindrucksvollsten, wie Lynn sich entwickelt. Schießt sie am Anfang alles und jeden über den Haufen, erkennt sie langsam, dass das nicht der Weg ist, den sie gehen möchte. Sie ist und bleibt alleine, wenn sie so weiter macht. Eigentlich will sie das kleine Mädchen nicht aufnehmen, kümmert sich dann aber mit Stebbs liebevoll um sie. Sie will den Flüsslern nicht helfen, verliebt sich dann aber und kämpft für ihre Sicherheit.

Diese Entwicklung ging langsam von statten und war umso beeindruckender, da Lynn schließlich 16 Jahre nichts anderes kannte als schießen und töten. Der Weiher muss verteidigt werden, da man ohne Wasser stirbt. So hat es ihr ihre Mutter beigebracht, so ist sie aufgewachsen. Dass es auch anders geht, lernt sie langsam, merkt aber, dass es ihr damit besser geht. Das man in der Gemeinschaft besser verteidigen kann, besser leben kann. Das man überhaupt ein Leben hat, und nicht einfach nur überlebt.

Natürlich gibt es einen Antagonisten, einen Gegner, gegen den sich Lynn behaupten muss. Im Süden, in einer leerstehenden kleinen Stadt hat sich eine Gruppe Plünderer niedergelassen, die jeden und alles ausrauben, nur um damit zu handeln. Jeder soll auf sie angewiesen sein, damit alle nur noch zu ihnen kommen, wenn sie etwas brauchen. Der Tauschhandel ist im Grunde nicht schlechtes, aber diese Männer tauschen waren auch gegen ein bisschen Zeit mit einer Frau. Sie stehlen, morden und denken, sie dürfen das. Lynn muss sich entscheiden, ob sie bei ihrem Weiher bleibt, oder ob sie dabei hilft, allen Leuten, die am Fluss leben, das Leben zu erleichtern. Eigentlich ist das keine schwere Frage. Für Lynn, die nichts anderes kennt, als Misstrauen und Gewalt, ist das wohl die schwerste Frage überhaupt.

Was ist das hier nun? Dystopie? Endzeit? Gar nichts von allem, sag ich.
Es geht darum, in einer Welt, die nun mal ist, wie sie ist, zu sich selbst finden. Es geht darum, Möglichkeiten aufzutun, um nicht gewaltsam zu überleben, sondern friedlich zu leben und sich weiter zu entwickeln.
Es geht darum, seine Menschlichkeit nicht zu verlieren und wenn es darum geht, ist es egal, ob es eine Dystopie, eine Endzeitgeschichte oder ein Liebesroman ist.

„Bis zum letzten Tropfen“ ist eine Geschichte, die nach der Endzeitphase spielt, die nach der Dystopie kommt. Eine Geschichte über die Entwicklung, wenn alles schon den Bach herunter gegangen ist. Ein eindrucksvolles Erlebnis über den Moment, in dem die Menschen mit dem Wiederaufbau anfangen.

Einen kleinen Kritikpunkt hab ich aber dennoch, auch wenn mich die Geschichte als solche wirklich begeistern konnte.
Und zwar bekomme ich als Leser nur die Gegend um Lynns Weiher, ihrem Haus, Stebbs Hütte, die Hütte der Flüssler und einen Teil der kleinen Stadt zu sehen. Von anderen bekommt Lynn erzählt, wie es in der großen, gesicherten Stadt zugeht.
Entargo“ ist nicht unbedingt das Paradies, wie es scheint. Aber das sehe ich als Leser nicht, ich höre es nur. Ich bin ganz auf Lynn fixiert, weiß und sehe nicht mehr als sie.
Das ist einerseits gut, da ich viel mehr an ihrer Entwicklung teilhaben kann.
Andererseits ist das schlecht, da ich als Leser nun nicht weiß, warum das Süßwasser überhaupt knapp geworden ist, warum man Trinkwasser nur in der Stadt bekommt und warum man sein eigenes Wasser, wenn man denn welches hat, mit allem verteidigen muss, was man hat.
Ich kenne das Schlüsselereignis nicht, das dazu geführt hat, dass Lynn 16 Jahre alleine mit ihrer Mutter den Weiher verteidigt hat. Ihre Mutter kennt die andere Zeit noch, in der das Wasser aus der Leitung kam. Zu Zeiten der Mutter war alles normal, und dann war das Wasser knapp und schließlich weg. Aber warum? Das weiß ich leider auch am Ende der Geschichte noch nicht.


„Bis zum letzten Tropfen“ ist eine Geschichte darüber, wie Menschen, die gegen alles gekämpft haben, zurück zu ihrer Menschlichkeit finden. Wenn man Endzeitromane liest, erfährt man, wie die Menschen sich entwickeln (müssen) um zu überleben. „Bis zum letzten Tropfen“ ist das Gegenteil davon, denn diese Menschen haben nichts mehr und müssen nun lernen, wieder eine Gemeinschaft aufzubauen. Ein sehr eindrucksvolles Buch, bei dem der Kern der Geschichte tiefer liegt, als man auf dem ersten Blick zu sehen glaubt. Klare Leseempfehlung, auch wenn man älter als 14 Jahre ist. ^^



„Bis zum letzten Tropfen“ bekommt von mir 5 von 5 Marken. Den Umstand, dass ich das „Wieso“ des Wasserverschwindes nicht kenne, kreide ich nicht der Autorin an, denn darum geht es in der Geschichte nicht. Wenn man sich darüber im Klaren ist, ist alles in Ordnung. Und für meine Neugierde kann die Autorin nun wirklich nichts. ^^










(Das Copyright von Text & Bildmaterialien liegt bei den jeweiligen Verlagen und deren Autoren, die allesamt bei uns im Impressum erwähnt worden sind.)
8 mal erwischt
  1. Moin =)

    Das Buch geistert schon die ganze Zeit in meinem Kopf herum. Irgendwie hat es meine Aufmerksamkeit erregt, obwohl das hier bei euch die erste Rezi ist, die ich dazu lese.
    Thematisch absolut auf meiner Wellenlänge und es gefällt mir auch wie es sich deiner Meinung nach etwas abhebt.
    Aber ich finde es immer sehr schade, wenn man zu wenig über die Hintergründe und das große Ganze erfährt.
    Ich werde das Buch trotzdem im Auge behalten, für den Fall, dass es meinen Weg kreuzt =)

    LG
    Anja

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    1. Mahlzeit. :-D

      Was die Hintergründe angeht, gebe ich dir voll Recht. Ich mag das auch gar nicht, ABER ich habe erst im Nachhinein erfahren, dass es einen zweiten Teil geben wird. Also denke ich, dass wir noch Hoffnung haben dürfen.
      Allerdings sind die Hintergründe, wenn man sich nur auf die Grundgeschichte fokussiert, wirklich in diesem Moment nicht soo wichtig. Und vielleicht erfährt man ja doch noch was im nächsten Band. :-)

      LG
      Tilly

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  2. Vielen Dank für die ausführliche Buchbesprechung, das Buch reizt mich. Ich merke es mir.

    Lg, Nicole

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    1. Gern geschehen, Nicole! Das Buch hat wirklich mehr zu bieten, als man vielleicht auf den ersten Blick denkt. :-)

      LG
      Tilly

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  3. Hallo Tilly,

    eine wirklich tolle Rezi. Ich mochte das Buch auch richtig gern, werde aber einen Punkt weniger vergeben. :)
    Interessant, dass es noch einen zweiten Band geben soll.

    Lg
    Micha

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    1. Ja, das fand ich auch interessant, dass es noch einen Band geben soll. Ich fand das eigentlich so abgeschlossen, irgendwie.

      Ui, da werd ich gleich mal gucken, was du geschrieben hast. :-)

      LG
      Tilly

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  4. Mir hat das Buch auch gefallen =)
    Ich finde es irgendwie total faszinierend.. Wie du ansprichst: Was ist eigentlich mit dem wasser? Hat die Regierung die Finger im Spiel? Das alles spielt total am Rande, man erlebt hier eine Geschichte abseits der Haupthandlung und genau DAS macht das Buch zu etwas wirklich Besonderem. Toll =)

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    1. Da hast du sowas von Recht! Das sich das alles nur auf die kleine Umgebung um den Weiher konzentriert hat, hat die Geschichte für mich auch richtig besonders gemacht! Vielleicht erfährt man ja aber im zweiten Band dann doch noch etwas mehr, über das ganze drumherum. :-)

      LG
      Tilly

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