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16. Juli 2014

"The Undead" von Anne Reef / Rezension




Anne Reef wuchs in einem kleinen Dorf im Spessart auf, wo sie eine sehr glückliche Kindheit verbrachte. Schön früh entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Schreiben und verfasste während ihrer Grund- und Realschulzeit meist Kurzgeschichten und -romane, bevor sie sich umfassenderen Werken widmete. Seit dem Abschluss ihrer Ausbildung arbeitet sie hauptberuflich als Bürokauffrau. Zu ihren bevorzugten Genres zählen vor allem Horror, aber auch Fantasy.


Untote prägen das Bild der Gegenwart und lassen die Lebenden jegliche Moral über Bord werfen. Was passiert, wenn es nur noch um das nackte Überleben geht?
Als die Zombieapokalypse ausbricht, haben Jennifer und ihr Bruder Chris nur eine Möglichkeit: Sie packen ihre Sachen und versuchen, mit dem was sie haben, zu überleben. Ziemlich bald stellen sie fest, dass sie dabei über Leichen gehen müssen. Andere Überlebende sind nicht nur wichtige Verbündete – sondern auch erbarmungslose Gegner – auf der verzweifelten Suche nach Waffen und Lebensmitteln.
Sorgen, welche den Mitarbeitern einer geheimen Forschungseinrichtung unbekannt sind. In scheinbarer Sicherheit versuchen sie mit unmoralischen Experimenten dem Virus auf die Schliche zu kommen.
Doch die Wege beider Parteien kreuzen sich …


Mich persönlich hat genau dieses Cover zu der Geschichte gelockt, denn mittlerweile findet man ja auch bei den Zombiestory-Cover einen gewissen Einheitsbrei. Ich kann gar nicht genau den Finger darauf legen, aber das Cover hat mir gefallen. Erinnert vielleicht ein bisschen an "The Walking Dead", aber nur, wenn man kleinlich sein will. Und das wollen wir ja nicht. ;-) Es strahlt ein bisschen diese Düsternis und Hoffnungslosigkeit aus, die in meinen Augen zu jeder Zombiegeschichte dazugehören muss.


Ich fasse Inhalt und Meinung zusammen. Der Klappentext sagt schon genug aus und da muss ich nicht noch mehr Infos einstreuen. Schließlich sollt ihr ja auch noch selbst lesen. Aber das nur mal vorab.
Wie ihr sicherlich alle nun schon mehrfach mitbekommen habt, bin ich ein riesengroßer Zombie-Fan. *rääääääääw*
Es ist schwer, neue Zombiebücher zu finden. Man kann das Rad nicht neu erfinden und ich gebe es zu, ich steh auf die klassischen "wir verfaulen irgendwann und sind untote Fressmaschinen"-Zombies. Zombies, denen man Intelligenz zuspricht, sind nicht mein Ding.
Natürlich gibt es da noch einige Abstufung: Mutationen, Genmanipulation, verzögerte Aktivierung des Zombievirus, etc. Bevor ich jetzt einen Zombie-Fachartikel verfasse, wenden wir uns einfach mal der Geschichte zu. ;-)
Konnte Anne Reef mich mit ihrer Zombie-Geschichte begeistern? Beißen wir uns durch …

Den ersten großen Pluspunkt, den diese Geschichte sofort und ohne Wiederrede von mir erhielt, ging an den Handlungsort und die Welt als solche. Ich finde, es gibt viel zu wenig Z-Geschichten die in Deutschland spielen, deswegen freue ich mich immer wieder, wenn ich eine gefunden habe. Es wird zwar nur hin und wieder erwähnt, wo sich die Protagonisten gerade befinden, aber ich konnte immer herauslesen, dass sie eindeutig in Deutschland sind und nicht zufällt sonst wo gelandet waren. Davon ausgehend kommen wir gleich mal zu den Schauplätzen. 

Natürlich ist es auch an dieser Stelle nicht einfach, irgendwas neu zu erfinden. Jeder, der auf Zombies steht, hat mindestens schon einen Film gesehen und/oder ein Buch gelesen und weiß, wie die Welt nach so einer Apokalypse ausschaut. Es ist auch nicht das neuerfinden des Chaos, dass hier Aufsehen erregt, sondern der Realismus, mit dem die Autorin an die ganze Sache heran geht. Die Geschichte beginnt damit, dass Jenny, ihr Bruder Chris und Kumpel Steve mit den Evakuierungsbussen aus der Stadt verschwinden wollen. Und genau das klappt nicht. Alles geht schief. Ich als Leser konnte von Anfang an zuschauen, wie die Welt vor die Hunde …äh, Zombies ging und das fand ich sehr Eindrucksvoll. Niemand kann mir sagen, ob das auch wirklich so passieren würde, aber ich nehme es der Autorin ab, ohne irgendeinen Zweifel. Und das ist eigentlich das Beste, was sie mit ihren Schilderungen der zerstörten Welt erreichen kann: Das ich ihr glaube!

Jenny ist die Hauptprotagonistin. Sie ist fast 30 Jahre alt, steht mitten im Leben und hat, soweit ich weiß, keine nennenswerten psychischen Schäden. Sie wohnt mit ihrem Bruder Chris zusammen und flieht mit ihm und Steve, als die Aktion mit den Bussen schief läuft.
Jenny ist im Grunde eine starke Persönlichkeit, die sich mit einem Zombievirus auseinander setzen muss.

Dass es plötzlich Zombies gibt nehmen sie und ihre Freunde sofort als gegeben hin. Das rechne ich der Autorin ganz hoch an, den oftmals liest man Z-Geschichten, aus denen klar hervorgeht, was Sache ist, aber die Figuren nicht klar benennen, mit was sie es zu tun haben 

("Oh mein Gott! Der Mann, dem ich gerade dreimal in die Brust geschossen habe, läuft immer noch und fängt an, meine Freunde zu fressen! Was ist das nur?"). 

Völliger Schwachsinn, wie ich finde. Das konnte man vielleicht in Romero´s Kindheit noch schreiben, aber in unserer Zeit ist doch wohl der Gedanke kaum noch abwegig. Ich denke, dass es auch diese Akzeptanz ist, die Jenny oftmals das Leben rettet. Sie ist nicht erstarrt vor Angst und wundert sich über die seltsamen Figuren, sondern holt aus und spaltet ihnen den Kopf. Es heißt nicht "Leben und leben lassen", sondern "Wer zuerst schießt, überlebt". Ganz einfach. Jenny akzeptiert zwar sofort die Zombies, aber gerade zu Anfang fällt sie Entscheidung, die mich nur den Kopf schütteln ließen, oder benimmt sich, als wäre sie 16 und das alles nur ein Spiel. Sie schreit ihren Bruder an, streitet mit ihm und will unbedingt mit auf Plünderungstour, obwohl sie nicht zu den Zombies will. Dieses Verhaltens-Karussell ging mir ganz schön auf die Nerven. Ist sie in dem einen Moment Verständnisvoll und bringt sich ein, hat fantastische Ideen und reagiert, wie man eben so reagiert, wenn Untote herumlaufen, ist sie im nächsten Moment ein kleines, störrisches Mädchen, dass keine Vorräte zusammen packen will. Es ging auch eine ganze Weile, bis sich das gelegt hatte. Danach war Jenny mit eine der eindrucksvollsten Figuren innerhalb der Geschichte. Sie trifft harte Entscheidung, tut Dinge, die sie wahrscheinlich niemals getan hätte, aber "was muss, das muss" heißt es in der neuen von Zombies bevölkerten Welt.

Ich möchte hier nicht alle Figuren aufzählen, die Anne Reef in ihrer Geschichte auftauchen lässt. Das würde wohl etwas den Rahmen sprengen, aber ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass alle wirklich glaubhaft sind. Manche, wie Jenny, brauchen ein bisschen, um sich selbst in die Geschichte einzufinden. Andere bewegen sich zwischen den Zombies, als hätten sie nie etwas anderes getan. Diese Charakter-Vielfalt und Verschiedenheit sorgt für Ausgleich untereinander und natürlich auch Konflikte und Reiberein innerhalb der Gruppe. Die Autorin beschreibt nicht einfach nur eine apokalyptische Welt, sondern zeigt, wie vollkommen fremde Menschen zu einer Gruppe mit Problemen zusammenwachsen, die trotz verschiedenen Meinungen loyal sind, wenn es darauf ankommt.

Es gibt noch eine Sache, die ich gerne zu "The Undead" sagen möchte. Ich kann mir vorstellen, dass viele schnell dieses Buch weglegen. Nicht weil es langweilig ist (manchmal gibt es eben auch ruhige Phasen in einer zerstörten Welt, das macht sie glaubhafter), sondern weil ein sehr großer Teil der Geschichte äußerst brutal und verdammt blutig ist. Die Menschen sind oftmals gewissenlos und handeln nur nach ihrem eigenen Überlebensinstinkt. Es wird erst geschossen, und dann gefragt. Verräter werden umgebracht ohne zu diskutieren und die Zombies werden abgeschlachtet. So einfach ist das. Ich finde aber, dass man diesen Umstand, dass Anne Reef ihre Figuren stellenweise Skrupellos, Brutal und Gefühlskalt darstellt, ihr nicht negativ ankreiden kann. Bevor man dieses Buch liest, sollte man sich vielleicht Fragen:

Wie benehme ich mich, in einer Welt, in der nur der Stärke überlebt?
Und der Stärkere ist in dem Fall derjenige, der eben zuerst schießt. Ich denke, niemand kann aus erster Hand berichten, wie es ist und wie man sich entwickelt, wenn man mit Zombies "Umgang" pflegt. Von daher finde ich, dass die Autorin hier eine Lebensweise der Figuren aufzeigt, die gar nicht so abwegig ist. Inwiefern hat man denn noch Zeit Gefühlsduselig zu werden, wenn ein Zombie mal knabbern möchte? Oder wenn fremde Menschen einen eine Waffe an den Kopf halten? Mit reden kommt man da sicherlich nicht weit. Lange Rede, mir gefällt, wie die Figuren sich entwickeln und auch hier kann ich sagen, dass ich es Anne Reef einfach abnehme, dass die Figuren so werden, wie sie eben werden. Ich glaube ihr, dass die Menschlichkeit manchmal zurücktreten muss, um dem Überlebensinstinkt Platz zu machen.
Es wird nichts verschönert und dieser schonungslose Realismus ist das, was die Geschichte besonders macht.

Das Ende, nun ja. Neben "blutig und brutal" ist es recht offen. Ich hab mich tierisch geärgert, dass es schon vorbei war und warte nun ganz (un)geduldig auf die Fortsetzung.


Wer auf Zombies steht, ist hier genau richtig. Wer sich nicht an kaltem Realismus, blutiger Brutalität und fehlender Gefühlsduselei stört, sollte unbedingt zu "The Undead" greifen. Anne Reef hat hier eine Geschichte geschaffen, in die ich ihr ohne zu zögern gefolgt bin, einfach weil ich ihr Glaube, dass es so ist, wie es eben ist. Dass schaffen nicht viele!



"The Undead-Der Anfang vom Ende" von Anne Reef bekommt von mir 4 von 5 Marken. Es hat einfach zu lange gedauert, dass ich mit Jenny warm wurde. Sie war gerade zu Anfang viel zu Verhaltensflexibel, sodass mir immer noch ganz schwindelig ist.











(Das Copyright von Text & Bildmaterialien liegt bei den jeweiligen Verlagen und deren Autoren, die allesamt bei uns im Impressum erwähnt worden sind.)
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