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6. Juni 2014

"Die Zeit danach" von Cordula Broicher / Rezension



Cordula Broicher wurde 1962 in Hessen geboren. Nach vielen Umzügen in ihrer Kindheit und Jugend wurde sie 1995 in der schönen Schlossstadt Brühl endlich heimisch. Hier lebt sie mit Mann, zwei Kindern, Enkelsohn und Labradorhündin Paula. Bücher waren schon von klein auf ihre Möglichkeit des Rückzugs in eigene Welten, aus denen sie sich auch heute noch manches Mal schwer lösen kann. Ihre Zeit verbringt sie neben Beruf und Schreiben am liebsten mit Lesen oder genießt auf Hundespaziergängen die Natur in der Umgebung.



Auch zehn Monate nach dem Tod ihres Mannes quält sich Anna Kaspers immer noch mit Selbstvorwürfen. Was hat den erfolgreichen Zülpicher Internisten in den Selbstmord getrieben? Und warum hat er keinen Abschiedsbrief hinterlassen? Und vor allem: Hätte sie seinen Tod verhindern können? Was ihren Freundinnen nicht gelang, schafft schließlich Thomas Wegener, der Anna aus ihrer Endlosschleife von Selbstvorwürfen und Grübeleien reißt. Doch als sie endlich glaubt, mit der Vergangenheit abschließen zu können, steht die Polizei vor ihrer Tür und ihre schlimmsten Befürchtungen werden wahr.


Das Erste, was mir bei diesem Buch ins Auge gefallen ist:
Auf dem Cover von "Die Zeit danach" steht "Spannungsroman". Ich muss ehrlich sein, ich konnte am Anfang nicht viel damit anfangen, denn irgendwie gibt es ja in jeder Geschichte Spannung auf die eine oder andere Art und Weise. Als ich zu lesen begann und dann immer weiter in die Geschichte eintauchte, dachte ich, dass es ein Krimi sein müsse. In dem Moment, als die letzte Seite gelesen war, das letzte Wort in Gedanken verklungen, wusste ich, was ich hier gelesen hatte. Und es war keins von beiden. Aber beginnen wir am Anfang.

Der Beginn der Geschichte hatte mich sofort gepackt und ließ mich nicht wieder los. Ich musste wissen, was um Anna Kaspers, die Hauptprotagonistin, los ist. Cordula Broicher schafft es ohne Probleme, mich als Leser in ihren Bann zu ziehen und sorgt mit einer wirklich lebhaften, bildgewaltigen, farbenfrohen Sprache dafür, dass man ihren angenehm weichen und natürlichen Schreibstil in sich aufsaugen will. Cordula Broichers Erzählweise ist so einprägsam, dass ich auch nach etwas längeren Lesepausen problemlos wieder in die Geschichte rein fand und direkt von der Handlung gefangen genommen wurde. Als hätte ich in einem Film auf Pause gedrückt und würde ihn nun weiter laufen lassen.

Natürlich hab es hier Spannung, auch wenn ich persönlich fand, dass diese nicht unbedingt die meiste Aufmerksamkeit benötigte. Sie war vorhanden und hielt sich bis zum Ende hin konstant auf gleicher Höhe. Nach einer Weile des Lesens war mir zwar klar, auf was die Geschichte am Ende hinauslaufen sollte.Aaber dennoch war der Weg bis zum Ende hin so interessant und realistisch erzählt, dass es mir eine Freude war, ihn mit Anna bis zum Schluss gehen zu dürfen.

Die Hauptprotagonistin, Anna Kaspers, ist eine gestandene Frau in der Blüte ihres Lebens, die einen schweren Schicksalsschlag verarbeiten muss. Ihr Mann hat sich vor fast einem Jahr das Leben genommen, ohne Abschiedsbrief oder sonst dergleichen. Schuldgefühle und Selbstzweifel prallen auf Lebensfreude und Hoffnung. Die seelischen, inneren Prozesse, die in Anna ablaufen und zu ihrer Entwicklung beitragen, sind offen und für mich jederzeit nachvollziehbar gewesen. Es ist erstaunlich, wie glaubhaft und realistisch die Gefühlsebene hier in die "normale" Handlung mit eingewoben wurde, um letztendlich fest vernäht zu werden. 
Aus dem Seelenleben, dem Familienleben und dem Liebesleben wurde ein Quilt, auf dem die Farben explodieren und sich mit Sorgen und Problemen mischen, nur um am Ende zu einem perfekten großen Ganzen zu werden. Ein Quilt, den man an die Wand hängt und bei jedem betrachten etwas Neues entdeckt.

Ein ganz großer Pluspunkt von meiner Seite her ist das Alter der Protagonistin. Anna ist 46 Jahre jung und steht mitten im Leben. Sie hat viel erlebt, gesehen und weiß, was sie will. Sie ist keine Frau, die sich einfach mal schnell auf etwas einlässt und so dauert es auch eine Weile, bis Thomas ihr näherkommt. Gerade diese Vorsicht hat sie in meinen Augen noch sympathischer gemacht. 

Es gab zwar diese Funken und das Gefühl der gegenseitigen Anziehung (oder des Ausziehens? ;-) ), aber es wurde überlegt. Soll ich das wirklich tun? Kann ich das überhaupt? Bin ich bereit dafür? Diese Entwicklung dauert die komplette Geschichte über und sorgt dafür, dass der Roman zu etwas ganz Besonderem wird. Keine 16jährige Einzelgängerin, die seltsam ist und sich in den hübschesten Typen auf dem Planeten verliebt. 
Nein, es ist eine Frau, die zu ihrem Alter steht, die das eine oder andere Fältchen hat und dennoch ohne Probleme zu einem Freiluftkonzert geht. Sie schämt sich nicht, Anna genießt das Leben und das kommt bei "Die Zeit danach" viel ergreifender und einprägsamer rüber, als das es auch nur eine Teenieschnulze hätte schreiben können.

"Die Zeit danach" ist weder Spannungsroman noch Krimi, auch keine Liebesgeschichte im eigentlichen Sinne. Es ist die Entwicklung einer Frau, die nach vielen Jahren gleichgültiger Ehe, einem unerwarteten Schicksalsschlag und einer nervenaufreibenden Zeit danach endlich wieder zu sich selbst findet. 
Eine Frau, die ihr eigenes Selbst in frühen Jahren verloren hat. Aufopferung für Mann, Kinder, Haus, Arbeit und dennoch war sie zufrieden. Nicht unbedingt glücklich, aber sie wusste, was sie hatte und das hat sie geschätzt. Und trotzdem merkt sie, dass es weiter geht, gehen muss. Dass das Leben nicht einfach aufhört und man nach dem Tod eines geliebten Menschen nur existiert, sondern dass man sich selbst auch weiterentwickelt kann, sogar muss, um nicht unterzugehen in alten Gewohnheiten, Schuldgefühlen und unangebrachten Selbstzweifeln.

Cordula Broicher beweist nicht nur bei ihrem Schreibstil und des Seelenlebens von Anna, dass sie ein großes Repertoire an Möglichkeiten und verschiedenen Facetten ihr Eigen nennt. Alle Nebencharaktere, egal wie oft sie auftreten, besitzen ihre eigene Tiefe. Geprägt durch Macken und Eigenheiten sind sie genauso wichtig für die Handlung, wie Garn für einen Quilt. Annas Töchter könnten verschiedener nicht sein und dennoch liest man heraus, dass sie sich lieben, egal was passiert. 

Zusammenhalt gibt es auch zwischen Anna und ihren zwei besten Freundinnen, auch wenn sie sich zu einer davon mehr hingezogen fühlt. Aber es geht uns ja nicht anders. Nicht mit jedem kann man alles besprechen, weil die Menschen einfach verschieden sind. Jeder hat andere Stärken und Schwächen und genau das betont die Autorin hier perfekt durch die Aktionen und Interaktionen der Figuren.

Am Ende möchte ich noch meine allerliebste Lieblingsfigur erwähnen: Snoopy. Ich denke, mehr muss ich dazu nicht sagen. :-D


"Die Zeit danach" war für mich eine einzige, große Lesebereicherung. Ich habe es geliebt, Anna auf ihrer Reise zu sich selbst zu begleiten und zu sehen, was für eine Entwicklung sie in ihrem Inneren durchmacht. Es war erfrischend, von einer Frau zu lesen, die schon viel erlebt hat und die mit beiden Beinen fest im Leben steht. Cordula Broicher wartet hier mit einem Schreib- und Erzählstil auf, der mir persönlich aus der Seele sprach und durch den ich mitten in die farbenfrohe Geschichte gezogen wurde.

Jeder, der sich für eine ganze Weile sehr gut unterhalten möchte, der sich in den bunten Farben der Quilts verlieren kann und dem eine gestanden Frau keine Angst macht, ist bei Cordula Broicher und ihrer Geschichte um "Die Zeit danach" genau richtig. 



"Die Zeit danach" von Cordula Broicher bekommt von mir ohne Frage 5 von 5 Marken. 



Zusatz:
Ein herzliches Dank für das Korrigieren dieser Qindie - Rezension an:
Kathleen Stemmler




(Das Copyright von Text & Bildmaterialien liegt bei den jeweiligen Verlagen und deren Autoren, die allesamt bei uns im Impressum erwähnt worden sind.)
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