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16. Mai 2014

"Zwischenreich - Der Mond ist nah" von Coco Sturmbrust / Rezension



Coco Sturmbrust wurde 1985 geboren und hat in ihrem jungen und doch bewegten Leben bereits mehrere Berufe ausgeübt, die alle nichts mit dem klassischen Schriftstellertum zu tun hatten. Und dennoch fand sie zum Schreiben.




"Zwischenreich" ist ein düsteres, dystopisches Fantasy-Epos über eine grausame Welt. In dieser Welt gibt es drei Arten von Erdenbewohnern: Vampire, Menschen und Zombies. An oberster Stelle stehen die Vampire, sie beherrschen die Welt. Die Vampire haben ihre Handlanger, ihre menschlichen Hilfskräfte, die gemeinsam mit ihnen unterdrücken, auspressen und zerschlagen. Der Biss eines Vampirs verwandelt Menschen in Zombies. Das ist Shylas Welt. Als sie ein Kind war, wurde auch ihre Schwester geraubt und vergiftet. Shyla hasst die Ordnung der Welt, ihrer Welt, sie hasst die Vampire, sie will deren Herrschaft beenden. Doch noch fehlt ihr die Kraft, sie ist nur ein Mensch. Bis sie eines Tages einem Vampir begegnet, der sich wie sie außerhalb der Ordnung bewegt. Dieser Vampir verändert ihre Welt.




Das Cover spiegelt auf eine düstere, drückende Art perfekt den Inhalt wieder, ohne jedoch zu dunkel und hoffnungslos zu wirken. Auch wenn es auf den ersten Blick recht einfach wirkt, mit dem Gesicht und der Hand der Frau, ist es doch mehr als das. Was man als Leser wohl aber erst nach dem Lesen merkt.




"Zwischenreich - Der Mond ist nah" von Coco Sturmbrust ist auf den ersten Blick eine Geschichte, wie so viele andere auch. Mit Liebe, Hass, Intrigen … es fehlt im Grunde nichts. Den Leser erwarten Vampire, Zombies und Menschen in einer Welt, der unseren nicht ganz unähnlich. So oder so ähnlich erliest es sich aus dem Klappentext. Ich hatte also meine Erwartungen und rechnete mit allem. Wirklich. Aber habe ich mit dem gerechnet, was mir letztendlich geboten wurde? Nein, sicherlich nicht …

Zu Anfang der Geschichte sitzen wir mit Shyla, der Hauptprotagonistin auf einem Baum. Als Leser erfährt man direkt zu welchen Gräueltaten die Vampire und Heerscher in dieser Welt fähig sind, was der Sinn und Zweck der Zombies ist und man lernt zusammen mit Shyla die Vampire hassen. Sie haben ihr und ihrer Familie schreckliche Dinge angetan und Shyla schwört sich, sie zu zerstören, zu vernichten und komplett auszulöschen, egal was es für sie bedeuten mag. Das war für mich ein vollkommen fesselnder und gelungener Einstieg in die Geschichte.

Die Welt, die die Autorin hier erschafft ist neu und alt zugleich. Vampire, Zombies, Menschen. Dieses Zusammenspiel war für mich Einzigartig und somit mehr als Interessant gewesen. Das Augenmerk lag hier mal nicht auf der Besonderheit der Vampire, sondern darin, was mit den Menschen passiert, wenn diese ausgesaugt werden:
Sie werden zu Zombies. Sie verrotten langsam und lässt man sie frei, haben sie einen Heißhunger auf Menschenfleisch. So wie ich sie eben bereits aus anderen Büchern/Filme kenne. Die Vampire sind stark, schön und fast unsterblich. Sie trinken Blut, töten Menschen und stehen über den trivialen Problemen der Welt. Das ist bekannt. Was war nun so einzigartig an der Welt, in der Shyla lebt? Es waren nicht die Vampire oder die Zombies oder die unterdrückten Menschen. Es war deren Zusammenspiel, die Verbindungen, die sie gezwungenermaßen eingehen müssen.

Die Zombies entstehen durch den Überlebensdrang der Vampire. Vampire sind auf sie angewiesen, um die Menschen immer und immer wieder zu unterdrücken und deren Angst aufrecht zu halten. Zombies waren Menschen, Menschen beschützen Vampire, Menschen ernähren Vampire, ohne Menschen gebe es keine Vampire, ohne Vampire keine Zombies.

Unter über all dem hockt der Erste. Der, der nicht gefangen werden kann. Der Einzige. Der Große. Der erste aller Vampire.

Die einzelnen Stränge untereinander sind kaum alle zu erfassen, denn die Welt ist so komplex, dass wohl nur die Autorin selbst wirklich über alle Strukturen Bescheid weiß. Aber das ist auch gar nicht schlimm, denn so hatte ich als Leser den Eindruck, dass es alles nah ist.

Die Glaubwürdigkeit, der Realismus steht und fällt mit einer authentischen Hintergrundgeschichte. Und die war hier auf jeden Fall gegeben und überzeugte vom ersten Augenblick an. Schon allein für die Welt als Bühne der Figuren müsste man fünf Marken vergeben.

Liebe und Hass, Misstrauen und Vertrauen sind so untrennbar miteinander verbunden, dass die Grenzen innerhalb der Welt nicht immer klar sind. Hier ein ganz, ganz großer Pluspunkt von mir für die Kreativität der Autorin die nichts dem Zufall überlässt. Die Protagonisten sind so verschieden, wie die Welt im Vergleich zu unserer und dennoch irgendwie genau gleich. Die Menschen haben Familie, Arbeit, Sorgen, ein Ziel … oder auch nicht. Es gibt Gesellschaftsschichten, sowohl innerhalb der Menschen als auch der Vampire. Die Vampire unterteilen sich in Familien, die verschiedene Städte regieren. Die Menschen werden von ihnen benutzt, beherrscht, beschützt. Es kommt nur darauf an, aus welcher Schicht man bei den Menschen kommt. Ist man ein Wächter, untersteht man direkt den Vampiren und beschützt sie, auch wenn sie es eigentlich nicht nötig haben. Ist man kein Wächter dient man als Blutbeutel und wird irgendwann zum Zombie.

Einer der herrschenden Vampire ist Bradley Meeressturm. Ein Idealist verborgen hinter Familienzwang, Bruderhass und Verpflichtungen, die ihn anwidern und zeitgleich locken mit Versprechungen, die er braucht, um weiterhin existieren zu können. Sein Bruder ist das ganze Gegenteil zu ihm. Er will herrschen, er will die Macht und er genießt, sie auszuüben, wann immer er will. So wie die Welt von Coco Sturmbrust viele Facetten aufweist, sind auch ihre Charaktere unterschiedlich und einzigartig. Verschieden in allen Details, bis hin zur kleinsten Marotte.

Sein Bruder ist gleichzeitig Antrieb und Stopp. Er fördert ihn, bremst ihn aus. Er will ihn ganz oben sehen, aber nicht über sich selbst. Aaron will alles, aber er weiß, dass er das nicht allein bekommen kann. Er will die Welt. Bradley hat seine eigene Welt schon gefunden und ist im Grunde gar nicht so verschieden wie Aaron. Auch er will alles und auch er würde alles tun, um seine Welt halten zu können. Seine Welt ist allerdings beschränkt auf eine Person.
Shyla Smith

Der einzige und wahre Existenzgrund für Bradley. Allerdings hasst sie Vampire. Sie haben ihr die Familie genommen, ihr Zuhause zerstört und somit alles zum Einsturz gebracht, was sie selbst in den Köpfen der Menschen aufgebaut haben. Shyla ist im Grunde eine interessante Figur, die tiefgreifende Gedanken zu dem Sinn und Zweck des Daseins allgemein hat. 

Wenn auch alle Figuren vielschichtig und anders sind, so ist hier auch der größte Kritikpunkt anzufinden. Ich hatte zu allen agierenden und interagierenden und unwichtigen Personen sofort einen Zugang, konnte ihre Gefühle, Handlungen und Beweggründe nachvollziehen.
Außer von Shyla. Ich verstand sie einfach nicht. Nicht am Anfang, noch in der Mitte und schon gar nicht am Ende. Sie hasst die Vampire, warum also verliebt sie sich in einen? Warum macht sie eigentlich alles was er sagt, auch wenn sie es eigentlich nicht will? Sie verhält sich komplett entgegengesetzt zu dem, was sie am Anfang gedacht hat. Man sollte meinen, dass die Geschichte im Grunde schon zum Scheitern verurteilt war, wenn ich als Leserin keinen Zugang zur Hauptprotagonistin hatte.

Aber wie ich schon gesagt habe, die Welt überzeugte mich komplett und ohne Wenn und Aber. Alle anderen Figuren, mögen sie auch noch so unwichtig erscheinen, überzeugten mich. Und ja, manchmal hat man vielleicht einen anderen Blickwinkel zur Geschichte, wenn man nicht eins mit der Hauptfigur ist. Es ist mal was anderes.
Und da kommen wir auch zum zweiten, großen Kritikpunkt. Die Geschichte um Shyla und Bradley ist eine der größten Liebesgeschichten zwischen Vampiren und Menschen. Das einzige, was sie in meinen Augen daran hindert, die größte überhaupt zu werden, ist die Art und Weise der stilistischen Umsetzung, auch genannt "die Schreibe".

Die Autorin kann Schreiben, ohne Frage. Aber so, wie die Geschichte aufgebaut ist, war es nicht mein Fall. Die Schreibweise ist sehr dichterisch, sehr gehoben und poetisch. Verdammt ausdrucksstark, ohne jedoch tiefe Gefühle zu übermitteln. Jedenfalls bei Shyla. Bei allen anderen kamen mehr als genug Gefühle rüber. Im Großen und Ganzen ist es eine interessante Art und Weise der geschichtlichen Umsetzung, konnte mich aber gar nicht überzeugen. Ich bin damit nicht warm geworden, wie man so schön sagt.

Das Ende war perfekt zum Rest der Geschichte und rundete den ersten Teil sehr gut ab, konnte mich aber leider auch nicht komplett überzeugen, da mir irgendwie der Pfeffer fehlte.





"Zwischenreich - Der Mond ist nah" von Coco Sturmbrust fängt verdammt stark an, überzeugt mit einer einzigartigen Welt und tiefgreifenden Charakteren. Leider schwächt es gegen Mitte ab und liefert ein eher ruhiges Ende, mit einer Protagonistin, die in ihrem Verhalten sehr eigen ist. Jeder, der eine schwärmerische und bildreiche Schreibweise gerne liest und gegen nur mäßig Spannung, dafür aber einer großen Liebe, nichts einzuwenden hat, ist hier genau richtig.






 "Zwischenreich - Der Mond ist nah" von Coco Sturmbrust bekommt von mir sehr gute 3 von 5 Marken. Der fehlende Zugang zur Protagonistin und das in meinen Augen schwache Ende des ersten Teils schafften den Sprung zur 4. Marke dann leider doch nicht.










(Das Copyright von Text & Bildmaterialien liegt bei den jeweiligen Verlagen und deren Autoren, die allesamt bei uns im Impressum erwähnt worden sind.)
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