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5. Mai 2014

"Die Australierin" von Ulrike Renk / Rezension



Ulrike Renk, Jahrgang 1967, studierte Literatur und Medienwissenschaften und lebt mit ihrer Familie in Krefeld. Als Aufbau Taschenbuch liegen von ihr zwei Eifelthriller „Echo des Todes“ und „Lohn des Todes“ sowie die historischen Romane „Die Frau des Seidenwebers“, Die Heilerin“ und „Die Seidenmagd“ vor.



Von Hamburg nach Sydney Als Tochter eines Werftbesitzers wächst Emilia in Hamburg auf. Sie soll eine gute Partie heiraten, aber nicht den Mann, in den sie sich verliebt hat. Carl Gotthold Lessing ist der Großneffe des berühmten Dichters. Er hat ein Kapitänspatent erworben und sich Geld geliehen, um ein Schiff zu bauen. Er will Emilia heiraten, doch ihre Familie ist strikt gegen diese Verbindung. Die beiden beginnen, nachdem Lessing von seiner ersten großen Fahrt zurückgekehrt ist, eine Affäre. Als ein Hausmädchen sie verrät, kommt es zum Bruch. Emilia beschließt, mit ihm zu reisen. In Südamerika kommt ihr erstes Kind zur Welt, in Hamburg das zweite. Doch sie haben ein anderes Ziel: Australien. Die spannende Geschichte einer Auswanderung, die auf wahren Begebenheiten beruht.



Das Cover hat bei mir von Anfang an ein Gefühl von Sehnsucht hervorgerufen. Zeitgleich sieht es aber so aus, als wäre die Dame darauf irgendwie angekommen. Genau dort, wo sie hin wollte. Zur Geschichte passt es ganz wunderbar, die Farben spiegeln die Wärme und Geborgenheit der Hauptprotagonistin wider.


Auf eine gesonderte Inhaltsangabe verzichte ich an dieser Stelle. Der Klappentext verrät in meinen Augen schon genug. "Die Australierin" ist eigentlich eine Geschichte, die ich vielleicht gar nicht gelesen hätte, denn solche Erzählungen tauchen im Grunde nicht auf meinem Leseradar auf. Aber das Cover hat mich angelockt und der Klappentext tat dann seinen Rest.

Vorab muss gesagt werden, dass die Geschichte um Emilia auf wahren Begebenheiten beruht. Die Autorin hat Kontakt zu einer Nachfahrin und erzählt die Geschichte somit aus erster Hand. Diesbezüglich fällt die Rezension auch anders aus. Denn da es alles real existierende Menschen waren, die zu der Zeit auf eine bestimmte Handlung reagiert haben, kann man der Autorin nicht ankreiden, dass sie ihre Figuren seltsam handeln lässt.
Natürlich mussten einige Stellen ausgefüllt werden und sicherlich sind auch die Gespräche nicht Wortgetreu wieder gegeben worden, aber die Rahmenhandlungen, die Menschen, die Orte und auch große und kleine Ereignisse sind tatsächlich so geschehen. Genau das sollte man auch während des Lesens immer vor Augen haben, denn dann betrachtet man die Geschichte in einem ganz anderen Blickwinkel.

So erging es jedenfalls mir.

Emilia Bregartner ist eine wirklich beeindruckende Frau, die trotz ziemlich großen Widerständen und immer wieder auftauchenden Problemen ihren Weg geht. Von klein auf ist sie im Grunde ein Spielball der Erwachsenen und setzt trotz der gesellschaftlichen Denkweisen und Vorschreibungen ihren Kopf durch und folgt letztendlich ihrem Herzen.
Sie schafft das, was andere Frauen damals und auch manche heute nicht geschafft haben:

Sie lebt ihren Traum und macht aus ihrem Leben das, was sie selbst wollte.

Das Leben meint es nicht immer gut mir ihr, aber dennoch macht Emilia grundsätzlich das Beste daraus. Sie bricht mit den gesellschaftlichen Konventionen und ist sich dessen Konsequenzen dennoch durchaus bewusst. Ulrike Renk schafft durch ihren wirklich einprägsamen Schreib- und Erzählstil, die damalige Zeit und die tiefgreifenden Ereignisse sehr lebhaft, anschaulich und, wenn nötig, auch sehr dramatisch an den Leser zu bringen.

Einmal eingetaucht in die Zeit von Segelschiffen, Mamsellen und standesgemäßen Verbindungen, kann man sich nur sehr schwer daraus wieder flüchten, denn die Autorin fesselt den Leser an die Wörter und lässt die Geschichte aufleben.
Es ist nicht nur, dass die Autorin einfach das Leben von 1842 und seine Entwicklungen bis 1909 wiedergegeben hat. Es kommt auf die Einzelheiten an, das ist immer wichtig. Egal ob es eine erfundene Geschichte ist oder eine, die auf wahren Begebenheiten beruht. Bei wahren Geschichten sogar mehr als sonst, denn sie büßen ihre Glaubwürdigkeit ein, wenn der Verfasser sich die Einzelheiten aus den Fingern zieht. 
Nicht so bei Ulrike Renk.
Bei ihr stimmte alles. Von der Kleidung, über das Essen bis hin zu den sprachlichen Gewohnheiten. Standesunterschiede wurden in der Wahl des Wohnortes deutlich gemacht, Liebesheiraten gab es nicht (oder nur sehr selten und vielleicht aus Zufall) und die jungen Frauen mussten das machen, was ihre Eltern oder der Vormund sagte. Diese Kleinigkeiten machen das Herz der Geschichte aus und die Autorin bringt sie wirklich sehr glaubhaft und detailreich dem Leser näher.

Des Weiteren beeindruckt sie mit einer tiefgreifenden Recherche in Bezug auf Segelschiffe, das Leben darauf und alles, was mit Kapitänen und dem Thema "zur See fahren" zusammenhängt. Sei es der Handel, Frauen an Bord oder sogar Geburten, die auf hoher See stattfanden.

Das Einzige, was den einen oder anderen Leser vielleicht in die Irre führen könnte ist der Titel "Die Australierin", denn Australien kommt im Grunde nur am Ende vor und es geht auch nicht um dieses Land. Ein anderer Titel hätte hier vielleicht ein besseren ersten Eindruck verschafft, aber wenn man das außer Acht lässt und sich auf die Geschichte einlässt, fesselt sie einen und überzeugt am Ende, auch mit einem nicht ganz so passenden Titel.

Während des Lesens fühlte ich mich, als würde ich eine Reise in die Vergangenheit machen, aus der ich eigentlich nicht wieder zurück wollte. Auch wenn einige Ereignisse wirklich schrecklich sind und ich mehr als nur einmal Tränen verdrückt habe, so habe ich Emilia doch gerne auf ihrer Reise begleitet und muss ehrlich gestehen, ich kann es kaum erwarten zu wissen, wie es weiter geht. Gut zu wissen, dass es wirklich noch nicht vorbei ist …





"Die Australierin" von Ulrike Renk ist ein Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht. Wahrheit vermischt sich mit Fiktion. Realismus und Glaubhaftigkeit machen eine beeindruckende Lebensgeschichte zu etwas besonderen und der einprägsame Schreibstil der Autorin sorgt dafür, dass die Geschichte um Emilia Bregartner lange in Erinnerung bleibt. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der wahre Lebensgeschichten gerne liest und dem eine glaubhafte Recherche und detailgetreue Wiedergabe der damaligen Lebensumstände wichtig sind. Und alle anderen können sich auf eine beeindruckende Geschichte freuen, die ergreifend und dramatisch ist. Tränenfluss inklusive.






"Die Australierin" von Ulrike Renk bekommt von mir ohne Frage 5 von 5 Marken.












(Das Copyright von Text & Bildmaterialien liegt bei den jeweiligen Verlagen und deren Autoren, die allesamt bei uns im Impressum erwähnt worden sind.)
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