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28. April 2014

"Open Minds #1" von Susan Kaye Quinn / Rezension


Susan Kaye Quinn wuchs in Kalifornien auf, wo sie schon als Schülerin Zettelchen mit Geschichten in der Klasse herumreichte. Ihre Lehrer gaben meistens vor, nichts davon mitzubekommen und beschlagnahmten ihre Arbeiten nur ein paar Mal. Sie ging einer Reihe von Ingenieursstudiengängen nach (Luft- und Raumfahrt, Maschinenbau, Umwelttechnik) und arbeitete in einer Menge von Streber-Jobs, unter anderem bei GE Aircraft Engines, der NASA und NCAR. Jetzt wo sie Bücher schreibt, steht auf ihrer Visitenkarte "Autorin und Raketenwissenschaftlerin" und sie muss ihre Arbeiten nicht länger heimlich weiterschmuggeln. 

Was wirklich schade ist.

All diese Ingenieurswissenschaften sind von Nutzen, wenn man sich paranormale Fähigkeiten in futuristischen Welten ausdenkt, oder Wissenschaft mit Fantasie mischt, um einigermaßen glaubwürdige Erfindungen zu erschaffen. Nur für ihre Geschichten natürlich. Ignoriert den Kram in ihrem Keller. Susan schreibt in einem Vorort von Chicago, wo sie mit ihren drei Jungs, zwei Katzen und einem Ehemann lebt. Was, wie sich herausgestellt hat, genau so viel ist, wie sie auch handhaben kann.



Wenn jeder Gedanken liest, kann ein Geheimnis eine gefährliche Sache sein. Die sechzehnjährige Kira Moore ist eine Null, jemand der weder Gedanken lesen, noch von anderen gelesen werden kann. Nullen sind Außenseiter denen man nicht vertrauen kann, weswegen sie auch keine Chancen bei Raf hat, einem normalen Gedankenleser und ihr bester Freund, in den sie heimlich verliebt ist. Als sie aus Versehen die Kontrolle über Rafs Verstand übernimmt und ihn dadurch beinahe umbringt, versucht Kira ihre unheimliche, neue Fähigkeit vor ihrer Familie und dem zunehmend misstrauischer werdenden Raf zu verbergen. 
Aber sie verstrickt sich in ihren Lügen und wird immer tiefer in eine geheime Unterwelt voller Gedankenkontrollierer gezogen. Den Verstand all derer zu kontrollieren, die ihr am Herzen liegen, ist dabei nur eine von vielen gefährlichen Entscheidungen, die noch vor ihr liegen.



Open Minds 

Wie lebt es sich wohl in einer Welt, in der man fast ausschließlich per Gedanken kommuniziert?!
Wo die eigene Stimme als überflüssig abgestempelt wird und man sich so gesehen Stumm in die Gesellschaft integrieren muss?
Deine intimsten Gedanken und Gefühle sind dadurch für jedermann einsehbar. Es ist vergleichbar mit dem Tag der offenen Tür – bloß das dieser jeden Tag im eigenen Verstand stattfindet. Du kannst keine Geheimnisse mehr in dir tragen, weil jeder sie hören und sehen kann. Wenn du Glück hast, kommst du mit den Stimmen in deinen Kopf klar. 

Wenn du aber weniger Glück hast, wirst du dement, bringst dich selbst um oder verschanzt dich auf ewig in ein tiefes Loch – weit weg von der Gefahr: 
Die Menschen mit ihren Gedanken. 

Die eigenen Gedanken sind ein kostbares Gut. Das wird einem erst so richtig bewusst, wenn man in dieses Buch eingetaucht ist. Ich begriff schnell, was wir doch für ein Glück haben, wenn vieles unausgesprochen unter uns selbst bleibt ^^. Wir können uns aufregen, grübeln, Tagträumen und was sonst noch so Tag ein Tag aus in unseren Köpfen abgespielt wird. Niemand wird es jemals erfahren. Oder doch?! Denn hier in dieser Geschichte ist spätestens ab dem 14. Lebensjahr kein Raum mehr für die Privatsphäre der eigenen Gedanken. Du bist so gesehen völlig nackt. 

Open Minds kroch dadurch in meinen Verstand, beschleunigte die Blutzufuhr zu meinem Gehirn während mein Herz wie wild zu rasen begann. Pures Adrenalin schoss durch jede Zelle meines Körpers und ich konnte nichts tun, als zu lesen, zu erleben und die Geschehnisse aus dem Buch auf mich einwirken zu lassen. 
Wie?! Ihr denkt, dass sowas nicht funktioniert? Dann solltet ihr erst recht weiter lesen, denn wie ich weiter oben schon beschrieben hatte, sind in der futuristischen Welt von Open Minds die Dinge anders, als wir sie bisher kannte.
Die Menschen in diesem Buch haben sich mit diesen Tatsachen abgefunden. Wirkt diese Gabe doch mehr wie ein Segen und gehört zur Normalität an, fühlen sich einige unter ihnen nicht wohl damit. Bestes Beispiel dürften die „Nullen“ sein.
Gedankenleser, Wandler, Linker, Wahrheitsrichter. Und ich bin mir sicher, dass es noch weitere, vielschichtige Stufen dieser Gedankenlesersache gibt.

Kira selbst aber ist zu Anfangs eine Null. Nullen sind die, die sich meistens bis zu ihrem 14. Lebensjahr nicht gewandelt haben. 

Und da Kiras ganze Freunde diesen Prozess schon durchhatten, wird sie von vielen gemieden. Nullen sind schließlich Abschaum und können sich in der Gesellschaft nicht einbringen. Logisch, denn in einer Welt, wo beinahe alles per Gedankenkontrolle gesteuert, sich unterhalten, gearbeitet und unterrichtet wird, ist man wortwörtlich aufgeschmissen.
Lustigerweise sind alle Nullen stinknormale Menschen und diesen Kontrast hat die Autorin klar und deutlich rüberbringen können. Sei es durch die Unterrichtsveranschaulichung, bei der die Lehrer den Schülern per stillen Gedankenübertragungen die Unterrichtsthemen näher bringen oder die Techniken, die per Gedankenkontrolle funktionieren. Da wird z.B. das komplette Haus und deren Geräte per „Gedankenbefehle“ gesteuert. Nirgends hat sie ohne diese Fähigkeit eine wirkliche Chance auf ein gutes Leben.
Es ist beinahe so, als sei sie Blind, Taub und Stumm zugleich. Als Kira dann bei einem beinahe Kuss ihres Besten Freundes ihre Gefühle und Ängste nicht unter Kontrolle hatte, aktivierte sich ihre eigentliche Kraft – das Jacken. 

Das Jacken im Buch ist ein Hacking in das Gehirn anderer Leute. Sie kann ihnen Erinnerungen vortäuschen, sie ihnen aber auch nehmen und das viel wichtigere: Ihnen allen vorspielen, dass sie ebenfalls eine ganz normale Leserin ist. 

Ab diesem Zeitpunkt im Buch verändert sich ihr ganzes Handeln und ich bibberte die kommenden Szenarien mit, in denen ich nicht mal geahnt hätte, auf was für überraschende Ideen mich die Autorin entführen würde. Ohne das meine Begeisterung jetzt die Überhand übernimmt: Ich wurde umgehauen. Regelrecht. Und das nicht per Mindjacking, sondern einfach durch diesen genialen Plot und Entwicklungen im Buch. 
Es passiert nämlich nicht gerade oft, dass man mich mit unerwarteten Wendungen verblüffen kann.

Kira Moore – in meinen Augen ein Charakter, der mich wirklich überzeugen konnte. Auch wenn der Name „Kira“ aus mir einem unbekannten Grund ständig von Autoren benutzt wird, konnte diese Kira mich in ihre Gedanken ziehen. Die Darstellung ihrer eigenen Moral, dem richtigen Handeln und dem Kämpfen für das, wozu nur sie in der Lage zu sein scheint, waren nur einige der Dinge, die diesen Charakter eine glaubhafte Entwicklung verpassten. Ihr am Anfang größtes Problem, wie sie ohne diese Gabe jemals studieren und einen guten Job bekommen kann, entwickelt sich gegen Schluss zu einem viel Größerem Ganzen: 
Ihrem Schicksal. 
Ich fand es erstaunlich, wie die Autorin mir 4 große „Lebensabschnitte“ in nur einem Teil näherbrachte. Es ist nicht leicht, die Handlungen und den Plot richtig einzuteilen aber Susan Kaye Quinn hat ihre Gedanken fest im Griff gehabt und mich dadurch perfekt zum Weiterlesen „bewegen“ können. 



Fragen, die einen selbst beschäftigten und die ich gleichzeitig während dem Lesen mit Kira wortwörtlich durchlitt. Es ist viel mehr Kira zu verdanken, dass sich meine Sichtweise auf die Dinge schlagartig verändert hatten. Empfand ich Beispielsweise am Anfang das Jacken im Buch als eine geniale Möglichkeit, so bewies sie mir, dass diese besondere Fähigkeit auch einen hohen Preis zu tragen hatte. Die Menschen anlügen, die man liebt und sie auch gleichzeitig manipulieren und in Gefahr bringen? Schließlich können die Leser in dieser Welt keine Geheimnisse mit sich tragen und so kann sich Kira auch an niemanden wenden und anvertrauen. Ich möchte aber nicht tiefer in die Handlung gehen – das verdirbt den zukünftigen Lesern nur all die tollen Momente. ^^

Ich habe am Anfang überlegt, inwiefern ich diese Geschichte und Idee als Dystopie abstempeln kann. Denn auf den ersten Blick wirkt das ganze Gedankenlesen-Szenario mitsamt den Techniken, die per Gedanken kontrolliert werden, mehr wie Sci-Fi.
Das ist es auch – aber nur zum Teil. Der dystopische Part offenbarte sich erst richtig ab den ersten 50% und gegen Ende wird einem klar sein, dass wir während dem Lesen nur einen kleinen Teil einer noch viel größeren Welt und Verschwörung auf der Spur sind. Aber alles der Reihe nach.

Wie wurden diese Menschen Gedankenleser? Über die Vorgeschichte wird nur flüchtig gesprochen, was aber in meinen Augen ausreichte und von der Autorin auch glaubhaft geschildert wurde. Vor ungefähr 90 Jahren existierte ein pharmazeutischer Cocktail, der sich in den Trinkversorgungen der ganzen Welt ausbreitete. Dadurch aktivierte sich ein Teil des menschlichen Gehirns und es entstanden die ersten Leser. Damals verstand niemand so recht, was denn da nun vor sich ging. Menschen wurden verrückt, brachten sich vielleicht sogar um oder wurden von der Regierung als Versuchskaninchen verwendet. Als sich dann über die Jahre herausstellte, dass sich jeder Mensch so entwickelt, begann man, die Dinge so zu akzeptieren und die Lebensumstände demzufolge anzupassen. 



Ich habe nichts zu kritisieren.
Kiras Naivität, Unsicherheit und das anfängliche Verschanzen vor ihrer Umgebung zwecks ihrer eigenen Gefühle: Es passte zu ihrem Alter und ihrer Situation. Wer sich also daran stören sollte, der sollte mehr zu einer älteren Protagonistin greifen und die Finger von diesem Buch lassen. Ich selbst gehe auch mehr den „jüngeren“ aus dem Weg, aber ab und an lohnt es sich, doch mal einen Blick in solche Bücher zu werfen. Man kann schließlich wie ich oftmals positiv überrascht werden.

Das Buch ist nicht perfekt, hat hier und da seine kleinen Klischees wie eine Teenagerprotagonistin, mit der ich auch ihre erste Liebe und noch andere, kleine Dinge miterleben musste. Es sei aber gesagt, dass der Liebespart hier endlich mal nicht kitschig und langweilig war. Die Autorin war in dieser Hinsicht clever genug, ihn mehr als ein kleiner Nebenteil einzubringen, der gebraucht wurde, um Kiras Entwicklung voranzutreiben.
Denn Kira verdiente und bekam die volle Aufmerksamkeit. Von der Autorin und auch von mir als Leser. Auch wenn es wichtige Nebencharaktere gibt, führt alles am Ende doch wieder zu Kira zurück.

Der eine kann sich an der Perspektive stören, der andere an den lockeren Schreibstil. Mich interessierten weniger der eine noch der andere. Denn das ist alles Nebensächlich. Sobald man sich auf die Idee, die Charaktere und die stetigen Geschehnisse einlässt, bekommt man in meinen Augen eine lesenswerte Geschichte geliefert, die ich persönlich immer schwerer im zugemüllten Büchermarkt finde.




Ich hasse Bücher, die im Voraus eine geniale Idee versprechen und mich dann einfach nur enttäuschen. Open Minds konnte mich dagegen auf ganzer Linie positiv überraschen. Sei es wegen der Idee, dem klaren Schreibstil oder der sympathischen Protagonistin im Buch: Open Minds ist ein Geheimtipp, den ich jeden Dystopie-Begeisterten und die, die es noch werden wollen, ans Herz legen möchte. 



Trommelwirbel: 5 Marken dürften denke ich keine Überraschung mehr sein. ^^ Aber vielleicht überrascht dann der mit angehängte Stern doch ein wenig. ;) Übrigens habe ich nach dem Lesen des gekauften eBooks gleich noch die Taschenausgabe für mein Regal bestellen müssen. ^^







(Das Copyright von Text & Bildmaterialien liegt bei den jeweiligen Verlagen und deren Autoren, die allesamt bei uns im Impressum erwähnt worden sind.)
2 mal erwischt
  1. Kurze Info^^ bei den Verlinkungen eurer Rezis, habt ihr beim 2. Teil die Rezi des ersten Teils verlinkt :=) habs gesehen weil ich euch gerade bei meinen Neuzugängen verlinke^^ Ihr habt mich neugierig gemacht :D

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    1. Was würden wir nur ohne eine aufmerksame Mietze tun? ♡ Danke dir sobald ich mehr Luft habe wird es sofort behoben.*drück* Bin gespannt auf deine Neuzugänge ;)

      ~ Jack

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Hallo ihr Lieben - hier könnt ihr alles loswerden, was euch so auf den Herzen liegt. ^.^ Wir versuchen auch so schnell wie möglich auf eure Kommentare zu antworten. :D

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