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14. April 2014

"Oliver - Peace of Mind" von Nicole Schröter / Rezension




Nicole Schröter wurde 1968 in Nürnberg geboren. Sie besuchte die Staatliche Fremdsprachenschule in Hamburg und machte dann eine Ausbildung im Kaufmännischen Bereich. Nachdem sie vier Jahre lang in Italien als Übersetzerin tätig war, nahm sie 2009 an einem Autorenlehrgang teil. Die daraus hervorgegangenen Geschichten veröffentlichte sie in einem Kurzgeschichtenband. Ein Jahr später folgte ihr erster Roman. Mittlerweile haben ihre Kurzgeschichten in mehreren Anthologien einen Platz gefunden.


Dies ist kein Buch über Alkohol- und Drogenmissbrauch. Dies ist eine Liebesgeschichte. Bei Facebook finde ich mit den Jahren verloren gegangene Freunde wieder. Es ist schön zu sehen, dass sie alle noch da sind. Und es macht Freude zu hören, wie es ihnen ergangen ist. Nur den, den ich am verzweifeltsten suche, finde ich nicht: Oliver! Als ich ihn endlich finde, kann ich nichts mehr tun. Nichts, außer ihm mit diesem Buch meine letzte Ehre zu erweisen, und meiner Liebe zu ihm ein Denkmal zu setzen.



Das Cover könnte nicht besser zu der "Geschichte" passen. Es spiegelt den Inhalt und die aufkeimenden Emotionen wieder, sodass ich beim Betrachten schon einen Kloss im Hals hatte.

Aus dem Buch  

Wir gehen im Wald spazieren.
Die Sonne scheint. Wo soll ich anfangen zu erzählen? Wo sie? Ich will alles wissen.
Ich will alles erzählen.
„Weißt Du noch der? Weißt Du noch die? Weißt Du was von Oliver?“
Sie sagt es zuerst. Nicht ich. Obwohl ich es war, die von ihm geträumt hat. Gerade erst. Gerade wieder. „Nein!,“ ich schüttle den Kopf.
„Du?“ Sie verneint auch.
Wir schweigen einen Moment.
Dann fragt sie: “Stört es dich, dass ich auch mit ihm zusammen war?“ „Kein bisschen!“ Und das meine ich ehrlich so. Matilda kannte ihn, als wir uns schon entzweit hatten. Er und ich und sie und ich. Beide waren meine Freunde gewesen.
Wieso sollte ich es ihnen missgönnt haben? „Ich kann ihn nicht finden“, erzähle ich ihr.
„Weißt du, manchmal träume ich von ihm. All die Jahre schon. Immer mal wieder. Aber in letzter Zeit passiert es öfter. Und so habe ich ihn auch gesucht: im Internet, im Telefonbuch, auch seinen Bruder Dave und seine Mutter Betty. Aber sie sind alle wie vom Erdboden verschluckt. Es wäre schön gewesen, du hättet mir von ihm berichten können.“



Es gibt Bücher, vor denen drückt man sich. Man nimmt sie in die Hand, liest eine, zwei Seiten, legt sie wieder weg und greift zu einem anderen Buch.
Allerdings kann man sich vor diesen Büchern nicht verstecken. Sie entwickelt ein Eigenleben, fangen an zu leuchten und zu blinken. Machen auf sich aufmerksam.
Und so schleicht man um diese Bücher herum, bis es nicht länger geht und man sie einfach lesen muss, weil die Gedanken nur noch um dieses eine Buch kreisen, das man eben noch nicht gelesen hat. So ging es mir mit "Oliver. Peace of Mind".

Ich gebe gerne ehrlich zu, dass ich Angst hatte. Nicht vor dem Inhalt, sondern vor dem, was danach folgt. Die Rezension. Wie sollte ich das Leben eines Menschen rezensieren? Wie kann ich mir herausnehmen, vielleicht fehlende Charaktertiefe, sinnfreie Handlungen oder Logiklücken zu kritisieren, wenn doch die Hauptfigur" damals ihre Gründe hatte, genau so zu handeln, wie sie es eben getan hat. Jeder hat in seinem Leben schon mal Entscheidungen getroffen, die andere mit einem Kopfschütteln abgetan haben.
Niemand darf sich das Recht herausnehmen, die Handlungen in einer biografischen Geschichte zu kritisieren. Nicole Schröter hat meinen vollsten Respekt und meine Anerkennung dafür, dass sie den Mut hatte, ihre Geschichte aufzuschreiben.
Eine Art der Verarbeitung, verpackt in Worte und nun lässt sie den Rest der Welt an ihrer Geschichte teilhaben. Aus diesem Grund schreibe ich hier keine Rezension, wie ihr sie vielleicht von uns kennt. Ich versuche meine Gefühle in Worte zu fassen und zu erklären, warum "Oliver" eine Geschichte ist, die man nicht in öffentlichen Verkehrsmitteln lesen sollte.

Während ich hier sitze und überlege, wie ich nun meine Gefühle in Worte verpacken kann, kommen mir schon wieder die Tränen. Ich denke, dass beschreibt es ganz gut. Tränen. Die komplette Geschichte um Oliver, sein Leben und Lieben, ist umgeben von Tränen. Tränen der Freude, weil er die Liebe findet. Freunde hat, seinem Leben einen Sinn verleiht!

Es sind Kleinigkeiten, die die Autorin uns hier zeigt. Kleine Einblicke in das Leben eines Menschen, denn wir nie kennenlernen durften. Ein Mensch der Lachen konnte, der aber ebenso leidenschaftlich gestritten hat.
Es sind Tränen der Wut, des Hasses. Hass auf sich selbst, auf alles andere und auf jeden, den Oliver kennt. Wut auf diejenigen, die es vielleicht ehrlich meinten, aber damals zu jung waren, um diese Art der Tränen zu verstehen. Unterdrückte Wut, überspielter Hass auf Menschen, die vieles hätten anders machen sollen, aber es einfach nicht besser wussten. Menschen machen Fehler. So sind Menschen nun mal.

Am Ende kommen die schlimmsten Tränen. Salzige, nie enden wollende Tränen, die die Trauer aus dem Herzen schwemmen, bis man nur noch die Zeiten betrauert, die man nicht zurückbekommen kann. Momente, die verpasst wurden. Sätze, die gesagt wurden. Gesten, die man gemacht hat. Man betrauert seine Fehler, weil man es nun besser weiß. Weil man begreift, dass Fehler menschlich sind, aber Verzeihen dazugehört.

Und weil es so viele Tränen in der Geschichte gibt, schwimmt innerhalb der Worte ein Strom voller Gefühle, Emotionen und Eindrücke, die den Leser mitreißen, auf eine Reise in der man lernt, nachzudenken. Nichts ist so wertlos wie vergeudete Zeit. Die Tränen kommen erst, wenn man begreift, dass man nichts, rein gar nichts, mehr an der aktuellen Situation ändern kann. Nicole Schröter zeigt, wie wichtig es ist, seine Zeit zu nutzen. Liebt man jemanden, dann soll man es ihm sagen, zeigen, fühlen lassen.
Nichts ist so wertlos, wie Zeit, die im Streit verbracht wurde. Vergeudete Zeit. Man kann sie nicht zurückholen.
Und wegen dieser Fülle an Tränen, sollte niemand "Oliver. Peace of Mind" in öffentlichen Verkehrsmitteln lesen




"Oliver. Peace of Mind" ist keine Geschichte, vor der man sich als Leser drücken muss. Anfangen, eintauchen, zulassen, mitfühlen und Tränen vergießen. Mehr muss man als Leser nicht machen. Es ist so einfach und dennoch einer der schwersten Schritte die es gibt.




Auch hier Frage ich: Wer nimmt sich das Recht heraus, den Abschnitt eines realen Menschenlebens zu bewerten? Wer rechtfertigt 2 oder 3 oder 4 Marken? Niemand" Deswegen gibt es hier auch keine der üblichen Markenvergabe. "
Oliver. Peace of Mind" und die Autorin Nicole Schröter bekommen von mir meinen ganzen Respekt und tiefe Anerkennung. Wer den Mut aufbringt, ein solches Erlebnis mit dem Rest der Welt zu teilen, hat mehr als nur 5 Marken verdient. Ich verneige mich vor dir, Nicole, und gedenke Oliver in seinen guten Zeiten und den schlechten!*


Liebe, tief berührte Grüße









(Das Copyright von Text & Bildmaterialien liegt bei den jeweiligen Verlagen und deren Autoren, die allesamt bei uns im Impressum erwähnt worden sind.)
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