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31. März 2014

"Nr. 13" von Laura Wulff / Rezension





 Laura Wulff ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin, die in der Nähe von Köln lebt und arbeitet. Obwohl sie das Gelübde "Bis dass der Tod euch scheidet" ernst nimmt, hofft sie, dass ihr Name trotzdem nie in einer Ermittlungsakte der Kriminalpolizei auftauchen wird. Sie trinkt gerne ein Glas blutroten Wein, findet, dass Neid die Seele vergiftet, und könnte nicht für Schuhe morden, aber für ein gutes Buch.



Daniels Magen krampfte sich zusammen, je näher er dem Eingang des Ritualbads kam. Er empfand keinen Spaß daran, blutbesudelte Tatorte aufzusuchen, Leichen zu betrachten und Morde en détail zu rekonstruieren. Es stimmte, dass er seinen Beruf mit Leidenschaft ausübte, aber es ging ihm einzig um Gerechtigkeit. „Er trug die Kutte eines Mönchs.“

So beschreibt eine verwirrte alte Frau den Mörder, den sie in der gegenüberliegenden Wohneinrichtung für rehabilitierte Sexualstraftäter beobachtet haben will. Nur mit dieser Aussage kann der Kölner Kriminalkommissar Daniel Zucker – nach einem Unfall an den Rollstuhl gefesselt, nun aber wieder im Dienst – nicht mit den Ermittlungen anfangen, ohne einen Eklat zu verursachen. Darum wird Daniels Frau Marie beauftragt, ein Phantombild des Mörders zu erstellen.
So stößt sie auf beunruhigende Hinweise: Hat ihr eigener Chef eine dunkle Seite, von der niemand etwas ahnt?
Währenddessen beschließt Maries 19-jähriger Cousin, Daniel bei der Suche nach der Wahrheit zu helfen – und bringt sich damit in größte Gefahr… Ein mysteriöser Mord, ein Haus voller Verurteilter und ein Alptraum, aus dem es kein Erwachen zu geben scheint: der neue Fall für die Zuckers!


 Mich persönlich hat das Cover sofort angesprochen und neugierig gemacht. Nach dem Lesen kann ich sagen, dass es nicht nur düster und gruselig ausschaut, sondern auch noch perfekt auf den Inhalt abgestimmt ist. Klasse Cover!



Über Blog dein Buch bin ich zu dem eBook von Laura Wulff gekommen. Wie gesagt, hatte mich das Cover neugierig gemacht und auch der Klappentext (der meines Erachtens schon recht viel vom Inhalt verrät) ließ auf eine spannende Leseerfahrung schließen.
Hat mein Instinkt mich getäuscht oder versprechen Cover und Klappentext wirklich, was sie halten?

Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, nach welchem ich das Buch am liebsten wieder weggelegt hätte. Versteht mich nicht falsch, wer mich kennt weiß dass mich nichts so schnell schocken kann (ich sag nur: Zombies!).
Weder blutlastig, noch brutal, sorgt schon der Einstieg in die Geschichte dafür, dass der Leser sich mitten im Geschehen befindet und einfach nur Angst hat.
Es ist die Glaubhaftigkeit der Ereignisse, die mir den Atem geraubt haben. Gekonnt führt die Autorin dem Leser die Abgründe des menschlichen Daseins vor Augen, ohne diese direkt zu benennen. Immer wieder gibt es diese "besonderen" Szenen, die den Leser tiefer in die Ereignisse ziehen und nach kurzer Zeit fängt man an, an seinem eigenen Urteilsvermögen zu zweifeln.

Wer ist hier der Böse und wer eigentlich der Gute?

Meisterhaft verwirrt die Autorin ihre Leser und führt immer wieder andere Spuren an, denen der Leser folgen muss. Nur um am Ende vielleicht festzustellen, dass es eine Sackgasse war. Es war für mich nicht frustrierend, denn dadurch gewinnen die vielen unterschiedlichen Charaktere an Tiefe und ich hatte von Anfang bis Ende das Gefühl, dass Laura Wulff diese Menschen wirklich kennt.

Der Hauptprotagonist ist Daniel Zucker. Ein im Rollstuhl sitzender Kommissar, der sich nicht auf ein Abstellgleis schieben lassen will und mit allen Mitteln dagegen ankämpft. Leider werden ihm während der Geschichte dadurch auch immer wieder Steine in den Weg gelegt. Sei es die Unmöglichkeit zu einem tiefergelegenen Tatort zu kommen oder Treppen zu steigen, weil der Fahrstuhl keinen vertrauenserweckenden Eindruck macht.
Sturheit trifft auf Eingeschränktheit.
Er will kein Mitleid, macht aber während der Geschichte eine Wandlung durch, die ich als wirklich interessant und tiefgreifend empfand. Hilfe annehmen hat nichts damit zu tun, dass man mitleidig behandelt wird, das muss Kommissar Zucker auf die harte Tour lernen. Allerdings glaube ich, dass er das anders auch gar nicht verstanden hätte, denn er kann auf seine eigene Art recht eigenwillig sein und eckt damit auch immer wieder überall an. Ich fand ihn alles in allem sehr sympathisch, wenn auch manchmal ein bisschen zu sarkastisch, fast schon zynisch mit einem Hauch Verbitterung.

Seine Frau Marie Zucker hat es mit ihm nicht leicht. Sie steht voll und ganz hinter ihm, hat aber dennoch ihre eigenen Probleme, die sie beschäftigen, über die sie aber zeitgleich nicht reden will und schon gar nicht mit ihm. Dieses "nicht miteinander reden" sorgt für einige Missverständnisse die sich zu einem ausgewachsenen Problem mausern.
Marie ist eine taffe junge Frau, die sich nur mehr zutrauen sollte. Sie ist clever und hat einen Spürsinn für seltsame Angelegenheiten, was wohl dem Zusammenleben mit Daniel zuzusprechen ist. Zwischenzeitlich fand ich, dass sie sogar noch das größere Päckchen von den beiden zu tragen hatte.
Es ist schwer, jemandem dem man liebt, vor den Kopf zu stoßen, obwohl man vielleicht selbst unglücklich ist. Eine Entscheidung zu treffen, aus deren niemand mit Schaden hervorgeht, ist fast unmöglich und Marie hat meinen größten Respekt, denn sie hat das geschafft!

Ein wirklich interessanter Charakter wäre noch Benjamin, Maries Cousin. Zurzeit wohnt er bei Marie und Daniel. Benjamin hat eine Vorgeschichte, die ich leider nicht kenne, aber auch ohne den ersten Band der "Zucker Reihe" gelesen zu haben, wird durch kleine Andeutungen klar, um was es geht. Benjamin ist im Grunde ein guter Junge, der helfen will und dadurch selbst mitten ins Geschehen gerissen wird. Sein Weltbild steht Kopf, er ist sich in nichts mehr sicher und auch er muss lernen, dass es nicht falsch ist, um Hilfe zu bitten.
Diese Lektion hat für ihn einen hohen Preis, aber er bezahlt ihn und am Ende hat auch dieser Charakter eine wirklich erstaunliche Entwicklung hinter sich, die zu Anfangs nicht absehbar war.

Der Antagonist oder die Antagonisten oder die Bösen in der Geschichte. Es scheint dem Leser schnell klar zu sein, wer hier der Bösewicht ist und wer nicht, denn einer der Haupthandlungsorte ist das Haus der Pädophilen. Durch verschiedene Sichtweisen betrachtet, schafft es die Autorin aber wunderbar, dieses durch Vorurteile geprägte Bild über den Haufen zu werfen und recht schnell wusste ich als Leser nicht mehr, wer denn nun der Böse ist.
Rätselraten bis zum Ende und unerwartete Wendungen sind hier garantiert! Die Geschichte spielt in mehreren Handlungssträngen, die am Ende aber alle in irgendeiner Art und Weise zusammenlaufen ohne das sie verwirrend sind. Diese Komplexität innerhalb der Geschichte fand ich einfach nur beeindruckend. Immer wieder ändern die Sichtweisen und man sieht die Entwicklung der Handlung durch verschiedene Augen, auch wenn Daniel Zucker der rote Faden ist.
Dadurch erhalten die Charaktere aber mehr Glaubwürdigkeit und Tiefe, sodass ich von dem Realismus ebenfalls tief beeindruckt war.

Zum Ende hin möchte ich noch die detailgetreue Recherche erwähnen, die mich von Anfang bis Ende vollends überzeugt hat. Man las aus jedem Wort, aus jeder Zeile, dass die Autorin wirklich gesehen hat, was sie uns als Lesern immer wieder beschrieb. Ich liebe eine gute Recherche und hier hat man wirklich eine ein Meisterstück davon vor Augen gehabt!

Durch die vielen Wendungen, immer neuen Informationen, die meine Meinung fast auf jeder Seite geändert haben, war das Ende für mich mehr als Überraschend und wirklich klasse aufgebaut. Der Spannungsbogen ist bis zum Schluss straff gespannt und auch die Probleme, mit denen sich der Rollstuhlfahrende Daniel Zucker auseinander setzen muss, haben mich überzeugt. Es sind nicht nur die Fälle, die hier gelöst werden, sondern die privaten Probleme, die diese Geschichte zu einem besonderen Leseerlebnis machen.



Durch gut gewählte Worte zieht sich diese Glaubhaftigkeit durch die ganze Geschichte und macht "Nr.13" zu einem sehr eigenen Leseerlebnis. Realitätsnähe und äußerst charakterstarke Figuren runden das Buch in meinen Augen zu einem perfekten Krimi ab. Vergesst Hauptkommissar Mørck von Herrn Adler-Olsen, jetzt kommt Daniel Zucker! Jeder der bei einem Krimi gerne miträtselt, überraschende Wendungen liebt und nichts gegen ganz viel Realismus hat, ist bei Laura Wulff genau richtig!



"Nr.13" bekommt von mir ohne Frage 5 von 5 Marken!



Ein Herzliches DANKESCHÖN an


für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.







(Das Copyright von Text & Bildmaterialien liegt bei den jeweiligen Verlagen und deren Autoren, die allesamt bei uns im Impressum erwähnt worden sind.)
2 mal erwischt
  1. Herzlichen Dank für die lieben Worte zu meinem zweiten Zucker-Krimi.
    Sie haben mich tief berührt! :-)

    Laura Wulff
    www.LauraWulff.de

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Uns freut es ebenfalls sehr, dass dir die Rezension gefallen hatte. Wir sind immer sehr ehrlich und kritisch aber dein Band konnte sie von vorne bis hinten mehr als überzeugen! Sie freut sich schon auf weitere Zucker-Krimi´s.

      Ganz liebe Grüße
      ~ In Flagranti

      Löschen

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