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23. März 2014

"Liebe kann man nicht googeln" von Julia K. Stein / Rezension




Julia K. Stein wurde in einer Kleinstadt im Ruhrgebiet geboren. Sie hat in Kalifornien und an der Ostküste Literatur studiert, einen Magister der Philosophie und über Literatur promoviert. Davon merkt man in ihren Büchern allerdings (glücklicherweise) nichts. Sie hat Kurzgeschichten, Gedichte und Sachbücher veröffentlicht. Heute lebt sie in München.


Lena ist 33 Jahre und ganz frisch Single. Sie schreibt für das Frauenmagazin »Grace« - jedenfalls wenn sie nicht gerade googelt, im Internet shoppt oder Facebook durchkämmt. Um ihren Traummann Björn zu beeindrucken, muss eine neue Lena her: eine ernsthafte Journalistin mit perfektem Styling, die Bergsteigen liebt statt Blaubeer-Muffins. Leider hat diese Frau nichts mit der echten Lena gemein. Björn verliebt sich dennoch in sie, aber wie lange kann das gut gehen? Hat Lena ihre Chance vergoogelt?



Es wurde sich hier perfekt auf das Wesentliche Konzentriert: Ein iPhone/iPad. Denn genau mit diesem bloggt Lena tagtäglich und wir als „Leser“ ihres Blogs dürfen live dabei sein. Mir gefiel es daher außerordentlich gut und es ist schon ein Blickfang gewesen. Der Titel ist auch treffend nur könnte es für den einen oder anderen irreführend wirken, da im Buch selbst die Liebe eine Nebenrolle spielt und die Herzen und Titel auf dem Cover eben FÜR „Liebe“ sprechen.


Mein erster Chick-Lit Roman, der laut Klappentext, Titel und Cover auch noch eine Portion Liebe beinhalten sollte. Dass sind genau zwei Wege, die ich bis jetzt gar nicht oder sehr, sehr selten betreten hatte. Zu meiner eigenen Sicherheit und die der Autoren. ^^ Die Autorin hatte es hier also alles andere als leicht mit mir als Leser.
Aber diese Leserunde auf Lovelybooks hatte mich mit diesem Thema irgendwie geködert, also bewarb ich mich auf gut Glück und wurde dann doch tatsächlich ausgewählt. Ihr könnt also hier live miterleben, wie mein erster Ausflug denn so war und ob ich nun ein dauerhafter Chick-Lit Leser bin oder doch eher verschreckt wurde…


Antwort: Gar nicht.
Lena ist mit Abstand der sprunghafteste, psychisch instabilste Buchcharakter, mit einer starken Persönlichkeits – und Essstörung und einem völligen Realitätsverlust, der mir jemals ins Bücherregal gewandert ist. Besser KANN man sie einfach nicht beschreiben, denn sie selbst weiß gar nicht so genau, wer sie denn nun eigentlich ist. Oder auch sein will.
Ihre Prinzipien sind oft deutlich, ändern sich dann aber schlagartig zwecks „Männer“ oder dem wechselhaften Trend. Ich hab schon ab der Mitte des Buches aufgehört, sie richtig analysieren zu wollen, denn sie will einfach in keine vernünftige Schublade hineinpassen.

Sie ist frischer Single mit 33 Jahren, war zuvor 11 Jahren in einer alles andere als prickelnder und interessanter Beziehung gefangen und scheint erst jetzt richtig zu leben. Ihrer Meinung nach. Ihre Arbeit als Journalistin bei dem Klatschblatt Grace verliert sie während einer Umstrukturierung der Zeitung.
Ist Lena aber piep egal, denn sie hatte ohnehin nicht weiter vor, dort mit Klatsch und fiesem Tratsch weiterzuarbeiten. Schließlich will sie ernstgenommen werden und auch ernstzunehmenden Journalismus betreiben. Normale Menschen würden jetzt Panik schieben und sich dringend nach einem neuen Job umsehen. Die Miete, das Essen und der Lebensstil müssen ja irgendwie bezahlt werden. Aber wozu hat die Gesellschaft Kreditkarten und Dispos erfunden ^^?
Lena lebt von Anfang bis zum Schluss alleine von diesen zwei Mitteln und ich habe gegen Ende Kopfschmerzen vom vielen Kopfschütteln bekommen.
Wie kann ein Mensch nur so leben? Und das freiwillig? Ich bin mir ziemlich sicher, dass solche Menschen wie Lena existieren und kann nicht mehr, als zu hoffen, dass diese sich Hilfe in Form von Ärzten besorgen. Ganz besonders ihre Essstörung wurde von Szene zu Szene immer schlimmer…Sie trinkt den ganzen Tag Kaffee und ernährt sich von Diätpillen, weil sie der Meinung ist, nicht dem Idalegewicht zu entsprechen.
Ich sah die Hauptprotagonistin, Lena, von Beginn an als einen FIKTIVEN Charakter, der all diese Eskapaden und Tiefschläge in ihrem Leben wegen des Unterhaltungswertes durchleiden musste. Denn das sollte dem Leser von vornerein bewusst sein:
Es ist nicht normal, wie sich Lena mit ihren 33 Jahren gibt und sich in bestimmten Situationen verhält. Für viele dürfte sie auch sehr befremdlich wirken, was ja an sich seine positiven – sowie negativen Seiten hat. Und beide Seiten kann man live mitlesen und sich seinen eigenen Teil über sie und das Buch denken.

Wer sich also gerne mit einem Charakter identifizieren möchte, wird es mit Lena hier nicht leicht haben. Und doch bin ich mir sicher, dass in jedem von uns ein kleines bisschen Lena steckt. Alleine schon ihre „googel“- & Shoppingsucht, das Bloggen, ihr stalkerisches Verhalten und ganz besonders die Selbsttäuschung.
Da lässt sich mit Sicherheit bei einigen Leserinnen Gemeinsamkeiten finden. Und das ist gar nicht schlimm, denn ein bisschen Lena-haft zu sein kann nicht schaden. Aber bitte nur ein bisschen – mit genügend Abstand.
*Zu eurer eigenen Sicherheit*

Hier spielt die Liebe weder eine Hauptrolle noch eine tiefsitzende Handlung. Das sollte dem Leser vorher klar sein.
Alles dreht sich um Lena und ihrem Blog, den sie seit kurzem als „Online Tagebuch“ betreibt. Egal ob am PC oder mit dem iPhone: Sie bloggt mehrmals täglich, was im Buch auch mit Datum, Uhrzeit und sogar ein paar auftauchenden Kommentaren von Bloglesern präsentiert wurde. Man kann sich das ganze so vorstellen: Lena sitzt in einem Café mit Laptop.

Lena geht Bergwandern: Mit iPhone in der Hand um live zu bloggen.
Lena geht in die Disco: Mit iPhone.
Lena hat ein Date: Mit iPhone und dem Kerl. (Soll ja keiner der beiden vernachlässigt werden.) Schließlich muss sie ja ihre (nicht vorhandenen) Leser mit neuen Informationen überschütten, also ist es praktisch ihre Pflicht, ihr iPhone nicht aus den Händen zu legen. Ich hatte mich auch oft gefragt gehabt, ob sie ohne das Teil schlafen gehen konnte. Nicht, das sie dann noch was total Tolles träumt und es nicht umgehend bloggen konnte. ^^

Die Idee dieser Darstellung gefiel mir von Anfang bis zum Schluss und konnte mich für sich gewinnen. Es war nur etwas „seltsam“ als Lena ganz am Anfang z.B. auf der Arbeit über Facebook schimpfte und dann aber (wegen einem Mann ^^) großen Wert auf ihre Internetpräsenz dort legte. Aber das dürfte kein Logikfehler sein, da Lena die ganze Zeit über ihre Einstellung und Meinung häufiger änderte als ihre eigene Unterwäsche.
(Und das auch ohne einen allergischen Ausschlag zu bekommen. ^^)
Im Nachhinein erinnert mich ihr Verhalten stark an die eigene Selbstfindung während der Pubertät. Ist ja auch alles kein Problem, da ich selbst Frauen kenne, die sich nicht ihrem Alter entsprechend verhalten. Bei Lena wurde es aber doch etwas zu extrem dargestellt, weshalb ich das Buch des Öfteren für eine längere Zeit zur Seite legen musste.

Lena ist irgendwie ein Familienmensch. Ihre eigenen Eltern haben sich kürzlich getrennt und dennoch versucht sie die beiden ab und an wieder zu versöhnen. Irgendwie auf ihre ganz eigene Art und Weise. Dennoch hat sie keine gute und enge Bindung zu ihnen, was vielleicht auch ein bisschen erklären könnte, wieso Lena oftmals die falschen Entscheidungen in ihrem Leben getroffen hatte. Auch ihre besten Freundinnen sind je nach Situation und Stimmungsschwankung entweder die Guten oder die Bösen.
Irgendwie wechselt sich das ständig und am Ende steht Lena eigentlich ganz alleine da und lebt in ihrer eigenen, oftmals egoistischen Welt. Ihre Obsession gegenüber diesem EINEN Kerl, denn sie auf einem Junggesellinnenabschied mit ihren Freundinnen auf Sylt getroffen hat, konnte ich bis zum Schluss nicht nachvollziehen. Aber gerade DAS ist DER Auslöser für all das kommende.
Lena kennt ihn kaum, war auch selbst stark betrunken, als sie sich mit ihm unterhielt, aber es funkte ihrer Meinung nach einfach.
Und dieser „Funke“ bestimmt fortan ihr ganzes Leben: Sie denkt, schreibt und tut nichts anderes, als herauszufinden, wer Björn nun eigentlich ist und noch viel wichtiger: Wie sie ihn für sich gewinnen kann. Da lügt sie ihn und andere auch gerne mal an, um bei ihm landen zu können.

Das Buch diente der Unterhaltung und es hatte mich auf seine Art und Weise auch unterhalten können. Lenas Art war hin und wieder Lustig und auch interessant zu belesen, aber mein Kopfschütteln während dem Lesen war dann doch prägnanter und sorgte schnell dazu, dass ich Schmerzen nach dem Lesen verspürte. 

Das Buch ist also nichts für „zwischendurch“ bei dem man einfach abschalten mag. Dafür war ich persönlich viel zu intensiv drinnen und musste mich auch zu stark über ihr Verhalten aufregen und ganz besonders schämen. Über die tolle Recherche und auch den Schreibstil kann ein Leser wie ich es einer war, nur lobend die Daumen heben. Da passte einfach alles und ich kaufte Lena das „Bloggen“ ab. Das war so einer der größten, positivsten Dinge, die mir auffielen. Ganz großer Pluspunkt.



„Liebe kann man nicht googeln“ mag kein Besteller sein oder mit einer tiefen Handlung und tragischen Liebesgeschichte glänzen, aber diese Geschichte war allgegenwärtig in meinem Kopf und schlug Wurzeln darin. Es schockte mich oftmals mit seiner Hauptprotagonistin und dennoch hatte es mich ehrlich gesagt auf eine verstörende Art und Weise unterhalten können. Ich weiß nicht, inwiefern ich es welchem Leser empfehlen kann, aber mal „reinlesen“ würde niemanden schaden.



Und auch hier tue ich mich wieder schwer. 3 Marken wären eigentlich zu wenig und doch irgendwie eine passende Antwort zu meinen Kopfschmerzen während dem Lesen. 
Aber da ich mich wirklich so dermaßen über Lena und das Buch aufregen konnte, werde ich knappe 4 Marken vergeben müssen. Die Geschichte stimmt zum Nachdenken und diskutieren mit den Freundinnen an und das war mit Sicherheit auch der Zweck des Buches.


Danke an die Autorin und 
Lovelybooks für die Leserunde. ^.^





(Das Copyright von Text & Bildmaterialien liegt bei den jeweiligen Verlagen und deren Autoren, die allesamt bei uns im Impressum erwähnt worden sind.)
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