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30. Januar 2014

"Vollendet" von Neal Shusterman / Rezension


http://www.storyman.com/https://www.facebook.com/nealshustermanhttp://www.fischerverlage.de/buch/vollendet/9783737361668

http://www.amazon.de/gp/product/3737367183/ref=s9_psimh_gw_p14_d0_i1?pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&pf_rd_s=center-2&pf_rd_r=0D1DW6YB53RHB43XFPC5&pf_rd_t=101&pf_rd_p=455353807&pf_rd_i=301128


Neal Shusterman, geboren 1962 in Brooklyn, schrieb seine ersten Geschichten bereits zu Schulzeiten. Er studierte in Kaliforniern Psychologie und Theaterwissenschaften, mittlerweile widmet er sich ganz dem Schreiben von Jugendbüchern und Drehbüchern für Fernsehserien und Spielfilme.



Jeder hat das Recht zu leben - bis zu seinem 13. Geburtstag... Der 16-jährige Connor hat ständig Ärger. Risa lebt in einem überfüllten Waisenhaus. Lev ist das wohlbehütete Kind strenggläubiger Eltern. So unterschiedlich die drei auch sind, eines haben sie gemeinsam: Sie sind auf der Flucht. Vor einem Staat, in dem Eltern ihre Kinder im Alter von 13 bis 18 Jahren „umwandeln“ lassen können. Die Umwandlung ist schmerzfrei. Jeder Teil des Körpers lebt als Organspende in einem anderen Organismus weiter. Aber … wenn jeder Teil von dir am Leben ist, nur eben in jemand anderem ... lebst du dann, oder bist du tot?

Schlicht und einfach trifft es wohl am besten, denn außer dem Titel und dem Autorennamen ist nichts weiter darauf zu sehen. Das heißt aber nicht, dass das Cover dieses Buches langweilig ist. Ganz im Gegenteil. Gerade durch diese Schlichtheit, wird das Augenmerk auf den Inhalt der Geschichte geführt. Wirklich rein gar nichts lenkt von dem Text zwischen der ersten und der letzten Seite ab.


Nordamerika nach dem zweiten Bürgerkrieg, oder auch „Heartland-Krieg“, ist endlich wieder ruhig. Die „Charta des Lebens“ bestimmt, wann Kinder angetrieben werden dürfen und wann nicht. Conner ist einer von den sogenannten Wandlern. Er ist 16 und seine Eltern wollen ihn Rückwirkend „wegmachen“ lassen. Allerdings ist Connor dagegen und flieht in einer Nacht und Nebelaktion, bei der er leider nicht ungesehen bleibt. Eine Autobahnvollsperrung und Kindsentführung später, sitzt er mit Lev und Risa im Wald. Lev will umgewandelt werden und Risa ist ein Mündel des Staates. Wohl oder übel kämpfen sie nun zusammen ums Überleben. Die Erzwungene Freundschaft endet ist einem großen Knall, bei welchem die wahren Gesichter der Menschen zu Tage kommen.


„Vollendet“ stand eigentlich nie auf meinem Leseradar. Nachdem ich aber den zweiten Teil als Rezensionsexemplar bekommen hatte, dachte ich mir, es wäre vielleicht ganz hilfreich, mit dem Ersten anzufangen. Im Nachhinein betrachtet war das eine wirklich sehr gute Idee.

Die Geschichte spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft. Die Abtreibungsbefürworter und die Gegner haben einen zweiten Bürgerkrieg ausgelöst, der erst mit dem Inkrafttreten der “Charta des Lebens“ beendet werden konnte. Nun haben Eltern die Möglichkeit, ihr Kind zwischen dem 13. Und 18. Lebensjahr rückwirkend umwandeln zu lassen. Davor ist das Kindswohl geschützt. Was im ersten Moment wirklich gut klingt, (denn wer lässt sein eigenes Kind mit 13 Jahren „wegmachen“?), breitet seine ganze grauenvolle Realität erst nach und nach aus.
Den die Möglichkeit Ungehobelte oder schultechnisch schlechte Kinder „umwandeln“ zu lassen wird durchaus von vielen in Anspruch genommen. Die Thematik klingt dramatisch, wird aber durch einen sehr flüssigen und fast schon abgeklärten Schreibstil so verdammt glaubhaft dargestellt, dass ich zwischendurch nur entsetzt den Kopf schütteln konnte.

Ich wusste vor dem Lesen nicht, was mich erwartet und war danach sogar noch mehr geschockt. Was als seichter Jugendroman beginnt, hinterfragt das Recht jedes einzelnen auf seine Daseinsberechtigung. Einerseits wird die Abtreibung rigoros Unterbunden, andererseits kann ein 13jähriges Kind einfach so „verschwinden“.
Und was dann mit den Kindern passiert, ist noch schlimmer, denn „streng genommen“ sterben sie nicht. Die Umwandlung zerlegt sie in ihre Einzelteile, dabei sind sie bei vollem Bewusstsein. Die Einzelteile werden dann gespendet. Organspende in einem ganz anderen Stil, wobei sich immer wieder die Frage stellt, wie die Organisatoren das mit ihrem Gewissen und ihrer Moral vereinbaren können. Als Leser muss man sich mit dem pro und Contra dieser und vielen anderen Fragen auseinander setzen, während man die Hautprotagonisten Conner, Risa und Lev auf ihrer Reise begleitet.

Die Story ist in meinen Augen nichts für schwache Nerven und ich bin mir nicht sicher, ob „Jugendroman“ hier passt. Die zarte Liebesgeschichte läuft eher nebenher und drängt sich nicht in den Vordergrund, wodurch die Kernaussauge der Geschichte aber nur umso schrecklicher erscheint.

Conner ist 16 Jahre alt und soll umgewandelt werden. Er fällt von einer Schlägerei in die nächste, meistens ungewollt oder um sich zu verteidigen. Bei seiner spektakulären Flucht legt er die Weichen für viele Gerüchte und zieht so die Aufmerksamkeit aller Wandler auf sich. Kommt er zuerst einfach als rebellischer Teenager rüber, so vollzieht er während den ganzen Erlebnissen eine Wandlung, deren Ausmaß erst am Ende gänzlich ersichtlich ist. Conner ist nicht der, der er zu sein scheint und wenn er schon sterben soll, dann wenigstens so wie er will.

Risa ist ein Mündel des Staates. Sie kennt ihre Eltern nicht, wurde „gestorcht“ und ist in einem Heim gelandet. Sie hat Talent, aber nachdem sie bei einem Klavierkonzert gepatzt hat, wird sie mit anderen Mündeln in einen Bus geladen um zu einem sogenannten „Ernte-Camp“ gebracht zu werden. Bei der ersten Gelegenheit flieht sie vor der drohenden Umwandlung.

Lev ist ein „Zehntopfer“. Seine Familie ist strenggläubig und gibt von allem den zehnten Teil an. Und Lev ist ihr zehntes Kind. Sein ganzes Leben lang wurde er auf die Umwandlung vorbereitet. Er wird ausschließlich mit Samthandschuhen angefasst, darf alles, bekommt alles und lernt während seiner Zeit mir Conner und Risa, dass das Umwandeln nicht das ist, was die Regierung den Menschen weiß machen will. Allerdings ist der Glaube an die Umwandlung tief in ihm verwurzelt.
Die Entwicklung, die er während der Geschichte zurücklegt, ist wohl die Härteste der ganzen Geschichte.

Neal Shusterman sorgt mit seinem Roman „Vollendet“ für eine sehr ausweitende Diskussionsgrundlage. Gesellschaftskritisch und schonungslos ehrlich führt er dem Leser eine Möglichkeit vor Augen, wie die Welt aussehen könnte wenn der Weg der Menschheit, genau diese Richtung einschlägt, die er hier beleuchtet. Natürlich ist alles nur Fiktion, aber während des Lesens konnte ich es nicht als reine Fiktion ansehen, denn auch wenn die Protagonisten zwischen 13 und 16 sind, sind sie reifer als manch ein Erwachsener im Buch.
Sie wissen, was auf sie zukommt und dass die Umwandlung nicht so toll ist, wie gerne alle glauben wollen. Die Erwachsenen lassen sich mit Phrasen und Schönreden um den Finger wickeln. Sie verschließen die Augen vor der Wirklichkeit, aber im Grunde sind sie überfordert mit der Erziehung ihres Kindes.
Sie lassen es verschwinden, in dem Glauben, dass es ja als Teil von jemand anders weiterlebt. Sie töten es eigentlich nicht.

Genau diese dunkle Seite der Umwandlung zeigt der Autor auf zwei verschiedene Arten.

Einmal in Form von CiFy.
Ein Junge der alles hat und nun nicht mehr alleine mit seinen Gedanken sein kann. Durch die ganze Erzählung von Conner und seinen Freunden zieht sich noch eine andere Geschichte.

Die Legende von Humphrey Dunfee.
Ein Junge der Umgewandelt wurde, obwohl es sich die Eltern anders überlegt hatten. Diese kleine Geschichte ist noch ergreifender als das Schicksal der Kinder die letztendlich in den Ernte-Camps umgewandelt werden.

Ich will hier nicht zu viel verraten, aber „Vollendet“ hat mich persönlich wirklich positiv überrascht. Morgens mit dem Lesen angefangen konnte ich nicht wieder aufhören damit. Der Schreibstil hatte mich von Anfang an mitgerissen, die Charaktere ließen mein Gefühlsleben hin und her schwanken und der Spannungsbogen wartete mit einer Überraschung nach der nächsten auf. Das fulminante Ende des ersten Teils der „Vollendet“ Trilogie stapelt die Erwartungen an den zweiten Teil recht hoch und ich bin froh, ihn hier schon liegen zu haben.



Neal Shusterman zeichnet eine Zivilisation auf, deren Schrecken nicht bei den blutigen Zombies oder einem Serienkiller liegt. Es sind die Menschen selbst, die den Schrecken verbreiten und ihre Menschlichkeit hinter die Entscheidung anderer stellen.
Wenn eine Person von ganz oben sagt, dass alles gut ist, so wie ist es, warum sollten Eltern das dann infrage stellen? „Vollendet“ ist eine Dystopie, die mehr Wahrheiten beinhaltet, als gut für sie ist. Der Leser hat lange an der Thematik zu knabbern und sie ist alles andere als leicht verdaulich.




Ohne Frage gibt es hier von mir 5 von 5 Marken. Ich lese gerne Dystopien und bin immer auf der Suche, nach „der Einen“ unter Vielen. „Vollendet“ hat sehr gute Chancen, genau diesen Titel von mir zu bekommen. .
Liebe grüße








(Das Copyright von Text & Bildmaterialien liegt bei den jeweiligen Verlagen und deren Autoren, die allesamt bei uns im Impressum erwähnt worden sind.)
3 mal erwischt
  1. Guten Morgen Tilly,

    sehr schöne Rezi.

    UFF ich habe das Buch in der Buchhandlung schon ein paar Mal in der Hand gehabt, konnte mich aber nie so recht entscheiden ob ich es mitnehmen soll oder nicht.
    Die Thematik ist schon nicht ohne und ich habe befürchtet, dass es, wie du schon sagst, "Nix für schwache Nerven ist".

    Und ich bin doch so zart besaitet. *g*

    Ich brauche immer einen Hoffnungsschimmer und wenn er noch so winzig ist.

    Ganz liebe Grüße *und noch bissl Glitzer da lass*
    Janina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Guten Nachmittag Janina,

      danke, es hat auch Spaß gemacht, die Rezi zu schreiben. :-)

      Also, solltest du noch mal in einer Buchhandlung an dem Buch vorbei laufen, solltest du es wirklich mitnehmen. Die Thematik hat es zwar in sich, aber die Geschichte ist alles andere als Blutlastig. Von daher gehe ich davon aus, dass sie auch für dich als "zart besaitete" Leserin durchaus geeignet ist. ;-) ^^

      Und du kannst ja zwischendurch die Augen zu machen, falls es zu schlimm wird. :-D

      *dich mit Glitzertstaub einhüllt*
      Liebe Grüße

      Tilly

      Löschen
  2. Ich LIEBE dieses Buch! Es ist gleichermaßen schockierend und so real, der Autor überrascht mit immer neuen Ideen - auch Band 2 ist fantastisch! Müsst ihr bald lesen :-)

    Liebe Grüße

    Steffi

    AntwortenLöschen

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