.sidebar h2{ text-align: center; }#layout #sidebar { display: none !important }/** * Suchfeld mit Lupe */ .searchfield{ position: relative; border: dotted 1px #D6D4D5; padding: 3px; background: url(https://googledrive.com/host/0Bz6HRVCs7oBaS0R2cTFvRDM4bzA/) no-repeat right; width: 150px; transition: .3s linear; font-family: Arial; } .searchfield:Focus{ border: solid 1px #D6D4D5; width: 170px; transition: .3s linear; } -->

16. Januar 2014

"Brixton Hill" von Zoë Beck / Rezension

http://www.amazon.de/Brixton-Hill-Roman-Zo%C3%AB-Beck-ebook/dp/B00G92NH8U/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1389870430&sr=8-1&keywords=brixton+hillhttp://www.zoebeck.net/sites/index.phphttps://www.facebook.com/ZoeBeckSeite?fref=tshttp://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Brixton-Hill-Roman/Zoe-Beck/e426386.rhd




Zoë Beck, geboren 1975, wuchs zweisprachig auf und pendelt zwischen Großbritannien und Deutschland. Ihre große Liebe neben der Literatur ist die Musik: Mit drei Jahren begann sie, Klavier zu spielen, gewann bald darauf diverse Wettbewerbe und gab zahlreiche Konzerte. Heute arbeitet sie als freie Autorin, Redakteurin und Übersetzerin. 2010 erhielt sie den Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte "Bester Kurzkrimi".


Wir finden dich. Halte dich bereit! London, in einem der Luxushochhäuser von Canary Wharf: Erst fällt die Klimaanlage aus, dann der Strom. Sämtliche Ausgänge sind verriegelt, und Rauch strömt aus den Belüftungsschächten. Em muss hilflos zusehen, wie ihre Freundin im 15. Stock panisch ein Fenster zertrümmert und hinausspringt. Kurz darauf wird Em verhaftet. Sie soll sich in die Computer des Gebäudes gehackt und die Freundin dadurch in den Tod getrieben haben. Jemand spielt ein falsches Spiel. Und macht Jagd auf Em …


Das Cover sagt mir persönlich ausgesprochen gut zu. Nicht mit dem üblichen Motiv, wo ständig eine Frau zu sehen ist, werde ich hier konfrontiert. Stattdessen entschied man sich für eine schlichte aber wirkungsvolle und mehr als zum Inhalt passende Schwarzweiß Fotografie von alt wirkenden Häusern. Da die Umstrukturierung von Londoner Vierteln eine große Rolle im Buch spielt, stellt dieses Bild eben die noch alten und vorhandenen Häuser da. Auch die grüne Titelschrift, die sich etwas vom Cover abhebt, passt sich der Atmosphäre des Bildes an und harmoniert perfekt zur Handlung und der Schwarzweißfotografie. Dank dem Cover wäre mir das Buch in jedem Buchladen sofort ins Auge gesprungen und meine Neugierde ist auf alle Fälle schon mal geködert worden.


Ein Rauchbombenangriff in den Lüftungsschächtern des Limeharbour Towers, eine Frau, die daraufhin panisch aus dem 15. Stockwerk springt. Mitten im Geschehen ihre Freundin Emma Vine, deren Handy sich zuvor im Wlan – Netzwerk des Gebäudes eingeloggt hatte und angeblich der Auslöser für den Angriff war. Hinzu kommt Emmas Stalker, der sie nicht nur wochenlang verfolgt, sondern auch ein Computer Hacker ist. War das also sein ganz persönlicher Rachefeldzug gegen sie, weil sie seine Liebe nicht erwiderte und die viel relevantere Frage: Wie weit wird er noch gehen?


Brixton Hill ist ein in meinen Augen ein noch verharmlost geschriebener Thriller rund um Gesellschaftspolitik, Hackergemeinschaften, Umbauten alter Londoner Viertel, Immobilienkriege und einigem mehr. Hier erwartet den Leser keine Blutschar an Verletzungen oder stark gewalttätige Szenen. Viel subtiler schleicht sich der Thriller in die Handlung mit rein und hinterlässt nach und nach seine bitteren Spuren. Wo genau diese letztendlich hinführen, wird dem Leser nicht sofort offenbart. Dennoch verfehlt er nicht seine erschreckend reale Wirkung und die Autorin hat mit knappen Tatsachen einen Thriller im Buch erschaffen, der weit tiefer geht, als man es auf den ersten Seiten voraussehen kann. 

„Das ist unser Zuhause und wir lassen uns nicht vertreiben.“
(© Text: Verlag: Heyne, Autor: Zoe Beck)

Denn alle Wege führen am Ende nach Brixton.
Oder zu mindestens zu dem, was man aus Brixton machen will: Altes raus, Neues rein. Und wer nicht verkaufen möchte, wird ohne jegliche Skrupel herausgejagt. Mit welchen Mitteln dies bewerkstelligt wird, schweigt man in der Presse tot. Es klappt ja schließlich auch in anderen Vierteln von London. Es herrscht eben derjenige, mit mehr Geld und Macht.
Und das sind mit Sicherheit nicht die Bewohner des noch alten Teiles in Brixton. Die Menschen, die dort noch in den ärmlicheren Gegenden leben kämpfen für das, was sie besitzen. Doch was hat das alles mit Emma Vine und ihrer Freundin Kimmy Rasmussen zu tun, die sich in den ersten Seiten voller Panik aus dem 15. Stockwerk geworfen hat?
Das fragte ich mich zusammen mit Emma während dem Lesen immer wieder aufs Neue und die Autorin machte uns den Weg bis hin zur Auflösung nicht leicht.




Emma Vine ist die Enkeltochter von Patricia Everett, der die Everett Privatbank gehört. Sie selbst hat einen Zwillingsbruder, mit dem sie sich gemeinsam eine Wohnung teilt.
Die Familie Everett wird schon beinahe als adelig beschrieben und verhält sich dementsprechend auch so gegenüber sich selbst und der Gesellschaft. Ihre Mutter verließ sie im Kindsalter und ihr Vater verstarb. Somit wuchs sie mit ihren Zwillingsbruder bei ihrer Großmutter im Haus auf, zu dem sie aber nicht wirklich ein enges Verhältnis pflegt. Ihre Tante mütterlicherseits wohnt gemeinsam mit ihrem Mann ebenfalls im Haus und sie war auch teils für die Erziehung der zwei Weisen zuständig. In der Familie selbst herrscht eine recht reservierte Stimmung.
Irgendwie bekam man immer intensiver das Gefühl vermittelt, dass sich niemand leiden kann und nur zwecks Verwandtschaft und Erziehung wurde alles zusammengehalten. Schließlich steht der Name Everett für Wohlstand und darf daher nicht mit irgendwelcher miesen Presse negativ ins Licht gerückt werden. Diese Tatsachen legte mir die Autorin nach und nach vors Auge und erst gegen Ende entdeckte ich ein Funken Sympathie für ein Familienmitglied. Denn eine große Stärke im Buch, die mir positiv aufgefallen ist, sind die meist später aufkommenden Hintergründe, die uns ein Einblick in das Verhalten mancher Charaktere im Buch ermöglichen. Später dazu aber noch mal kurz etwas mehr.


Ohne irgendwie nur in Versuchung zu geraten, den Leser mit unnötigem Infodumping zu behelligen, entschied sich die Autorin am Anfang relativ schnell den Ball ins Rollen zu bringen:
»Mit dem Selbstmord und Sturz einer Frau vom 15. Stockwerk.«
Und auch danach, geht alles Schlag auf Schlag:
Em wird verdächtigt und verhört, dann aber mangels Beweisen wieder freigelassen. Ein weiteres tragisches Ereignis stürzt auf sie zu und lässt sie einfach nicht zur Ruhe kommen. Irgendwer scheint es auf sie abgesehen zu haben und es wollte sich bis zum Schluss hin kein genauer Grund dafür finden lassen.

Doch für Em selbst war von Anfang an klar, wer dahinter stecken könnte: Alan. Ihr ganz persönlicher Stalker. Mit ihm kommt auch gleich ein weiteres, wichtiges Element hinzu:
»Das Internet.«
Denn er selbst ist ein Hacker und laut ihren eigenen Vermutungen soll er sie durch seine Fähigkeiten in diese ganzen Dinge mit hineingezogen haben.
Die Einführung von Alan war kurz und bündig und man wird nicht so schlau aus ihm. Durch Em´s Schilderungen, wie sie ihn kennenlernte und seine Annäherungsversuche dann wieder ablehnte, ersteht ein sehr offensichtliches Bild über ihn.
Es ist nur logisch, dass er insofern als Tatverdächtiger ins Licht rückt und doch steckt so viel mehr dahinter. Ich kann gar nicht oft genug loben und betonen, wie passend alles ins Bild gesetzt wurde und mich als Leser nicht mehr losgelassen hatte. 


Trotz diverser Schicksalsschläge war Em steht’s taff und kaltherzig. Irgendwie konnte sie so rein gar nichts zur Weißglut bringen und sie war die ganze Zeit über mit einem klaren Kopf durch die Handlung geschlendert. Schließlich blieb keine Zeit für Selbstmitleid und Trauer. Manch einen könnte ihre Art stören aber so ist ehrlich gesagt die gesamte Handlung, der Schreibstil und auch die übrigen Charaktere im Buch: Taff und kaltherzig. Im positiven Sinne.

Eigentlich sollte Em Vine auch der Hauptprotagonist der Geschichte sein und doch stahl ihr in meinen Augen die Handlung im Buch das Rampenlicht. Diese nach und nach zu Schildern würde euch aber nur all die tollen Verzweigungen und Überrascher verderben, aber lasst euch einfach gesagt sein, das hier nichts so ist, wie es scheint. Der Klappentext und auch meine Inhaltsbeschreibung erläutern euch gerade mal 1% von dem, was sich alles im Buch abspielen wird. Durch die allwissende Erzählerperspektive machte ich mich als Leser mit vielem drum herum vertraut, anstatt „nur“ mit dem Blickwinkel der Protagonistin zu beobachten. 




Dabei wurde ich sogleich mit dem etwas andersartigen Schreibstil der Autorin konfrontiert. Kühl und distanziert und exakt die richtigen Happen an Informationen – so wurde ich durch die Seiten gebracht.
Absatzlange Sätze, dann wieder knappe. Es mischte sich mit der kaltwirkenden Atmosphäre im Buch, bei dem Emotionen überflüssig waren. Hier herrschte nur die Handlung und genau so war es richtig.
Menschen, die sich also mehr mit den Charakteren identifizieren wollen, werden bei Emma Vine anfangs eventuelle Probleme bekommen. Das legte sich bei mir aber z.B. schnell wieder denn es gab einfach wichtigeres zu verstehen und zu beobachten.

Was mir hier besonders gefiel waren unter anderem der Kernpunkt der Geschichte (zwecks Spoilergefahr will ich diesen aber nicht benennen), dann die Einführung über die Macht und Gefahr des Internets. Die Hacker-Bausteine hätten ruhig tiefer gehen können aber ich war auch mit der vorhandenen Menge ein zufriedener Leser. Von den gut inszenierten Wendungen in der Handlung bis hin zum Schreibstil: Es war ein wahrer Segen für meine Augen.
Und vor allem die verschiedenen Blickwinkel, die auftauchende Vorurteile und Verständnis in mir hervorriefen.

Beispiel: Em beobachtet bei einer „Fette-Mieten-Party“ wie ein Polizist knallhart auf einen Demonstranten einschlug und einfach nicht mehr aufhören konnte. Hier verdeutlichte uns die Autorin, wie vieles auf den ersten Blick wirkte ohne das einem klar sein könnte, dass immer zwei bei einer Auseinandersetzungen dazugehören. In den nächsten Seiten bekam ich anschließend einen Einblick aus der Sicht von den beiden und wie das alles zu Stande kam. In diesen Dingen steckte so viel mehr Bedeutung und ich war regelrecht begeistert von der dezent angedeuteten Botschaft, die sich stetig wieder durch die Seiten schlängelte.

Brixton Hill ist ein Thriller, der gar nicht erst versucht, offenkundig einer zu sein, sondern sich mit den auftauchenden Handlungen zu einem macht. Hier begeht man nicht einfach einen Mord oder hinterlässt eine Blutspur nach dem anderen: Hier wird gesehen und versucht zu verstehen. Menschen werden vorgestellt, ihre Geschichten nachgereicht und dann verschwinden sie und hinterlassen einen bitteren Nachgeschmack. Dass alles gehört aber zum eigentlichen Kernpunkt der Geschichte und man ist, und wird über die Aufdeckung jedes Mal aufs Neue überzeugt und überrascht.




Ich bin ein schwer zufriedenstellender Leser und meine Erwartungen an Bücher sind deswegen nicht sonderlich hoch, gerade weil ich schon viel schlechte Erfahrungen gemacht habe. Besonders in meinem Lieblingsgenres „Thriller“ & „Krimi“ hat es bisher noch kein Deutscher Autor geschafft, dass ich großzügig Lobeshymnen verteile oder Begeisterungssprünge vollbringe.

Daher war Zoë Beck´s „Brixton Hill“ für mich die perfekte Überraschungslektüre zum Jahresende. Es erwarteten mich Seiten voller Spannung und Wendungen. Die altbekannte „Enttäuschung“ ließ sich keine Zeile lang blicken. Für jeden zu empfehlen, der sich gerne in einen guten Thriller vertiefen und sich von einem ordentlich geplotteten Handlungsstrang verwöhnen lassen will. Ich kann endlich von mir geben, dass ich eine deutsche Autorin im Thriller Genre gefunden habe, die mich überzeugen, fesseln und rundum zufrieden machen konnte. 






Für mich gibt es nur zwei Sorten von Autoren, die sich im Thriller-Genre bewegen: Die, die es können und die, die es versuchen aber klaglos daran scheitern. Selbstverständlich vergebe ich also für das Können 5 Marken. Meine Begeisterungssprünge und Lobeshymnen inklusive.

Liebe Grüße



(Das Copyright von Text & Bildmaterialien liegt bei den jeweiligen Verlagen und deren Autoren, die allesamt bei uns im Impressum erwähnt worden sind.)
0 mal erwischt

Kommentar veröffentlichen

Hallo ihr Lieben - hier könnt ihr alles loswerden, was euch so auf den Herzen liegt. ^.^ Wir versuchen auch so schnell wie möglich auf eure Kommentare zu antworten. :D

Labels

(26) 0 (5) 1 (13) 2 (27) 2 1/2 (1) 3 (63) 4 (122) 4 1/2 (1) 5 (178) A.P.P. (1) Aeternica (2) Aktion (4) Aktuell (28) Albrecht Knaus (1) Amrûn (34) Anthologie (23) Arena Verlag (2) arsEdition (2) Art Skript Phantastik Verlag (10) atb (1) Autorenleben (1) Balladine Publishing (1) Bastei Lübbe (6) Begedia (4) Beltz (1) Bianca Gastrezi (3) bittersweet (2) Blanvalet (4) Blog dein Buch (9) Blogtour (30) BlogtourKnigge (5) bloomoon (1) BOD (1) Boje (1) books2read (3) bookshouse (5) Bookspot (1) btb (1) btb Verlag (1) Buch des Monats (12) Buch vs. Film (3) Buchbesprechung (3) Buchmesse (6) Buchvorstellung (1) carl´s books (2) Carlsen (4) cbj (2) cbt (6) Challenge (6) Coppenrath Verlag (4) Cordula Broicher (1) Deuticke Verlag (1) Die Liga der Besonderen (5) dotbooks (2) dp (4) Drachenmond (8) Drama (1) Droemer (1) dumont (1) Dystopische Literatur (3) e-short (1) EDITION TAKUBA (1) Egmont INK (2) Eisermann Verlag (1) fantastic shades (1) Feelings (1) Fischer Sauerländer (2) FJB (5) Flashback (12) Gemeinsam Lesen (25) Gewinnspiel (60) Goldmann (8) HarperCollins (3) Heartbeat Books (1) Heyne (18) HEYNE Fliegt (9) Im.press (9) In Flagranti stellt vor (14) Indie (181) Indieversum (1) Interview (7) ivi (4) Jack (179) Jack & Tilly (111) Jane Doe (1) Jastina (1) Joan Smith (7) John Doe (4) Klappentext-Donnerstag (2) Knaur (11) Koios Verlag (3) Kolumne (8) LBM (1) Lesenacht (1) Leserunde (1) Lesung (1) Limes (2) Loewe (1) Lovelybooks Leserunde (22) Lucid Dreams (2) Luzifer Verlag (4) Lyx (2) Maibook (1) Mandala Verlag (1) MIRA Taschenbuch (2) Montagsfrage (1) Neues aus dem Indieversum (12) Neues Regalfutter (42) Oetinger (6) ohneohren (1) Papierverzierer Verlag (8) Penhaligon (3) Periplaneta (4) PIPER (4) Plaisir D´amour (1) PRovoke Media (1) Qindie (67) Ravensburger (2) Rezension (406) Romance Edition (1) rororo (1) Schnelle Nummer (5) SerienRezension (7) Siebenverlag (2) Sperling Verlag (1) Statistik (20) SuB Abbau (3) Sutton (1) Tag (7) Tilly (251) TTT (9) Ueberreuter (3) Ullstein (1) Update (1) Vorstellung (2) Weltenschmiede (2) Weltenwanderer (1) Wunsch der Woche (1) Zwischenpost (116)