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7. Januar 2014

"Sonntags Tod" von Carla Berling / Rezension




Titel: SonntagsTod
Autor: Carla Berling
Kindle Edition: 298 Seiten
Sprache: Deutsch
ASIN: B00FGUDG5A
Preis:  3,99 Euro
HP
FB





Carla Berling, Ostwestfälin mit rheinländischer Mentalität, veröffentlicht seit 2000 Romane und humorvolle Texte. Bekannt wurde sie durch ihre kabarettistischen Lesungen »Jesses Maria: temperamentvolle Gemeinheiten«, mit denen sie zweimal im Jahr durch Deutschland tourt.
»Sonntags Tod« ist ihr erster Krimi, weitere werden folgen.
Carla Berling ist verheiratet und lebt in Köln.


In der kleinen Stadt scheint die Welt in Ordnung zu sein - bis der Hotelier Richard seine Frau Verena und sich selbst tötet.
Ira Wittekind kehrt zur Beerdigung der Freundin an den Ort ihrer Kindheit zurück.
Die Reporterin wird wenig später Zeugin, als eine halb verweste Leiche in einer verwahrlosten Wohnung gefunden wird.
Und dann entdeckt sie den tragischen Zusammenhang zwischen dem Tod von Verena und Richard, dem Toten im Dreck
und einem schrecklichen Unglück in der Vergangenheit.


Das Cover ist eher unscheinbar und um ehrlich zu sein, im Laden würde ich wohl daran vorbeilaufen. Nach dem Lesen wird aber schnell klar, dass es perfekt auf den Inhalt abgestimmt ist und durchaus auch die Grundstimmung der Protagonisten widerspiegelt: Während des „ermitteln“  tappen sie meistens wie im Nebel umher.


An dieser Stelle erst einmal ein Dankeschön an Carla Berling für das Rezensionsexemplar.
Außerdem verzichte ich hier auf die gesonderte Inhaltsangabe, da der Klappentext meines Erachtens schon genug verrät.

Wie bin ich zu „Sonntags Tod“ gekommen? Das haben wir einzig und allein Facebook zu verdanken. Ich hab die Werbung um dieses Buch mitverfolgt und als ich dann von Rezensionsexemplaren las, musste ich zugreifen. Ich muss zugeben, Krimis sind eigentlich nicht mein bevorzugtes Genre. Wenn ich dann aber mal einen lese, greife ich gerne zu Agatha Christie, Stephan Ludwig oder Jussi Adler-Olsen. Carla Berling hatte es also nicht leicht bei mir. Ob sie mich dennoch in Krimi-Rätsel-Stimmung versetzen konnte? Ermitteln wir zusammen …

Die Geschichte beginnt mit einer Trauerfeier auf einem Friedhof. Ich als Leser begleite die Hauptprotagonistin Ira Wittekind bei der Beerdigung ihrer Schulfreundin Verena und deren Mann.
Während Ira die seltsamsten Gedanken durch den Kopf gehen, „stellte“ sie mir die Trauergäste vor. Aufgrund der vielen Namen und Familienverhältnisse innerhalb der Szene alles etwas verwirrend, ist der Ort als erste Bekanntmachung der ganzen agierenden Personen aber dennoch sehr gut gewählt.
Zudem fand ich schnell einen direkten Zugang zu Ira und konnte während der Geschichte jeden ihrer Gedankengänge und ihre Handlungen nachvollziehen. Sie ist die Frau von nebenan. Genau so jemanden möchte ich als Freundin haben. Dieses Gefühl vermittelte mir die Autorin und schaffte somit eine klare Verbindung zwischen mir als Leser und ihrer Figur. Ira ist bodenständig, weiß was sie will und wie sie es bekommt. Ich merkte, dass sie Spaß hat an dem was sie macht und das die Autorin Spaß hatte, während sie diese Protagonistin erschuf. Natürlich hat Ira auch ihre Ecken und Kanten. Sie steht mitten in der Blüte ihres Lebens, hat schon viel erlebt und das merkt man einfach. An ihren Handlungen, Überlegung und daran, wie sie sich selbst gibt.
Und genau dieses Bild von Ira fand ich super erfrischend. Weg mit den 16-jährigen Schulmädchen, weg mit den üblichen verkorksten Frauenbildern! Carla Berling erschafft hier ein vollkommen neues Protagonistenbild, so frisch wie eine gerade erschossene Leiche. Sie servierte mir hier eine Protagonistin die einfach „nur“ ihr Leben gelebt hat und damit war sie so verdammt glaubhaft, dass ich mit guten Gewissen sagen kann: Besser hätte es das Leben nicht als Vorlage liefern können.

Neben Ira gibt es den zweiten, meiner Ansicht nach heimlichen Hauptprotagonisten. 
Andy Weyer, cooler Typ in Lederjacke, alter Schulkollege von Ira und oftmals der Stein des Anstoßes wenn es um Iras Überlegungen geht. Mir kam er ein bisschen wie die treibende Kraft hinter den Ermittlungen vor, auch wenn Ira das natürlich niemals zugeben würde. Er ist ebenfalls ein Mann, der weiß was er will. Der schon ein halbes Leben gelebt hat und trotzdem, oder gerade deswegen, gute Gelegenheiten beim Schopf packt. Zwischenzeitlich sieht es zwar so aus, als würde er sich das Leben ganz schön einfach machen, aber in meinen Augen gehörte das zur Figurenentwicklung dazu. Auch wenn Andy Weyer ein gestandener Mann mittleren Alters ist, vollzieht er innerhalb der Geschichte dennoch eine kleine Wandlung, die letztendlich nicht offensichtlich aber vorhanden ist. Die Autorin setzt ihrer weiblichen Leserschaft hier ein sympathisches, nicht unbedingt neues, aber durchaus ansehnliches Bild eines Protagonisten vor.
Wo wir gerade bei Männern und Frauen sind. Natürlich war von Anfang an klar, dass sich zwischen den beiden vielleicht etwas anbahnen könnte. Das dieser oder jener Flirt im Bereich des Möglichen liegt, aber das kam so natürlich in den einzelnen Szenen rüber, dass sich dieser Umstand nie unliebsam in den Mittelpunkt gedrängt hat. Was ich wiederum als sehr angenehm empfand. Ich möchte fast von einer zarten Gefühlsentwicklung sprechen. Weg mit den plötzlichen Verliebt sein, weg mit der kaum zu wiederstehenden Anziehungskraft zwischen Fremden. Zarte Gefühle, Flirts die dann passieren, wenn es Zeit ist. Genau das will man Lesen.  Carla Berling baut das so gekonnt zwischen das ganze Rätseln und Raten, dass ich am Ende dachte, es wäre mir selbst passiert.

Obwohl ich dazu neige, gerne alle möglichen Figuren aufzuzählen verzichte ich hier. Erstens würde das den Rahmen sprengen (erstaunlich, dass ich das mal schreibe) und zweitens ist es nun mal ein Krimi. Ich hatte wirklich eine ganze Menge Spaß beim Lesen und Raten. Den würde ich damit anderen potenziellen Lesern nehmen. Die Figuren sind alle durch die Reihe weg glaubhaft, lebendig und trotz der Menge an agierenden Personen, kommt keine zu kurz.
Carla Berling verzichtet auf den rauchenden Ermittler, der eigentlich keine Lust auf seine Arbeit hat. Sie verzichtet auf offensichtlich Tatverdächtige, die es dann doch nicht sind. Sie verzichtet auf übertrieben blutige Morde. Keine unnötigen Knalleffekte. Und trotzdem fragte ich mich die ganze Zeit „Warum?“. Carla Berling hatte mich am Haken. Einfach so. Gerade weil sie auf dieses ganze Drumherum verzichtet und ihre Geschichte auf die Essenz eines Krimis reduziert. Das Mutmaßen, das Raten und Rätseln.

Als ich ungefähr ein Drittel der Geschichte gelesen hatte, bekam ich  Zweifel, dass die Geschichte bis zum Ende hin so bleibt. Die Autorin legte von Anfang an ein rasantes Tempo in die Geschichte, dass ich zwischenzeitlich aufhören musste zu lesen, damit ich mal Luft holen konnte. Es geht alles Zack Zack, ein Ereignis folgt auf das Nächste. Dadurch sind die wenigen, ruhigen Szenen ein richtiger kleiner Ruhepol in einem Wirbel von Geheimnissen und Lügen. Im Großen und Ganzen gesehen ist diese Erzählgeschwindigkeit aber genau richtig. Ist schließlich ein Krimi und keine Kaffeefahrt. Carla Berling schafft es ohne Probleme, so viele Ereignisse auf den Tisch zu bringen, dass ich das Bedürfnis unterdrücken musste, mir die Zusammenhänge aufzumalen.  Das meine ich jetzt durchaus positiv. Ich wollte mitraten. Ich habe die ganze Zeit meine eigenen Vermutungen aufgestellt und immer wenn eine widerlegt wurde, habe ich das gedanklich abgestrichen, war frustriert und habe die Geschichte wieder in einem anderen Blickwinkel betrachten. Ich habe die Geschichte nicht einfach nur gelesen, ich war mittendrin und habe sie erlebt.

Die Autorin hat meinen gesamten Respekt für das Verfassen dieses Krimis. Ich hatte schon lange nicht mehr das Vergnügen,  während des Lesens so angestrengt  zu Rätseln. Um dann am Ende eine wirklich interessante und vollkommen unerwartete Überraschung zu erleben.

Der Schreibstil der Autorin ist wie die ganze Geschichte so herrlich normal, als hätte sie mir das ganze bei einem Kaffee auf dem Sofa erzählt. Ich hätte ihr genauso gespannt gelauscht, wie ich gefesselt gelesen habe. Sie passt sich den Figuren an, wodurch diese ihr eigenes Leben entwickeln. Die Orte der einzelnen Szenen kommen mit einfachen und klaren Beschreibungen aus. Nicht zu viel und nicht zu wenig, sodass ich als Leser noch genug selbst hineininterpretieren kann. Ich bin mir sicher, dass am Anfang bei jedem Tante Erna anders aussah, als sich im Verlauf herausstellte. Genau das macht in meinen Augen eine gute Geschichte aus: Jeder einzelne Leser „erlebt“ eine eigene Fassung der gleichen Geschichte.

Aber ich wäre nicht ich, wenn es dann nicht doch etwas gab, was mich gestört hat.  Im letzten Drittel nimmt das Ganze arg zu, sonst wäre es mir wahrscheinlich gar nicht ins Auge gefallen. Direkt vor der wörtlichen Rede kommt öfters ein „Ira sagte“ … (lachte, überlegte, nickte, zögerte, fragte, … ), dass gleiche mit Andy oder wer eben gerade spricht. Ich will nicht sagen, dass es mich arg gestört hat, nur hat es mich immer mal wieder aus meinem Lesefluss geworfen und dadurch ist es mir eben aufgefallen. Mag Geschmackssache sein, aber ich wollte es dennoch erwähnen. Beispiele:

„Ira lachte. »Weil es gleich dunkel wird…“
„Ira nickte. »Hatte ich total verdrängt,…“
„Andy schmunzelte. »Solche Gedankengänge können…“
„Ira sagte: »Deswegen bat ich Sie,…“
„Monika nickte. »Ich kannte sie eigentlich…“
(Copyright: Autor/Carla Berling)

Desweitern gab es genau eine Sache, die ich nicht nachvollziehbar fand. Allerdings werde ich die hier nicht erwähnen, denn es hat im Großen und Ganzen mit der Auflösung zu tun. Und ich will ja nicht erschossen werden, weil ich vielleicht hier den Entscheidenden Hinweis für das Enträtseln des Mörders liefere.  ;-)


Ich war wirklich gespannt, was mich bei diesem Krimi erwartete. Weder mein bevorzugtes Genre, noch ein Cover, dass mich ansprach. Dennoch bat ich um ein Rezensionsexemplar. Ich war neugierig und Carla Berling hielt diese Neugierde bis zum Ende der Geschichte aufrecht. Auch ohne blutrünstigen Axtmörder und total kaputten Polizei Hauptkommissar schafft die Autorin es, hier einen Spannungsbogen zu erzeugen, der von Anfang bis Ende straff gespannt ist. Wer auf miträtseln und die guten alten Miss Marple-Krimis alá „Wer ist der Mörder?“ steht, ist bei „Sonntags Tod“ genau richtig! Eine klare Leseempfehlung, und das nicht nur für Krimi-Fans.




Natürlich und ohne lange Diskussion, bekommt Carla Berling für ihren Krimi „Sonntags Tod“ von mir 5 von 5 Marken.

Liebe Grüße






(Das Copyright von Text & Bildmaterialien liegt bei den jeweiligen Verlagen und deren Autoren, die allesamt bei uns im Impressum sowie bei den Extras erwähnt worden sind.)
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