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6. August 2013

"Vor meiner Ewigkeit" von Alessandra Reß / Rezension




Titel: Vor meiner Ewigkeit
Format: Broschiert
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 200
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3981509267
Preis: 10,50 EURO
Illustrator:  Oliver Schuck





Alessandra Reß wurde 1989 im Westerwald geboren, wo sie auch aufgewachsen ist, ehe es sie zum Studium der Kulturwissenschaft an Rhein und Mosel gezogen hat. Wenn sie nicht gerade an ihrem Master arbeitet oder sich als Praktikantin in den Museen der Umgebung wiederfindet, schreibt sie an Artikeln für diverse Online-Magazine oder Geschichten aller Art. Nicht ihr einziges, aber doch ihr besonderes Augenmerk gilt dabei der Phantastik, deren sozialen Ausprägungen sie sich auch im Studium häufig widmet.



Ohne Erinnerung erwacht der Student Simon eines Nachts in einer Stadt, in der selbst die Farben ein Eigenleben zu führen scheinen. Von einem Geistermädchen erfährt er mehr: In ihm ist die Gabe des Schläfers erwacht, und seine Aufgabe ist es, die Vampire zu jagen, welche die Stadt bevölkern und das empfindliche Gleichgewicht von Licht und Dunkelheit stören. Erst, wenn er diese Aufgabe erfüllt hat, darf er in sein altes Leben zurückkehren. Trunken von den dunkelbunten Wundern der Stadt Dew Linae, fügt sich Simon in sein Schicksal. Doch bald schon muss er erkennen, dass er mehr und mehr seine Identität verliert. An seine Stelle tritt der Schläfer, eine seelenlose Kreatur, die nur im Tod ihrer Gegner Erfüllung findet. Verzweifelt sucht Simon nach einem Weg, sein zweites Ich zu bannen doch trauen kann er niemandem, nicht einmal sich selbst.




Das Cover wurde vom Illustrator Oliver Schuck illustriert und ist das perfekte Spiegelbild zum Inhalt. Darauf zu sehen ist auf den ersten Blick eine seltsam, verschmierte Gestalt und ein ebenfalls undeutlich, aber sehr intensiver Hintergrund der Stadt Dew Linae. Nach dem Lesen macht das Cover nur noch mehr Sinn und ich könnte mir kein besseres als dieses dafür vorstellen. Großes Lob an den Künstler. Auch der Titel ist perfekt gewählt und verspricht genau das, was er andeutet.




Simon wacht eines Tages in seiner Wohnung auf ohne jegliche Erinnerungen wer er ist oder wo er ist. Zuerst denkt er, er sei auf einer Art Drogentrip. Die Menschen auf seinem Poster an der Wand bewegen sich, alles wirkt verschwommen und die Farben sind intensiver und lebhafter. Dann erscheint noch dieses durchsichtige Mädchen, Amy, dass ihm kurz erklärt, dass er von ihr als Schläfer auserwählt wurde. Er soll Vampire töten und somit seine Aufgabe als Schläfer gerecht werden, damit er wieder in sein menschliches Leben zurückkehren kann. Anfangs war dies auch sein Ziel, doch als der Schläfer durch die Tötung der Vampire eine immer größer werdende Macht gewinnt, verliert sich Simon Stück für Stück mehr und weiß am Ende gar nicht, wer er überhaupt noch ist…




Vor meiner Ewigkeit ist der Debütroman der Autorin Alessandra Reß und ist am 30. Juli 2013 beim Art Skript Phantastik Verlag erschienen. Wer diesen Verlag bereits kennt, weiß, dass er gerne Geschichten veröffentlicht, die aus der Menge von der Idee und dem Schreibstil her herausstechen. So auch hier bei diesem Buch, bei dem ich versuchen werde, so wenig wie möglich zu Spoilern.

Kommen wir erst mal zur Idee:

Ein Schläfer, der von einem Geist auserwählt wird, um das Gleichgewicht zwischen der Dunkelheit und dem Licht wiederherzustellen. Erst wenn er das getan hat, kann er wieder in sein menschliches Leben zurückkehren und wird sich auch nicht an sein Leben als Schläfer  erinnern können. 

Ich hätte mir gewünscht, dass diese ganze Schläfersache mehr in Action ausgeartet wäre, anstelle des immer wiederkehrenden Nachdenkens mit dem menschlichen Gewissen von Simon. Wäre seine Erinnerung vielleicht nicht erloschen, wäre dieses Problem nicht entstanden und ich hätte noch mehr über ihn als Schläfer miterleben können. Ob das aber ein vergeudetes Potenzial war, kann man schwer beurteilen, da diese Geschichte den Eindruck macht, es muss alles so sein und nicht anders. (Besonders mit den erloschenen Erinnerungen, die in der Geschichte wiederrum nötig waren, um die Dinge voranzutreiben. Ihr seht also: Es hätte besser werden können aber dadurch wäre die komplette Geschichte anders verlaufen, also musste es irgendwie so sein. Ja, dieses Buch hat so seine ganz eigenen Regeln, die ich als Leser nicht wirklich mit Kritik durchbrechen kann. )
Vom Geistermädchen Amy hätte ich mir auch mehr versprochen, da sie ja auch eine wichtige Figur in all dem spielte und ich gegen Ende kaum Verständnis für ihre Beweggründe hatte. (Leser dieses Buches verstehen diese Aussage. ^^)

Wieso existieren Schläfer?

Die Dunkelheit und das Licht müssen immer im gleichen Verhältnis miteinander leben. Wenn einer stärker ist als der andere, oder einer schwächer ist, kommen die sogenannten Nobiae (Sie gehören weder dem Lichtervolk oder der Dunkelheit an). Darunter gehören auch die Schläfer. In dieser Geschichte ist die Dunkelheit stärker, und der Schläfer muss eben die Vampire, die den Vampirismus weitergeben können, in seiner Stadt vernichten.

Das gesamte Buch hatte für mich ein heimliches Ziel: 
Simons Selbstfindung. 
Er wusste nicht, wer er war und versuchte es während dieser Geschichte herauszufinden. Da er keine Erinnerungen mehr hatte, konnte er sich also komplett neu finden und sich seinen Charakter selbst formen. Oder sollte ich womöglich Charaktere sagen? Auf dem ersten Blick aber, wird dem Leser verständlich gemacht, dass es in diesem Buch darum geht, die Aufgabe als Schläfer erfolgreich zu beenden und das Gleichgewicht der Dunkelheit und des Lichtes wieder herzustellen. Dafür muss Simon eben diejenigen Vampire töten, die dieses Gleichgewicht stören.

Das Geistermädchen Amy hat dafür instinktiv Simon auserwählt, und gibt ihm Anfangs kaum Informationen über seine Aufgaben. Er selbst hat nicht mal eine Ahnung, wer er überhaupt war und läuft planlos Tagsüber durch die Gegend. Als Schläfer wird ihm auch eine ganz andere Sicht der Welt offenbart. Die Farben scheinen sich ständig zu verändern, alles tanzt und bewegt sich anders. Anfangs dachte er deshalb, dass er auf einer Art Drogenrausch sei. Verständlich. So kam ich mir auch während dem Lesen vor. Diese eigens erfundene, reale Welt, braucht nicht viel an Beschreibung. Die komplette Geschichte lebt und bewegt sich mit Simons Gedanken. Gewöhnungsbedürftig für einen Leser und vielleicht nicht jedermanns Sache, aber hier lässt man sich eben auf was anderes ein und kann durch diese Andersartigkeit doch positiv überrascht werden.

Es kommen neben Simon noch eine Handvoll anderer Charaktere vor: Nämlich Vampire und auch, wenn nur nebensächlich, seine Freunde. Keiner von denen hatte eine gewisse Tiefe oder genug Zeit im Buch, diese Tiefe zu erlangen. Kam einer daher, wurde er von Simons innerlichen Schläferinstinkt getötet. Auch Nora, seine Verlobte, wird zum Mittelpunkt in Simons Schläferleben, bekommt aber nicht wirklich vernünftig Farbe und bleibt so mehr eine schemenhafte Gestalt, die nicht wirklich von mir gesehen wurde. Bevor aber der Tod für alle Vampire eintraf, gab es davor immer eine lange Diskussion, die Simon jedes Mal zum nachdenken anregte. Ja, die Vampire hier liebten es zu reden und zu spekulieren. Sie kamen einem wie die Guten vor und Simon, der Schläfer der sie vernichtet, war der Böse. Diese Konversationen waren stets sehr intellektuell und sollten Simon die Augen öffnen, denn der schien von seiner Gier nach Macht immer stärker wie ein Vampir zu denken. Am Ende wurde dann aus diesem einen Simon ganze vier Simons, die allesamt ihre eigene Geschichte erlebten und die ich als Leser auch miterleben durfte. 

Das Buch ist in seinem Schreibstil und ebenso in seiner Geschichte etwas andersartig. Hier finde ich keine unnötigen Beschreibungen vor, die dem Buch mehr schaden als weiter helfen. Dennoch wird hier sehr viel nachgedacht, diskutiert und spekuliert. Das war für mich ehrlich gesagt etwas gewöhnungsbedürftig, denn der Sinn für mich in diesem Buch ist eben diese Selbstfindung. Und Simon findet auf seinem Weg dahin vier verschiedene Charaktere seiner selbst.
Ein Satz der das gut beschrieben hatte (der vierte Charakter taucht erst am Ende auf):

»„Mit drei verschiedenen Geistern betrachtete ich ihn….Jener Teil von mir, der dem Bewusstsein in diesem Moment am nächsten war.... Der Teil, den ich heute am ehesten mit mir selbst identifiziere und den ich....fast verloren hatte, war voller Trauer. Er wusste nicht mehr, wer.... für ihn gewesen war, ..... Der Schläfer interessierte sich herzlich wenig für das.....“«

(Zwecks Spoiler Gefahr zensiert.)

Also ja, es ist schwer den Leser damit wirklich zu fesseln, wenn nicht mal Simon weiß, was er von all dem halten soll. Wie soll ich da also als Leser genau wissen, was ich drüber denke? Und genau da ist, absichtlich oder nicht, bei mir ein riesen Riss entstanden, der dem Buch die benötigte „Fesselung“ an mich nicht geschafft hat. Das war der größte Kritikpunkt meinerseits an diesem Buch. Ich las es zu Ende und musste sehr viel darüber nachdenken. Gefesselt wurde ich nicht wirklich auf eine „Gott war das so toll“ Weise sondern eher auf die nachdenkende „Was soll ich nur von all dem halten“ Weise. Ich weiß also nicht, ob es mit Absicht so sein soll oder ob dieser Effekt eher ungewollt daherkam. Was ich aber während dem Lesen bemerkt habe, ist, dass die Autorin wirklich ein Händchen fürs Grübeln hat. Wenn man sich ihr Alter dann auch noch ansieht, fragt man sich, wie eine junge Frau so „hoch“ denken kann. Wenn dann noch die passende Tiefe erstellt und die Spannung aufgebaut werden könnte, wäre diese Geschichte wirklich ein seltener Hinkucker für mich gewesen.




Wieder einmal ein Buch über Vampire, das aber durch seine Andersartigkeit und auch die besondere Schreibweise aus der Masse hervorsticht. Hier finden sich keine Waffen oder größere Gewalt sondern eher eine (Gedanken) Welt, die dem Leser eine neuartige Reise verspricht und mit Sicherheit auch viel zum Nachdenken anregt. Von Vampiren, die es lieben zu diskutieren und zu spekulieren bis hin zu einem Anfangs jungen Mann, der die Einsamkeit am Ende dieser Geschichte aus einem ganz anderem Blickwinkel aus betrachtet. Zudem sind dort noch einige Belehrungen vorhanden, die Simon leider zu spät erkannte, dem Leser aber nicht unbemerkt geblieben sind und von der Autorin mit gutem "Show Don´t Tell" eingesetzt wurde. Rechtschreib-, Grammatikalische - oder große Logikfehler wurden hier nicht vom Verlag zugelassen und deshalb bekommt er von mir ein großes Lob. Die Qualität des Buches – innen sowie außen - spricht auch eindeutig im positiven Sinne für sich. Ganze 5 Marken kann ich nicht vergeben, dafür fehlte mir die schon erwähnte „Fesselung“ aber die 4, die kann ich mit gutem Gewissen dalassen. Für einen Debütroman ist das wirklich ein guter Start in die Bücherwelt und ich bin schon gespannt, ob ich mehr von dieser Autorin zu lesen bekommen werde.





Es grüßt mit einem Danke an den Art Skript Phantastik Verlag für das Rezensionsexemplar





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