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1. Juli 2013

"Die Wand" - Buch des Monats


Titel: Die Wand
Autorin:  Marlen Haushofer
Seitenzahl: 288
Verlag: List, Sonderausgabe 2012, erschienen 1963
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3548605715
Gebundene Originalausgabe: 19,00 Euro
Taschenbuch: 8,99 Euro


Über die Autorin


Marlen Haushofer wurde 1920 im oberösterreichischen Frauenstein geboren. Sie studierte Germanistik in Wien und Graz und lebte später in Steyr. 1946 veröffentlichte sie ihren ersten Text. 1963 erschien "Die Wand", 1969, als ihr letzter Roman, "Die Mansarde". Marlen Haushofer zählt heute mit Ingeborg Bachmann zu den Vorläuferinnen der modernen Frauenliteratur. Marlen Haushofer wurde mit zahlreichen Literaturpreisen geehrt: 1953 Förderungspreis des österreichischen Staatspreises, 1956 Preis des Theodor-Körner-Stiftungsfonds, 1963 Arthur-Schnitzler-Preis, 1965 und 1967 Kinderbuchpreis der Stadt Wien und 1968 Österreichischer Staatspreis für Literatur.


Klappentext


Eine Frau will mit ihrer Kusine und deren Mann ein paar Tage in einem Jagdhaus in den Bergen verbringen. Nach der Ankunft unternimmt das Paar noch einen Gang ins nächste Dorf und kehrt nicht mehr zurück. Am nächsten Morgen stößt die Frau auf eine unüberwindbare Wand, hinter der Totenstarre herrscht. Abgeschlossen von der übrigen Welt, richtet sie sich inmitten ihres engumgrenzten Stücks Natur und umgeben von einigen zugelaufenen Tieren aufs Überleben ein. 

Cover


Beide Cover sind schlicht und eher einfach gehalten. Es drängt sich nichts in den Vordergrund. Beide vermitteln das Gefühl einer Leere, die sich ausbreitet und den Leser noch vor dem Lesen erfasst. Der idyllische Schein trügt. Auch das Bild mit der Frau und dem Hund fühlt sicher eher einsam an.
Die Titelbilder spiegeln, jedes auf seine eigene Art, perfekt den Inhalt der Geschichte wieder.

Inhalt


Die Geschichte ist nicht die übliche erzählte Story, die man vielleicht nach dem lesen des Klappentextes erwartet. Es ist ein Bericht der anscheinend einzigen Überlebenden in einer Jagdhütte in Österreich, die nicht von der Wand oder dem was dahinter ist, getötet wurde. Sie will bei klarem Verstand bleiben und schreibt auf, wie es ihr hinter der Wand ergangen ist. Dafür nutzt sie einen Bauernkalender, in welchem sie besondere Ereignisse notiert hat. Die einzigen Begleiter, die sie hat, sind ein Hund, eine Kuh und später auch noch eine Katze. Sie hat keine Ahnung, woher die Wand kommt, von wem diese ist oder kennt die Länge und nimmt sie einfach als gegeben hin. Gegen jede Vernunft kämpft sie täglich um ihr Überleben, weil sie die Hoffnung hegt, dass irgendjemand sie bald findet.
Ihr Leben dreht sich nur noch um ihre Tiere, den ihr möglichen Nahrungsanbau und darum, sich nicht in der Einsamkeit zu verlieren.

Empfehlung


„Die Wand“ zählt als einer der besten dystopischen Romane und es heißt, dass jeder dieses Werk einmal gelesen haben sollte.
Ich war am Anfang sehr skeptisch. Die Geschichte gleicht einem Tagebucheintrag, nur dass er über einen sehr langen Zeitraum am Stück verfasst wurde. Von der eigentlichen Dystopie war nichts zu sehen. Die geschriebene Ich-Form tat ihr Übriges. Trotz meiner Vorbehalte habe ich mich auf das Buch eingelassen und war schon bald gefangen. 

Gefangen in der Jagdhütte, wo die Geschichte die meiste Zeit spielt, zusammen mit der Protagonistin, einem Hund, einer Katze und eine Kuh. Sobald die Frau die durchsichtige Wand entdeckt, die über Nacht auf einer unsichtbaren Linie entlang erscheint und sich anscheinend unendlich erstreckt, fängt sie an automatisch zu funktionieren. Sie sieht, dass auf der anderen Seite anscheinend alle Tod sind. Es gibt keine lebenden Tiere oder Menschen.
Wie von selbst legt sie einen Garten an, kümmert sich darum Vorräte zu sammeln und denkt nicht einmal daran, von dort wegzugehen. Dem Verlauf der Wand zu folgen und so vielleicht andere Menschen zu treffen, die noch leben. Ein bisschen hat es mich manchmal an „Robinson Crusoe“ erinnert, wenn sie zum Beispiel ihren Kartoffelacker mit kleinen Ästen absteckt, die dann austreiben.
Am Ende des Buches hatte ich das Gefühl, nicht nur die Geschichte über eine Frau gelesen zu haben, die behütet als Hausfrau und Mutter gelebt hat. Die plötzlich in ein anderes Leben geworfen wurde und versucht, das Beste daraus zu machen, was ihr möglich ist. Immer wieder stößt sie an ihre Grenzen, immer wieder verzweifelt sie fast an Situationen, die sie vorher nicht interessiert haben, weil sie einfach nicht wichtig waren. Ihre Welt ist innerhalb von Stunden auf in Minimum geschrumpft und sie beginnt, das Leben und die Menschen mit anderen Augen zu sehen. 

Ich hatte das Gefühl, dass die ganze Geschichte eine Metapher ist. Ein langes Synonym dafür, wie es ist wenn man sich von den Menschen entfernt. Die selbst gewählte Einsamkeit zwischen Terminen und Stress. Die Wand ist nur ein Objekt, eine andere Beschreibung für eine Barriere, die der Mensch in seinem Inneren errichtet um sich zu schützen, vor allem was auf der anderen Seite ist. Zwietracht, Unzufriedenheit, Intrigen. Man lebt vollkommen für sich zwischen seinen Mitmenschen, und niemand merkt, dass man sich hinter seine eigene Wand zurückgezogen hat. Die Frau rebelliert gegen das System, indem sie sich abschottet und ihr Leben so lebt, wie sie es für richtig hält. Ohne Stress, ohne Vorschriften oder irgendwelche Zwänge. Und genau da ist die Dystopie. Sie ist versteckt zwischen den Zeilen und man sieht sie erst, wenn man das ganze Buch gelesen hat und vollkommen eingetaucht war, in die Geschichte einer Frau, die alleine hinter einer durchsichtigen Wand lebt und nur einen Blick auf die toten Menschen und Dörfer dahinter werfen kann.

Das Ende des Buches ist anders, als man vielleicht erwartet hatte, aber dennoch nachvollziehbar, wenn man das große Ganze und den Gedankengang der Frau betrachtet. Ein anderes Ende wäre in meinen Augen nicht möglich gewesen und hätte die Botschaft der Geschichte zerstört. 

Fazit


Eine herausragende Geschichte von einer Autorin, die uns nur durch die Gedanken und Handlungen einer einsam lebenden Frau zum Eigenen nachdenken über die Welt und deren Ansichten anregt. Jeder, der wie ich skeptisch an dieses Buch rangeht, sollte auf jeden Fall bis zum Ende durchhalten. Als Belohnung bekommt man ein fantastisches Werk der klassischen, dystopischen Literatur, welches wirklich jeder einmal gelesen haben sollte.

Wie ich feststellen musste, sollte man sich nicht von einfachen, unscheinbaren Covern beeinflussen lassen, denn ich hatte hier die Chance eine einmalige Geschichte zu lesen. Und auch irgendwelche Vorbehalte, die man vielleicht vor dem Lesen hegt, können getrost über Bord geworfen werden. 
Für mich hat es sich gelohnt und nun wünsche ich euch viel Spaß beim lesen. Und habt keine Angst vor unsichtbaren Wänden, man kann sich an sie gewöhnen, solange sie sich nicht in einem selbst befinden.

Liebe Grüße


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